Wenn es nicht so furchtbar grauenhaft wäre, könnte man fast schon drüber lachen.
Schlichtweg hilflos mutete es an, als Verteidigungsminister Franz Josef Jung heute Morgen im Morgenmagazin vor die Kamera trat und der Frage harrte, die da unweigerlich kommen würde:
Warum haben Sie, Herr Verteidigungsminister, bislang Stein und Bein geschworen, dass es definitiv keine zivilen Opfer bei dem von deutschen Befehlshabern angeordneten Luftangriff auf 2 Tanklastwagen nahe Kunduz gegeben habe, während nun gestern NATO-Sprecher einräumten, dass es hingegen sehr wohl welche gegeben hat?
Und vollends zum Gespött machte sich der CDU-Politiker dann, als er lang und breit die Moral und den Einsatz der deutschen Truppen lobte, die Unerlässlichkeit der deutschen Präsenz vor Ort predigte und den Angriff rechtfertigte. Als Jung fertig war, konnte man einen Moment lang fast glauben, dass dieser Angriff direkt eine Terror-Attacke auf Deutschland höchstselbst vereitelt habe. Von einer Antwort auf die Frage des Moderators keine Spur.
Erzählen Sie uns doch mal, Herr Jung, wie Sie bis vor 2 Tagen so dermaßen sicher sein konnten, dass es bei dem Angriff keine zivilen Opfer gegeben habe, dass Sie dies mit einer derartigen Selbstsicherheit und Vehemenz wieder und wieder in die Kameras posaunten, wo doch nach wenigen Tagen die NATO plötzlich konstatiert, dass es sehr wohl zivile Opfer gegeben hat?
Spitze Zungen würden das Lüge mitten ins Gesicht des wahlumkämpften Volkes nennen…
Das Mindeste wäre gewesen, dass Jung sich mit endgültigen auswertenden Äußerungen zurückgehalten hätte, bis tatsächlich tragfähig ausgewertet worden ist.
So aber steht der Verteidigungsminister abermals in dem fahlen Licht des rhetorisch gewandten Schönfärbers, der selbst 8 Jahre und mindestens 30 tote deutsche Soldaten später noch immer stock und steif behauptet, dieser Einsatz sei KEIN Kriegseinsatz, sondern diene dem Aufbau “stabiler, selbsttragender Strukturen” vor Ort und der Verteidigung Deutschlands.
Ich sage: Dieser Einsatz schützt Deutschland nicht, er gefährdet es, indem er durch solche blutigen Angriffe und auch Vorfälle der unschönen Art in der Vergangenheit nicht Vertrauen, sondern Hass in der ohnehin durch Krieg, Armut und Taliban-Regime geschundenen afghanischen Bevölkerung schürt.
Dadurch wird die Gefahr terroristischer Anschläge durch islamistische Gruppierungen auf deutschem Boden in logischer Konsequenz nicht reduziert, sondern erhöht.
Und genau deshalb kann es nur 2 Konsequenzen aus dieser neuerlichen Tragödie geben: Deutschland muss raus aus Afghanistan und Jung runter vom Ministersessel. Wie tragbar ist ein Verteidigungsminister, der die Bürger dieses Landes wohlwissentlich über bestimmte Sachverhalte in Unkenntnis hält, Unwahrheiten verbreitet und nicht zuletzt Sicherheit und Ansehen unseres Landes im Ausland Gefährdungen aussetzt?
Weitere interessante Einsichten in das Thema finden sich hier und auch hier.
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In eigener Sache: Durch meine technischen Schwierigkeiten und das damit verbundene Neuposten des gestern verfassten Artikels sind leider die beiden Kommentare von Sven und mir verloren gegangen. Ich bitte, mir meine relative Talent- und Sachkenntnisfreiheit in Sachen Computer und Technik nachzusehen.





[...] ungutes Gefühl entstehen. Natürlich ermöglicht es uns in Deutschland die Meinungsfreiheit, auch anders über den Einsatz in Afghanistan zu schreiben (in Afghanistan gäbe es ohne den NATO-Einsatz noch nicht mal eine Ahnung von Meinungsfreiheit). [...]
[...] Getötete Afghanen lassen Jung alt aussehen. [...]
[...] für die deutschen am Afghanistan-Einsatz beteiligten Soldaten. Dabei ist der US-Kurs auch für die deutsche Afghanistan-Politik von unmittelbarer [...]