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Schon mal in den USA gewesen?

Falls nicht, solltet ihr nicht mehr allzu lange überlegen. Denn die Einreise in das “Land der unbegrenzten Möglichkeiten” wird alsbald mit einer Eintrittsgebühr in Höhe von 10 US$ verbunden sein.
Wie verschiedene Medien berichteten, stimmte der US Kongress vorgestern mit großer Mehrheit einem entsprechenden Gesetzesvorschlag zu. Demnach soll für alle diejenigen, die für Kurzaufenthalte ohne Visumspflicht in die USA einreisen wollen, die genannte Einreisegebühr anfallen.

Mit dieser Maßnahme soll eine gemeinnützige Organisation zur Mitfinanzierung des angeschlagenen Tourismussektors ermöglicht werden. Der US-Tourismus hatte infolge der Wirtschaftskrise starke Einbrüche hinnehmen müssen, zahlreiche Stellen waren dem zum Opfer gefallen.
Umso paradoxer mutet es nun jedoch an, dass das Land diese Misere ausgerechnet mit Maßnahmen zu bekämpfen sucht, die prinzipiell Reisewillige in Zukunft zweimal überlegen lassen werden, ob sie nicht doch lieber ihren Urlaub auf den Fidschis, statt auf Hawai oder aber in den Alpen, statt im Grand Canyon verbringen werden, lässt sich doch immer eine gleichwertige Alternative finden, die ohne lästige Eintrittsgebühr auskommt.

In Europa ist der Beschluss weitestgehend mit Unmut bis hin zu offener Empörung aufgenommen worden. Die Vertretung der EU in Washington reagierte sogar mit der Forderung, nun im Umkehrschluss eine Einreisegebühr für US-Bürger auf dem europäischen Kontinent einzuführen.

Ganz ehrlich: Ich halte eine solche Gebühr, egal, von wem erhoben, für Humbug. Sie wirkt immer abgrenzend und ausschließend und überhaupt nicht gastfreundlich. Man stelle sich mal vor, man müsste in jedem Restaurant erstmal Eintritt bezahlen, damit man sein Geld für Speis und Trank dortlassen darf und sich überhaupt jemand herablässt, einen zu bedienen.
Es haftet dem Ganzen zudem ein ziemlich schaler Beigeschmack an, hält man sich vor Augen, dass damit die Bewältigung von Folgen der maßgeblich in den USA selbst ausgelösten Finanz- und Wirtschaftskrise auf den Durchschnittsbürger aus dem Ausland abgewälzt wird, der im eigenen Land zudem in den meisten Fällen bereits den Gürtel aufgrund der Krisenspätfolgen enger schnallen muss.

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