Einige Monate ist es nun schon her, dass ein Artikel des schwedischen Journalisten Donald Boström in der Zeitung “Aftonbladet” über Organdiebstahl-Vorwürfe palästinensischer Familien gegenüber Israel die Welt umrundete und für jede Menge Aufregung sorgte. In Israel selbst und in der Israel-nahen Blogosphäre sorgte die Boström-Affäre sogar für helle Empörung und bisweilen seltsam anmutende Blüten in Sachen Urteilsbildung ohne die Fakten zu kennen.
Ich hatte seinerzeit auf art und wIEse den Fall aufgegriffen und versprochen, an dem Thema dranzubleiben.
Jetzt muss man sagen, dass es in den vergangenen 4 Monaten recht schwierig war, an Informationen zum Thema heranzukommen, um nicht zu sagen, beinahe unmöglich. Es schien fast, als hätten westliche Medien den Fall gänzlich vergessen bzw. für nicht verfolgungswürdig erklärt – für meine Begriffe schon ein reichlich merkwürdiges Verhalten angesichts der Schwere der Vorwürfe.
Aber auch in arabischen Medien schien das Thema lange Zeit tot – von der seinerzeit angekündigten Untersuchung der Palenstinensischen Autonomiebehörde in dem Fall ward bis heute nichts mehr gehört oder gesehen, zumindest ließen sich dazu keinerlei Informationen finden.
Vor einigen Tagen nun wartete Al-Jazeerah mit einer auch für diesen Fall doch recht interessanten Meldung auf.
Der ehemalige Chef des israelischen Forensischen Institutes Abu Kabir, Jehuda Hiss, hat demnach in einem Interview im Jahr 2000 der amerikanischen Anthropologie-Professorin Nancy Scheper-Hughes (u.a. Berkeley) gegenüber erklärt, dass das Institut von den 1980er-Jahren an bis zum Jahr 2000 Organe und Körperteile sowohl von toten Israelis als auch Palästinensern zu Versuchs- und Weiterverwertungszwecken verwendet habe, ohne die Angehörigen zu informieren und um ihr Einverständnis zu bitten.
Laut Hiss wären die “Spender” von Militärangehörigen ins Institut gebracht worden.
Diese Details aus dem Munde des ehemaligen Vorsitzenden des Forensischen Instituts weisen zumindest überwältigende Parallelen zu jenen im Boström-Artikel erhobenen Vorwürfen der palästinensischen Familien auf, und sie belegen klar und deutlich, dass es illegale Organentnahmen auch bei Palästinensern in Israel gegeben hat.
Bereits zur Zeit der Veröffentlichung des Boström-Artikels hatte
Alison Weir die Erkenntnisse Scheper-Hughes’ zum Fall Jehuda Hiss angesprochen und Licht auf eine scheinbar jahrzehntelange israelische Praktik des Organdiebstahls geworfen.
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Fazit:
Organdiebstahl war anscheinend jahrelang gängige Praxis in Israel, die sogar durch die Regierung gefördert wurde. Nicht zuletzt Jehuda Hiss hat dahingehend bereitwillig und scheinbar ohne jegliche Scham Auskunft gegeben, was medial belegt ist.
Sogar israelische Offizielle und die Medien konstatierten, dass ohne Einverständnis Organe und Körperteile auch von Palästinensern entnommen worden seien, vor allem für Forschungszwecke im Forensischen Institut Abu Kabir. Man sah sich genötigt, offizielle Statements abzugeben, weil bis dato vor allem Angehörige toter israelischer Soldaten Beschwerden gegen Hiss’ “Gruselkabinett” vorgebracht hatten, also Landsleute, die mit ihren Vorwürfen auch entsprechend an die israelische Öffentlichkeit gingen.
Im Jahr 2009 nun erhebt erstmals eine westliche Zeitung stellvertretend für Palästinenser Vorwürfe dieser Art gegen das israelische Militär, macht sie einem breiten westlichen Publikum öffentlich – und plötzlich streitet Israel die Vorwürfe ab, nennt Journalisten, Zeitung und sogar das Land Schweden antisemitisch.
Und das Thema als solches verschwindet daraufhin auf beinahe schon unheimliche, geschlossene Weise aus den westlichen Medien.
Donald Boström kann man nach aktuellem Informationsstand allenfalls vorwerfen, die Angelegenheit, dem Anspruch und der Zielgruppe des Aftonbladet angepasst, übermäßig sensationell arrangiert zu haben. In einer Art und Weise, die durchaus so verstanden werden konnte, dass der Artikel dem Staat Israel direkt unterstelle, er würde gezielt Palästinenser zu Zwecken des Organraubes töten bzw. verschleppen. Dem ist augenscheinlich nicht so, dennoch wurden getöteten Palästinensern ohne Kenntnis der Angehörigen Organe entnommen, die dann über den Labortisch von Prof. Jehuda Hiss wanderten.
Jehuda Hiss wurde übrigens 2004 aufgrund jahrelanger Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung und Verwendung von Organen still und heimlich von seinem Posten entfernt, ohne dass er sich wegen der Vorwürfe hätte verantworten müssen.





Immer unter der Voraussetzung, dass die Meldungen der Wahrheit entsprechen, kristallisiert sich jetzt folgendes heraus:
In einem forensischen Institut wurde den Leichen — ohne Genehmigung der Angehörigen bzw. ohne eine testamentarische Verfügung der Betroffenen – Körpergewebe entnommen und für Forschungszwecke verwendet.
Wir kennen in Deutschland die Möglichkeit, dass jemand seinen Körper nach dem Tod der Gerichtsmedizin für Forschungszwecke zur Verfügung stellt. Im Prinzip wurden dort die Leichen einfach illegal für Forschungszwecke genutzt. Es ist bisher zu vermuten, dass dies im Rahmen von rechtlich notwendigen Obduktionen geschehen ist.
Ohne Genehmigung ist das in jedem Fall illegal, unethisch und widerwärtig. Es ist aber kein Organdiebstahl und auch keine illegale Organentnahme, weil kein Organ zu diesem Zeitpunkt noch als Organ funktioniert.
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Allerdings kommt Ähnliches (soweit ich entsprechende Meldungen richtig einordne) auch in Europa vor. Ohne dass ich jetzt kurzfristig eine konkrete Quelle angeben kann: Im Verlauf des Jahres 2009 sind Meldungen durch die Presse gegangen, in denen von einer regelrechten Verwertung von Leichenteilen die Rede war. Es wurden auch Zahlen genannt, wie viel Euro ein toter Körper denn wert sein könnte. In den Meldungen ging es mit Sicherheit nicht um Israel und nicht um Gerichtsmedizin, sondern um die Toten aus Krankenhäusern in Europa. Das ist jetzt kein schönes Thema für den Neujahrstag, aber man muss sich dessen bewusst sein, wenn man vielleicht mal eine Patientenverfügung schreibt.
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Zu den Dementis von damals: Israel hat berechtigterweise die Vorwürfe aus der schwedischen Zeitung dementiert. Es geht auch nach dem neuen Informationsstand nicht um lebende Organe für Transplantationen und es geht nicht um gezieltes Töten zum Zweck des Organraubs. Es waren Juden und Palästinenser betroffen. Was von den Vorwürfen übrigbleibt, ist wahrscheinlich verjährt. Es war ein ekelhaftes und widerwärtiges Verhalten, aber man kann dafür wohl niemanden mehr belangen.
Ich weiß nicht, was das jetzt genau ist, Stefan, Naivität, Nicht-Wahr-Haben-Wollen?
Es wurden Organe von toten Menschen entnommen, ohne dass die oder ein rechtlicher Vertreter dem zugestimmt hätten. Wenn ich deiner Wohnung eine defekte Stereo-Anlage entwende, dann ist das deiner Ansicht nach also auch kein Diebstahl, weil diese Anlage ja zum Zeitpunkt des Entwendens als solche nicht mehr funktionierte?
Bitte nimm deine rosa-rote-Brille in Bezug auf Israel ab, Stefan – und das ist ganz und gar nicht polemisch gemeint, sondern ganz im Sinne eines rationalen, faktenorientierten, nüchternen Diskurses.
Übrigens: Was muss eigentlich passieren, außer, dass das betreffende Interview mit Hiss und seinen Kollegen im israelischen Fernsehen ausgestrahlt wird, israelische Zeitungen darüber berichten, dass du dich zu der Annahme hinreißen lassen könntest, dies alles entspreche tatsächlich der Wahrheit? Bist du bei Berichten über Kassam-Raketen-Attacken der Hamas ähnlich kritisch?
Was hältst du übrigens davon, solch einen Mann bei der Vorwurfslage über Jahre nur zu versetzen, statt ihm den Prozess zu machen?
Natürlich kommt das auch in Europa vor, ganz groß organisiert auch in China. Aber Israel ist laut Einschätzungen von Experten (u.a. von besagter Anthropologin Scheper-Hughes) die Nr. 1 im weltweiten Organhandel – und die Welt schweigt darüber!
Von daher wurde es für den Boström-Artikel allerhöchste Zeit, aber wie wir sehen, nützt auch das nicht viel. Westliche Medien haben den Fall abermals ad acta gelegt. Ich finde, das ist ein Skandal. Als der Organhandel-Skandal in China vor 2 jahren publik wurde, haben sogar Stern und Spiegel seitenweise darüber berichtet und sogar bis in 2009 herein wurde das Thema immer wieder verfolgt und aufgegriffen. Warum verfährt man im Falle der Vorwürfe gegen Israel so anders?
Nicht einmal nach den neuesten Entwicklungen um Weihnachten herum, die ja nun eindeutig klarstellen, dass es diese Fälle von Organdiebstahl in Israel über Jahrzehnte gegeben hat, und zwar auch an Palästinensern, berichtet die deutsche Mainstream-Presse darüber. Bei der deutschen Google-News-Suche findet sich lediglich ein einziger Eintrag zum Thema – von einem online-newsticker! Auch bei vergleichbaren Sucheingaben mit den Worten “Organhandel” bzw. “Organe” in Zusammenhang mit “Israel” gibt es keine Einträge großer deutscher Tageszeitungen, sondern lediglich einige wenige von privaten Blogs.
Und Israel hat eben NICHT “berechtigterweise” die Vorwürfe aus der schwedischen Zeitung dementiert. Die Vorwürfe lauteten darauf, getötete Palästinenser nach Israel verschleppt, ihnen dort ohnbe Einverständnis Organe entnommen und sie anschließend in Nacht-und-Nebel-Aktionen in OP-Textilien nach Palästina zurückgebracht und ihre sofortige Beerdigung veranlasst zu haben. Vorwurf war auch, dass man die Angehörigen über diese Vorgänge im Dunklen gelassen habe – bei der aktuellen Faktenlage gehe ich davon aus, dass auch das stimmt.
Jehuda Hiss hat zugegeben, dass seine “Spender” von Militärs in sein Institut gebracht wurden und dass er keine Einverständnisse von Angehörigen vorliegen hatte. Es wurde auch bestätigt, dass diese Vorgänge der Regierung bekannt waren. Es wurde des Weiteren konstatiert, dass die entnommenen Körperteile nicht ausschließlich für Forschungen verwendet wurden, sondern (z.B. Netzhäute, Haut oder Herzklappen) auch für Transplantationen gebraucht wurden (hier ist keine Lebendspende notwendig).
Wo siehst du bitte diese Vorwürfe bislang entkräftigt, dass du zu der Annahme kommst, Israel hätte sie seinerzeit zu recht dementiert?
Mich würde des Weiteren mal interessieren, wie du vor der heutigen Faktenlage dein damaliges Verhalten u.a. mir, aber auch Donald Boström gegenüber einschätzen würdest.
Wenn ich mich recht erinnere, hattest du seinerzeit behauptet, sämtliche Vorwürfe wären frei erfunden und aus bösartigen antisemitischen Motiven heraus in die Welt gesetzt worden. Auch mich hast du u.a. in die antisemitische Ecke gestellt.
Meinst du im Nachhinein nicht auch, dass es klüger gewesen wäre, eine neutralere, abwartendere Haltung einzunehmen, wie ich sie seinerzeit anmahnte (u.a. auch in Lilas Blog, und dort damit auf Spott und Beleidigungen stieß)?
Also noch mal von vorn: Die illegale Verwendung von Toten für Forschungszwecke ist kriminell, unethisch und moralisch zu verurteilen. Gleiches gilt selbstverständlich für die wirtschaftliche Verwendung in der Pharma-Industrie oder in medizinischen Einrichtungen. Gewebe von toten Menschen wird z.B. für Implantate, Prothesen und zu anderen Zwecken verwendet. Den Begriff »Organe« verwende ich hier bewusst nicht (siehe unten).
Wenn die Angaben so stimmen, hat Personal des Instituts bei vollem Bewusstsein Verbrechen begangen. Die Einschränkung »wenn die Angaben so stimmen« wirst Du von mir immer lesen, solange ein Verfahren nicht abgeschlossen ist, auch bei mutmaßlichen Mördern! Das ist übrigens genau die neutrale Haltung, die Du einforderst.
Vieles spricht jedenfalls dafür, dass dort Verbrechen begangen wurden. Meine Bewertung solcher Taten als kriminell, unethisch und unmoralisch gilt überall auf der Welt. Bei der Bewertung solcher illegalen Eingriffe mache ich keinen Unterschied zwischen Israel und irgend einem anderen Staat. Ich bin (im Idealfall) für ein international einheitliches Recht und für eine möglichst einheitliche Bestrafung.
Für jedes Verbrechen gibt es im Rechtsstaat ein Strafmaß. Für einige Verbrechen gibt es im Rechtsstaat Verjährungsfristen. Mir fällt es bei Verbrechen, die so sehr in die Menschenwürde eingreifen, sehr schwer, die Verjährung zu akzeptieren. Hier in Deutschland, in Israel — überall auf der Welt.
Wir alle haben Familie, Verwandte, Freunde und wir alle wollen uns nicht vorstellen, dass Verbrechen an ihnen verübt werden. Trotzdem gibt es in unserem Rechtsstaat für jedes Verbrechen ein zu akzeptierendes Strafmaß und für einige Verbrechen auch zu akzeptierende Verjährungsfristen. Bitte gestehe mir zu, dass mir das persönlich nahe geht, aber bitte akzeptiere auch, dass es mir überall in gleicher Weise nahe geht.
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Was damals durch die Presse ging, deutete auf Kapitalverbrechen hin, die in keinem Rechtsstaat der Welt verjähren dürfen: gezieltes Morden zum Zweck des Ausschlachtens von Palästinensern für den Organhandel (für Transplantationen). Solche Kapitalverbrechen stehen auch nach den aktuellen Enthüllungen nicht zur Diskussion. Insofern habe ich nichts zurückzunehmen. Ich nehme eine neutrale und abwartende Haltung ein, bis ich bessere Informationen habe.
Danke für die Klarstellung.
Allerdings muss ich doch Widerspruch anmelden. Es ging eben nicht nur um Gewebe, sondern auch um Organe. So ist gerade die Haut das größte Organ des Menschen mit eigenständiger und wichtiger Funktion. Auch eine Herzklappe ist ein Teil eines Organes.
Wer solche Körperteile entwendet, ohne zuvor eine Erlaubnis eingeholt zu haben, der stiehlt sie. Und somit ist die Verwendung des Begriffes “Organdiebstahl” natürlich gerechtfertigt – ob einem das nun persönlich gefällt oder nicht, ist dafür unerheblich.
Auch muss ich deiner Darstellung des Grundtenors des Boström-Artikels widersprechen.
Die Grundaussage des Artikels lautete:
“Palestinians accuse the Israel Defense Forces of taking organs from their victims.”
Und genau das ist ja nachweislich auch geschehen. Man konnte aufgrund der sensationellen Aufmachung und wenn man das wollte natürlich leicht mehr hineininterpretieren und den Artikel bewusst falsch verstehen. Hier hätte in wenig mehr journalistische Sorgfalt sicherlich vorbeugen können.
Eine Behauptung, dass das israelische Militär Palästinenser gezielt wegen ihrer Organe tötete, hat es aber de facto in diesem Artikel nie gegeben. Im Gegenteil, am Beispiel Bilal Ghanems wurde deutlich gesagt, dass das Militär ihn seit Jahren wegen Steinewerfens im Auge hatte, und ihn tötete, als sie seiner habhaft wurden, nicht wegen seiner Organe.Ich hab ihn oben nochmal verlinkt gehabt, du kannst ihn also noch mal durchlesen.
Ich hätte mir damals, als der Artikel erschien, gewünscht, dass vielen Leuten das Schicksal dieses Jungen “nahe geht”. Den Eindruck hatte ich bei dir damals aber leider nicht. Stattdessen schien die Anschuldiung gegen Israel alles andere in den Schatten zu stellen – selbst das Leid dieses Jungen, vieler seiner Altersgenossen und derer Familien.
Und weil ich gerade noch lese, was mir vorhin entgangen ist, und was ich gelinde gesagt unter aller Würde finde:
Das ist alles, was dir dazu in Konsequenz einfällt? Es war ein “… Verhalten”, für das man heute aber “niemanden mehr belangen” kann?
Es war kein Verhalten, sondern ein VERBRECHEN, und ich glaube kaum, dass nach israelischem Recht Verbrechen nach gerademal 9 Jahren verjährt sind. Zumal hier zu überprüfen bleibt, ob die Praktiken tatsächlich einfach so ab dem Jahr 2001 eingstellt wurden – der Bedarf an Organen ist ja nach wie vor in Israel aufgrund der kulturellen besonderen Spezifika in besonderem Maße gegeben. Und wenn ich mir die Fälle von illegalem Organhandel anschaue, die in den letzten Jahren im Zusammenhang mit Israel publik wurden, würde ich dahingehend so meine Zweifel haben wollen.
Des Weiteren betrafen die Organdiebstähle auch ausländische Bürger, auch potenzielle ukrainische, algerische und syrische Opfer haben sich bereits zu Wort gemeldet, diese Fälle wären noch zu überprüfen.
Hier würde also sogar unter Umständen internationales Recht greifen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die israelische Regierung von dem Diebstahl und dem Handel mit Organen wusste und diesen nicht unterbunden, sondern gefördet hat, bzw. eventuell sogar immer noch fördert.
Deshalb: Hier muss rigoros Aufklärungs- und Untersuchungsarbeit betrieben werden.
Auf vieles bin ich oben eingegangen. Die Einstufung »Verbrechen« fehlte in meinem ersten Kommentar wirklich.
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Den offiziellen (legalen) Handel mit lebenden Organen für Transplantationen bzw. mit menschlichen Körperteilen für die Verwendung in der Medizin kann ich persönlich nicht bewerten. Ich möchte über das gesamte Thema »legaler Handel« erst mal in Ruhe nachdenken.
Sollte von der illegalen Seite etwas in den legalen Handel gelangt sein, wären die Straftaten noch einmal anders zu bewerten. Dafür warte ich aber auf verlässliche Informationen. Aufklärungs- und Untersuchungsarbeit ist zweifellos notwendig.
Du meinst tatsächlich, es gäbe einen legalen Handel mit Organen?
Das wage ich zu bestreiten, zumindest nicht in Ländern mit ausgeprägtem ethisch-moralischem Verständnis.
Was du meinst, ist wahrscheinlich die legale Verwendung von gespendeten Organen für Transplantationen. Das ist doch aber kein Handel, sondern eine Spende. Der Spender bekommt doch nichts im Austausch für seine Spende.
Im Falle des Organhandel-Skandals etwa um Rabbi Rosenbaum, der kürzlich aufgedeckt wurde, ging es hingegen nicht um Spenden, sondern um tatsächlichen Handel, bei dem sich ein paar wenige Broker-Agenturen eine goldene Nase mit dem Elend vieler Menschen verdienten und die Opfer oft nur einen verschwindend geringen Betrag für die Aufgabe eines ihrer Organe bekamen, wenn überhaupt.
In Israel gibt es kaum Organspenden, aufgrund des jüdischen Glaubens. Genau deshalb ist Israel eines der ganz wenigen Länder, die auch nur ansatzweise westlichen Maßstäben gerecht werden, die den Handel mit Organen erlauben – und wird dafür international schon seit jahren scharf kritisiert.
[...] dann irgendwo im Sande verlaufen werden – ähnlich wie die Untersuchungen zum israelischen Organhandelskandal oder jene zum Massaker in Jenin aus dem Jahre 2002, die daran scheiterte, dass Israel die [...]