Stolz und Jubel begleitete die Protagonisten des Bündnisses “Dresden Nazifrei!” am Abend des 13. Februar auf ihrem Weg nach Hause, oder besser in die Kneipen der Neustadt, wo der große Sieg des sich dem Ende neigenden Tages noch zünftig begossen wurde: Man hatte die neofaschistische Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) erfolgreich daran gehindert, ihre offiziell genehmigte Marschroute durch die Neustadt abzumarschieren.
Schön, mag man sich gedacht haben, klasse Dämpfer für die braune Brut, dumme Gesichter werden die gemacht haben, vor Wut gekocht haben werden sie.
Was viele der antifaschistischen Demonstranten wahrscheinlich nicht bedacht haben: Wut sucht sich in aller Regel ein Ventil. Die Folgen dieser aufgestauten Wut bekamen gestern Abend das SPD-Büro sowie das Büro der Aktion Zivilcourage in Pirna zu spüren. Hunderte aufgebrachter Neonazis, die zuvor in Dresden erfolgreich an der Durchführung ihrers sogenannten “Trauermarsches” gehindert worden waren, reagierten ihren Frust gegen 18:30 Uhr auf der Langen Straße ab, schlugen Scheiben ein. Ein Mann, der sich zum Zeitpunkt im SPD-Büro aufhielt, kam nur mit Glück unversehrt davon und rief die Polizei.
Der provokanten und teils wieder gewalttätigen Aktion linker Gruppen in Dresden folgte die gewalttätige Reaktion der Rechten in Pirna. Groß wäre die Betroffenheit gewesen, hätte es statt eines SPD-Büros vielleicht einen unschuldigen S-Bahn-Fahrgast aus Somalia getroffen.
Auch in Gera randalierten Hunderte frustrierter Nazis, verletzten Polizeibeamte und beschädigten ein Museum. Die Bilanz des Tages: 29 festgenommene linksextreme Randalierer in Dresden, 180 festgenommene randalierende Neonazis.
Rechtsextremismus offensiv-aggressiv zu begegnen, löst in den meisten Fällen nur neuerliche Aggression aus, die allzu oft Unschuldige trifft. In einem hochgeputschten Klima der Aggression gehen gesunder Menschenverstand, Umsicht und Selbstreflexion zudem als Erstes über Bord. Vielmehr sollte dem rechten Übel subtil, aber nachhaltig an der Wurzel der Garaus gemacht werden. Das ist vielleicht ein langwieriger Prozess, und kurzfristig sind vielleicht auch keine schnellen Erfolgserlebnisse zu erlangen. Doch langfristig wird eine intensive Bildungs- und Erziehungspolitik den Extremisten den Nachwuchs abspenstig machen – und das Beste: Vermutlich wird man sogar einige derjenigen schwarzen Schafe zurückgewinnen können, die durch den offensiven, von Feindbildern gelenkten Konfrontationskurs vieler linker Gruppen nur noch tiefer in ihrer rechten Identität verwurzelt werden.
So betrachtet, erhalten die Früchte des in Dresden errungenen Sieges einen etwas faden Beigeschmack.





Die Gegendemonstranten sind also schuld daran, dass die Nazis in Pirna und Gera randaliert haben? Sind überhaupt schuld daran, dass die Nazis Nazis bleiben? Hätten sie die Nazis nur marschieren und triumphieren lassen, dann wären die gleich viel entspannter und einsichtiger gewesen? Wären die Antifaschisten überhaupt nicht gar so “konfrontativ”, dann würden sich die insgeheim netten Nazis denken: Mensch, diese Nicht-Nazis, das sind ja doch gar nicht so schlechte Leute! Mensch, ich glaube, ich werde meine rechte Identität aufgeben!
Du machst vielleicht Spaß!
Lieber Michael Bittner,
schuld an Randalen, ist der, der randaliert. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass die Blockierer schuld an Randalen sind, die von Nazis verübt wurden. Aber ich habe in den letzten Tagen öfter die Erfahrung gemacht, dass einem diese Worte bei Kritik an der Blockade gerne in den Mund gelegt werden, so auch von Ihnen.
Ich habe vielmehr darauf hingewiesen, dass das erhöhte Frustpotenzial aufgrund der rechtswidrig unterbundenen Demo und der damit einhergehenden Demütigung u.a. auslösend für die Randale gewesen sein könnte.
Es ist überhaupt ernüchternd, wie unsachlich in bestimmten Kreisen mit Kritik am eigenen Vorgehen umgegangen wird, wie aggressiv die Replik ausfällt. Sie reihen sich da leider nahtlos ein. Es interessiert Sie überhaupt nicht, warum ich woran genau Kritik übe, was ich genau sagen will mit meinem Artikel. Sie werten und verurteilen lieber.
Danke für Ihre Klarstellung! Dann korrigiere ich meine Unsachlichkeit: Sie haben nicht behauptet, dass die Gegendemonstranten schuld an der Nazi-Randale waren, sondern nur dass die Blockade (eine) Ursache für die anschließende Nazi-Randale war. Jetzt richtig?
Aber es muss doch wohl erlaubt sein, Ihre Auffassung, dass man den Nazis nicht “offensiv-aggressiv”, sondern “subtil” begegnen sollte, naiv zu finden? (Dieser Hitler, hätte man den nur nicht so offensiv-aggressiv bekämpft, sondern subtiler, er hätte vielleicht sein schwarzes Schafsfell des Extremismus abgeworfen und wäre ein guter Büger geworden!)
Wenn Sie es übrigens schon als Beleidigung empfinden, dass jemand sich erlaubt, ihre Texte (ggf. polemisch) zu “werten”, dann sollten Sie die Kommentare schließen.
Nichts für ungut und mit besten Grüßen.
Sie dürfen hier jederzeit Ihre Ansichten äußern, Sie dürfen Kritik üben. Wäre das hier nicht erlaubt, würden Sie ihre Postings hier nicht veröffentlicht finden.
Und vielleicht sollten Sie besser erstmal mit den Menschen reden, deren Artikel sie so vorschnell und vor allem verurteilend “werten”, indem Sie ihnen Worte und Aussagen in den Mund legen?
Nein? Dann werden Sie auch mit entsprechender Kritik rechnen müssen – und das mit Sicherheit nicht nur in meinem Blog. Eine gute Lektion fürs Leben.
Ich glaube nicht, dass ich Ihnen etwas in den Mund gelegt habe. Aber das kann ja jeder Leser für sich entscheiden.
Seltsam, ich dachte, Sie hätten sich in Ihrem 2. Post dahingehend sogar noch “korrigiert”?
So sah Ihr erster Post hier aus – eine einzige Unterstellung an meine Adresse. Und so wurde mir bislang durchweg vonseiten der Blockade-Freunde begegnet, die Kritik an Methoden schlicht und ergreifend persönlich nehmen und sich auf den Schlips getreten fühlen. So sieht für mich nicht Bereitschaft zum konstruktiven Diskurs aus.
Hei Jane,
In welchen Dimensionen denkst Du dabei, das Extremisten zu Demokraten werden.Denn Bildungs- und Erziehungspolitik ist immer noch eine Frage des Geldes.Und nicht alle Nazis sind blöd, so auch nicht alle linken klug sind. Ist unsere zeit nicht schnelllebig, um Jahre auf veränderung zu warten.
Jürgen: Ich glaube, darauf, dass man nicht in absoluten Dimensionen sprechen sollte ala “alle Nazis sind,…, alle Linken sind…” können wir uns langsam festlegen.
Ich bin der Ansicht, dass viele gerade junge Nazis in diesem Sumpf landen, weil sie sich von der Gesellschaft und oft auch von ihrem Umfeld nicht respektiert und anerkannt fühlen bzw. dies ihr einziges Umfeld ist, das sie kennen, in das sie hineingeschubst wurden, dass da oft Unmengen an Frustration hintersteckt. Wenn wir beginnen würden, jungen Menschen – gerade denen aus den unteren Schichten – das Gefühl zu geben, dass auch sie etwas im Rahmen ihrer und der Möglichkeiten des Arbeitsmarktes leisten, wenn sie im Niedriglohnsektor arbeiten (Guidos verbale Säurefässer in meinem Ohr), wenn Kinder verschiedenster Nationalitäten von Beginn an mit gleichen Chancen aufwachsen, wenn wir aufhören würden, unsere Geschichte nach wie vor teilweise zu tabuisieren bzw. sie gerade Kindern schon lebendig vermitteln würden, wenn wir unsere Bürgerschaft nicht permanent entzweien und damit gegeneinander aufbringen würden – dann, ja dann könnte ich mir vorstellen, könnte neben dem weit verbreiteten Feindbild “Neonazi” auch eine andere Wahrnehmung Fuß fassen: nämlich in Gestalt eines nicht-Aufgeben-Wollens dieser Leute. Wenn man stärker versuchen würde, um diese verlorenen Geglaubten zu kämpfen, sie zu reintegrieren und ihnen eine Chance zu geben, würden viele gar keinen Grund mehr haben, sich noch länger im rechten Abseits zu tummeln. Hier habe ich wie gesagt die Mitläufer im Auge, die aus Gruppendynamik und dem Wunsch nach Anerkennung und Identität heraus da mitmischen.
Den von dir gefordertem “gesunden Menschenverstand” vermisse ich bei wesentlich wichtigeren Problemen wie dem Krieg in Afghanistan oder den Agrarsubventionen und Zollschranken, die für den Untergang ganzer Volkswirtschaften in Afrika gesorgt haben. Von Waffenlieferungen in nahezu jeden Kriegsschauplatz der Welt einmal abgesehen. Denn dabei, liebe Jane, sterben Menschen und zwar täglich. Aber darum soll es an dieser Stelle ja nicht gehen.
“Die Bilanz des Tages: 29 festgenommene linksextreme Randalierer in Dresden…” Worauf bezieht sich bitte diese Behauptung?!? Selbst die Polizei (http://www.polizei.sachsen.de/pd_dresden/5404.htm) spricht an diesem Tag von 21 in Gewahrsam genommenen Personen aus dem Lager der Kundgebungsgegner. Da steht auch nichts von Randalierern oder so genannten Linksextremen, denn das liebe Jane bewerten Juristinnen und Juristen und zum Glück nicht solche Leute wie Du.
Die Schlüsse aus deinen Versuchen, rechtes und linkes Denken aber auch Verhalten miteinander zu verbinden sind nicht nur falsch, sondern negieren eines der Grundprobleme von Sachsen. Die fehlende Bereitschaft, sich mit weit verbreiteten rassistischen Vorurteilen (http://npd-blog.info/2009/09/29/die-normalisierung-der-npd-schreitet-voran/) in der sächsischen Bevölkerung auseinanderzusetzen, zeigen die ständigen Versuche, von einer Gefahr von Links zu sprechen. Was ist denn Deiner Meinung nach linksextremes Denken und wodurch zeichnet es sich im Bezug auf das akute Problem des Rechtsextremismus in Sachsen aus? Du willst mir doch nicht erklären, dass angezündete Mülltonnen einiger weniger Menschen am vergangenen Wochenende ein Problem der Identitätssuche oder gar der Gesamtgesellschaft sind?
Dazu, dass bei den genannten Themen gesunder Menschenverstand vermissen gelassen wird – dito, absolument.
Ob man diese Probleme nun aber als wichtiger einstufen sollte, als den Zustand einer Gesellschaft von innen heraus, der ja letzten Endes nicht unwesentlich politisches Denken und Handeln bestimmt, da habe ich so meine Zweifel, aber das nur am Rande.
Zum Thema rechter und linker Extremismus Folgendes:
Du solltest unterscheiden lernen zwischen einem ganz sachlich-nüchternen, an Radikalismus-Theorien anknüpfenden Betrachten des Phänomens Extremismus: Worauf baut er auf? Was sind wesentliche Denk- und Handlungsmuster? Welcher Methoden wird sich bedient zur Durchsetzung von Interessen? – und einer Detailbetrachtung verschiedener Extremismus-Phänomene, wo es ja direkt darauf ankommt, Gemeinsamkeiten und vor allem Unterschiede zu benennen.
Ich habe niemals behauptet, dass linker und rechter Extremismus sich deckungsgleich zueinander verhalten. Ich komme lediglich zu dem Schluss, dass beide Strömungen verbreitet auf dogmatische Ideologien setzen (die in sich natürlich völlig unterschiedlich sind), dass ihre Ziele – wie unterschiedlich sie auch sein mögen – utopische Idealtypen verkörpern, dass ihre Rhetorik von Übertreibung, Dogmatismus und Freund-Feind-Logik geprägt ist, dass ihre Methoden unmittelbar dem politischen Ziel unterworfen sind, Gewalt als Mittel der Durchsetzung von Interessen anerkannt wird und vor allem: dass Werte wie Rechtstaatlichkeit und Demokratie diffuse Gebilde sind, die jeweils nur dann anerkannt werden, wenn es der eigenen Sache dient.
Sowohl beim Rechts- als auch beim Linsextremismus könntest du in dieser Kernelemente-Betrachtung hinter jedes untersuchte Element ein Häkchen machen – WIE stark bzw. in welcher Form die einzelnen Elemente dann auch ausgeprägt sind, das ist wieder eine ganz andere Frage.
Wesentliches Erkennungsmerkmal extremistischer Rhetorik ist im Übrigen die inflationäre Verwendung von Begriffen wie “wahr” oder “falsch” innerhalb der eigenen Argumentation. Eine wirklich gewinnbringende Diskussion wird somit fast vollständig verhindert. Schade eigentlich, ich bin mir sicher, würde wir beide frei von jedweden ideologischen Verkrustungen diskutieren, würden wir feststellen, dass wir in vielen Dingen sehr ähnlich denken.
Für mich ist eine politische Diskussion kein Wettstreit, bei dem man unbedingt die Oberhand behalten oder sein Gegenüber sogar möglichst vernichtend schlagen sollte. Ich nehme aus jeder Diskussion – sogar aus denen mit Extremisten – möglichst einen erkenntnistheoretischen Gewinn mit.
“…dass ihre Rhetorik von Übertreibung, Dogmatismus und Freund-Feind-Logik geprägt ist, dass ihre Methoden unmittelbar dem politischen Ziel unterworfen sind, Gewalt als Mittel der Durchsetzung von Interessen anerkannt wird und vor allem: dass Werte wie Rechtstaatlichkeit und Demokratie diffuse Gebilde sind, die jeweils nur dann anerkannt werden, wenn es der eigenen Sache dient.”
Klingt ja fast, als ob Du Schäuble, von der Leyen und Schily beschreibst, wenn sie mal wieder Grundrechte einschränken wollen.
SCNR
Ich veröffentliche diesen Post, weil ich jedem zugestehe, hier seine Ansichten zu äußern, solange sie nicht persönlich beleidigend oder sonst irgendwie rechtlich fragwürdig sind – seien sie auch noch so simpel gestrickt und polemisch.
Eingehen werde ich darauf allerdings nicht.
Was ist an meinem Posting so schlimm? Einerseits war es ironisch gemeint, andererseits: Werte wie Rechtsstaatlichkeit und Demokratie scheinen bei den genannten Politikern nun mal wie diffuse Gebilde, erst das Verfassungsgericht stoppte zum Beispiel verschiedene Gesetzesänderungen von Schäuble, selbst die Partei von Frau von der Leyen möchte sich möglichst nicht mehr an eine Umsetzung ihres “Stopp-Schild-Gesetzes” gebunden sehen (gegen das es übrigens mehrere zig- oder gar hunderttausend Unterschriften unter eine Online-Petition und jede Menge Einwände von Experten VOR seiner Verabschiedung gab). Wie Demokratie und Festhalten an den Grundfesten des Rechtsstaates klingt das jedenfalls alles nicht: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesabhoerzentrale-soll-US-Geheimdienst-NSA-nachgebildet-werden-208319.html
Ist ein Beispiel aus der Vergangenheit, die momentane Bundesregierung muss ja erstmal ihr “Anderssein” unter Beweis stellen.
Tja, das kam dann nicht so wirklich rüber mit der Ironie. Und Ironie auf sich allein gestellt ist ja auch nicht sonderlich sachlich.
Außerdem sehe ich den Zusammenhang zwischen jemandem, der ausdrücklich auf den Grundrechten beharrt (wie ich), und Leuten, die diese schrittweise aufweichen wollen, nicht so ganz. Du etwa? Wie kommst du also auf so einen Vergleich – Ironie hin oder her?
Ich will zum Beispiel darauf hinaus, dass politisch-offizielle Vertreter einer Partei (CDU, ich lasse den Schily jetzt mal außen vor, ist ja schon ne Weile her bei ihm), sich darüber erregen, dass der Rechtsstaat mit Füßen getreten wurde, weil ein Trauermarsch der JLO von (größtenteils) friedlichen Blockierern ausgebremst wurde – selber aber immer wieder erst durch das Verfassungsgericht beim Aushöhlen eben dieses Rechtsstaates gestoppt werden können. Trotz demokratischer Einsprüche (Online-Petition, Expertenaussagen) werden (bisher vom VerfGericht ungeprüfte) Gesetze kraft der eigenen Mehrheit im Bundestag durchgesetzt, um 4 Monate später am liebsten das eigene unrechtsstaatliche Handeln auf Grund eines neuen Koalitionsvertrages wieder ungeschehen machen zu wollen. Aber nicht zu können, weil Gesetz von BuPrä Köhler unterschrieben und damit gültig wurde.
Genau dieses Verhalten unserer Offiziellen führt meiner Meinung nach einerseits zu Politikverdrossenheit und andererseits u.a. zu dem latenten Gefühl, unsere Gesellschaft kann Neofaschismus nicht auf rechtsstaatlichem Weg bekämpfen (siehe auch Kürzungen in der Jugendarbeit vs Diätenerhöhung).
“Was ist denn Deiner Meinung nach linksextremes Denken und wodurch zeichnet es sich im Bezug auf das akute Problem des Rechtsextremismus in Sachsen aus?” Du hast meine Frage nicht beantwortet.
Dogmatische Rhetorik als verbindendes Element zwischen Links und Rechts ist als Begründung schon etwas dünn oder?
Zählt denn die Forderung nach elementaren Grundrechten, gleichen Bildungschancen und demokratischer Mitbestimmung für ALLE Menschen unserer Gesellschaft zum dogmatischen Linksextremismus? Und wenn nein, wo finde ich mich als Individuum dann Deiner Meinung nach politisch wieder?
Der bis auf wenige Ausnahmen auch in der Wissenschaft abgelehnte Extremismusbegriff vermittelt den Anschein einer Mitte, die ich so aber inzwischen leider nicht mehr wahrnehme. Das mediale Bild der Mitte unserer Gesellschaft wird inzwischen bestimmt von Sozialdarwinismus, Verwertungslogik und Abbau von Grundrechten und wenn das der Fall ist, dann hat zivilgesellschaftliches Engagement für mich eine klar linksradikale Position.
Ich glaube auch nicht, dass ich in irgendeiner Weise dazu verpflichtet bin, schon gar nicht, nachdem du hier ausnahmslos durch Ignoranz gegenüber meinen Fragen, Argumenten und Aussagen glänzt.
Ich könnte mich auf einen Diskurs zu linksextremem Denken natürlich einlassen, allerdings sehe ich den Sinn nicht, das mit jemandem zu tun, der derart auf Krawall und Konfrontation gebürstet ist.
Dogmatische Rhetorik ist übrigens nicht verbindendes Element zwischen Rechts und Links, sondern gemeinsames Merkmal extremistischer Gesinnungen. Ich empfehle dir Literatur zum Faschismus (Nationalsozialismus, Stalinismus) oder auch über die APO bzw. die RAF. Aber auch neure Literatur etwa über fundamentalistischen Islam oder Christentum dürfte dazu interessant sein.
Die Forderung nach Bildungschancen und allem was du oben genannt hast, hat nichts mit Linksextremismus zu tun – und bitte höre endlich auf, das immer in einem unterstellenden Frageton zu postulieren, als hätte ich es so behauptet. Das ist Regel Nr. 1 eines sachlichen Diskurses: Denke nicht immer nur das Schlechteste von deinem Gegenüber und lege ihm keine Aussagen in den Mund, die er nie getätigt hat.
Der Übergang von der politischen Linken zum Linksextremisten liegt dort, wo grundlegende Eckpfeiler eines demokratischen Systems nicht mehr akzeptiert werden, wo utopische Forderungen gestellt werden, wie etwa eine “nazi-freie Gesellschaft”, die niemals mittels rechtstaatlicher Methoden realisiert werden könnten, sondern direkt deren Einschränkung bzw. Außerkraftsetzung erforderten. Linker Extremismus singt Lobeshymnen auf Leute wie Stalin, negiert bzw. relativiert dessen Verbrechen und zeichnet sich durch ein sehr dogmatisches und ideologisches Rechtsempfinden aus, das vorrangig am Gelingen “der Sache” ausgerichtet ist, nicht etwa an tatsächlicher Gerechtigkeit. Linker Extremismus führte daher zu Erscheinungen wie Stalin, PolPot oder Mao, zu totalitären Regimen ohne Rechtsstaat.
Gut, wenn Du Stalinismus usw. in linke Politik einordnest, dann stimme ich Dir zu und dann haben wir wahrscheinlich aneinander vorbeigeredet. Positionen dieser Gruppen spielen aktuell im inner linken Diskurs im Prinzip keine Rolle, da kann ich Dich beruhigen.
“nachdem du hier ausnahmslos durch Ignoranz gegenüber meinen Fragen, Argumenten und Aussagen glänzt” Habe ich etwas übersehen?!?
Nein, du hast es wieder nicht verstanden, dabei stand es doch glasklar da:
Stalinismus ist nicht Bestandteil linker Politik, wie du oben schriebst, sondern Bestandteil totalitärer linksradikaler und somit extremistischer Gesinnungen. Linke Politik ist hingegen sehr wohl mit Demokratie und Rechtstaatlichkeit vereinbar – da existiert also ein signifikanter Unterschied. Ich als Verfechter linker politischer Inhalte wende mich daher natürlich auch nicht gegen linke Politik, sondern gegen den linken Extremismus, den ich für ähnlich demokratiefeindlich und menschenverachtend halte, wie den rechten – auch wenn durch ihn vielleicht im Alltag weniger Menschen ums Leben kommen.
Als politisch links verortete Bürgerin habe ich zurzeit in diesem Land allerdings noch ein gewaltiges Problem: nämlich, dass es kaum eine linke Gruppe oder Partei gibt, der ich mich uneingeschränkt zuneigen könnte. Warum? Weil es eben diese klare Trennung zwischen politisch linker Ausrichtung und zeitweiser Koketterie mit linksextremen Gesinnungen nicht gibt. Und das äußert sich beispielsweise in gemeinsamen Aktionen etwa der Linkspartei oder der Grünen mit extremistischen Gruppierungen wie dem Schwarzen Block, der Antifa, dogmatisch-pro-israelisch ausgerichteten Gruppen, den Stalinisten der MLPD oder Antideutschen. Ich fordere hingegen eine klare Abgrenzung von diesen extremistischen Gruppen und eine eigene Linie etwa der Linken beim Umgang mit Rechtsextremismus aber auch dem Extremismus auf der linken Seite.
“Linker Extremismus singt Lobeshymnen auf Leute wie Stalin, negiert bzw. relativiert dessen Verbrechen und zeichnet sich durch ein sehr dogmatisches und ideologisches Rechtsempfinden aus, das vorrangig am Gelingen “der Sache” ausgerichtet ist, nicht etwa an tatsächlicher Gerechtigkeit.” Menschen Utopien und Geschichtsbewußtsein abzusprechen ist das Eine, aber dass dann auf eine Stufe mit totalitär faschistischen Regimen zu stellen ist schlechter Stil und zeugt von wenig bis gar keinen Kenntnissen über linke Realpolitik.
Und ehrlich, da lohnen auch keine weiteren Diskussionen
Zum Glück haben Menschen wie Du nichts zu sagen und das Internet als Darstellungsplattform gefunden. Es ist traurig wie sehr Du Dich an Sachen orientierst, von denen Du scheinbar viel gelesen aber nie wirklich selbst zur Veränderung beigetragen hast. Unterhalte Dich doch einfach mal mit solchen Menschen und versuch Dich mit ihnen auseinanderzusetzen anstatt aus der Jungen Freiheit zu zitieren. Gesellschaft lebt von Veränderung, Dein Pauschalisieren und Kategorisieren ist näher am Diktaturmodell Stalins, als Du es selbst zugeben würdest.
Herzliche Grüße, ein Vertreter des schwarzen Blocks, der Antifa und Antideutschen. Ich mag es kaum aussprechen.
Welch ein Armutszeugnis. Da spricht die ganze Bildungsunlust, die ganze “ich-bin-stolz-auf-mein-Brett-vorm-Kopf-und-lass-mir-das-von-niemandem-nehmen”-Attitüde derjenigen, die meinen, den heiligen Grahl der ununmstößlichen Wahrheit gefunden zu haben.
Für dich legt jemand nur dann “Kenntnisse” und “guten Stil” an den Tag, wenn er dir nicht widerspricht bzw. es ja nicht wagt, dich auf deine fatalen Irrwege in Sachen Politik und Gesellschaft aufmerksam zu machen.
Und dann: Was hast DU denn bitteschön zu sagen? Wer bist du? Für meine Begriffe vor allem eines: ein ziemlich armes Würstchen, das aus dem Dunkel der Anonymität heraus meint, Leuten Stil und Kenntnisse absprechen zu müssen, ohne selbst irgendetwas an Kenntnissen oder Argumenten dargebracht zu haben.
Hab erstmal den Mumm, mit deinem Realnamen ein politisches, gesellschaftskritisches Blog zu betreiben und setze dich tagtäglich mit Schaumschlägern wie deiner Wenigkeit auseinander! Und vor allem: Fange doch erstmal ein Studium der Politik und Geschichte an, bevor du anderen, die dieses Bekenntnis zum Fach und zur Bildung bereits abgelegt haben, mangelhafte Kenntnisse auf diesem Gebiet attestierst.
Wieder ein Beleg von Pauschalisierungen aus Deiner Richtung. Ich habe erfolglos versucht, Antworten auf Fragen die mir beim Lesen deiner Worthülsen gekommen sind, zu bekommen. Das was Du hier schreibst strotzt nur so vor Glauben an die unumstößliche Wahrheit und klassischem Schwarz-Weiß (Rechts-Links) Denken. Und dann wirfst ausgerechnet Du mir eine “Brett-vorm-Kopf” Attitüde vor?
Nur weil ich Deinen Extremismusbegriff ablehne, weil er a) Rechtsextremismus als Problem verharmlost und damit b) Linke Realpolitik und außerparlamentarische Kultur- bzw. Bildungsarbeit auf eine Stufe mit nationalistischen Diskursen setzt. Du wirst jetzt wieder damit kontern, dass Du das nicht geschrieben hast, aber genau das ist, was der aktuell verwendete Extremismusbegriff vorgibt zu sein. (Lesenswert in dem Zusammenhang: http://inex.blogsport.de/offener-brief-gegen-jeden-extremismusbegriff/)
Danke. Dieser offene Brief ist das beste Beispiel für linksextremistische Worthülsen … Zum Problem der linksextrem motivierten Gewalt fällt den Autoren insgesamt nichts weiter ein als:
Ein Extremist nimmt einen politischen Standpunkt am äußersten Rand der Gesellschaft ein. Von dort aus mag das [mit irgendeinem völlig verschobenen Weltbild] in Ordnung erscheinen: Hassparolen gegen das eigene Land rufen, Autos anzünden, Geschäfte »entglasen« oder Steine und Brandsätze werfen.
Die demokratische Mehrheit (»Mitte«) dieser Gesellschaft wird diese Aktionen der Linksextremisten niemals gesellschaftlich akzeptieren, sondern immer als in jeder Hinsicht extremistisches Verhalten wahrnehmen. Und deshalb gibt es mit gutem Grund den Begriff des Linksextremismus.
Zu den linksextrem motivierten Hassparolen gegen Dresden und trauernde Dresdner habe ich bisher von gar keinem Linksextremisten eine ehrliche Antwort gefunden. Führt doch mal in Euren Kreisen eine Diskussion über dieses Thema. Der »offene Brief« würde mich dann sehr interessieren …
Wer von Kapitalismus nicht reden will, sollte auch zu Gewalt schweigen. haben die Leipziger mal formuliert und das ganz ohne Autos anzuünden. Und noch einmal, es gibt keine demokratische “Mitte” der Gesellschaft. Jede Kritik daran als linksextrem zu bezeichnen kann man durchaus machen, aber führt am Kern des Problems vorbei. In Sachsen werden Menschen umgebracht und Asylbewerberheime angezündet, hier werden Menschen höchst rechtstaatlich elementarster Grundrechte wie Bewegungsfreihei beraubt und Du vergleichst das mit einem Extremismus von Links? Hast Du Dir mal Zahlen zu so genannter linker Gewalt angeschaut? Ich habe mal nachgeschaut, 2008 kam es in Sachsen nach Angaben der Verfassungsschutzes zu gerade einmal 80 linken Gwalttaten, verglichen mit den Zahlen der Kriminalitätsstatistik sind das 0.4% der Gewalttaten im Alltag. Ein Witz also und darüber regst Du auf bzw. vergleicht das mit tagtäglichen Bedrohungssituationen denen Asylsuchende, Linke und Punks in weiten Teilen Sachsen ausgesetzt sind?!?
Eine ehrliche Antwort wozu? “Bomber Harris do it again!”? Ich mag die Polemik von Parolen nicht, aber im Kontext zu Dresden gefällt sie mir fast wieder, denn sie karikiert das ichbezogene Bild vieler (aber zum Glück nicht aller) Dresdnerinnen und Dresdner am 13. Februar. Schaut man sich die inhaltliche Auseinandersetzung in der Stadt mit dem Zweiten Weltkrieg an, so habe ich jedes Jahre den Eindruck, als ob der Massenmord am 13. und 14. Februar begonnen hat. Entkontextualisierung nennt man sowas in der Geschichtswissenschaft.
Herrjemineh… diese gestelzten Phrasen bringen hier niemanden weiter, das ist die schönste Schaumschlägerei…
Wer sagt, dass es die nicht gibt? Du? Wir hatten glaube ich festgestellt, dass wir nicht einmal wissen, wer du bist, deine Feststellungen ergo nicht wirklich relevant sind, solange sie sich nicht wenigstens ein Stück weit kommpromissbereit gegenüber der Wahrnehmung anderer zeigen.
Die demokratische Mitte der Gesellschaft umfasst all jene Bürger und Gruppen, die dieses Land, so wie es ist, grundsätzlich anerkennen, sein demokratisches, rechtstaatliches System grundsätzlich bejahen, wobei durchaus eine emanzipatorische Sichtweise zulässig ist – soll heißen, ich kann durchaus realistisch die Probleme und Fehler des Systems benennen und seine Weiterentwicklung anstreben. Extremisten beider Lager hingegen rütteln an seinen Grundfesten – nämlich dem Rechtsstaat und den Grundrechten.
Und noch mal: Die Problematik linken Extremismus wird nicht weniger evident, nur weil der rechte Extremismus sich noch gewalttätigerer Methoden bedient. Genauso wenig, wie die Zerstörung Dresdens weniger zum Kriegsverbrechen wird, nur weil der Nationalsozialismus bzw. seine Protagonisten (zu denen wahrlich die wenigsten Deutschen aktiv gehörten) noch viel schlimmere Verbrechen begingen. Ich kann durchaus zwei Phänomene von Extremismus und Gewalt nebeneinander betrachten und sie beurteilen, ohne sie zu vermischen.
Und genau deshalb haben die Dresdner ein Recht darauf, an diesem Tage um ihre toten Angehörigen zu trauern. Ich bin bei Weitem kein Freund des städtischen Gedenktourismus, wie ich hier in diesem Blog schon unzählige Male zum Ausdruck brachte. Ich beteilige mich weder an Gedenkreden, noch an Menschenketten, aber schon gar nicht stelle ich mich mit als Normalbürger mit Extremisten, Vermummten und Gewaltbereiten in einen rechtswidrigen Pulk aus Demonstranten, um eine staatlich genehmigte Demonstration zu verhindern, nur weil mir die Gesinnung der Leute nicht passt, die da marschieren. Weder hat das etwas mit Ignoranz gegenüber der Problematik Rechtsextremismus zu tun, noch geht irgendeine Gefahr von solch einem Marsch für Gesellschaft und Demokratie aus. Die Gefahr besteht vielmehr im weitgehenden Ignorieren der rechtsextremen Bewegung den gesamten Rest des Jahres über, vor allem vonseiten der Politik. Das ganze Jahr über wäre Zeit genug, auf rechtsstaatlichem, demokratischem, politischem Wege das rechte Übel zu bekämpfen – und ich sehe überhaupt nicht ein, dass das jedes Jahr mit aller Macht am 13.2. “erledigt” wird, sich dann schön gegenseitig zugeprostet und auf die Schulter geklopft wird und die Verhinderung einer rechten Demonstration als “Erfolg im Kampf gegen Rechts” gefeiert wird. Mir ist das entschieden zu WENIG, und vor allem läuft die angewandte Methodik meinem Demokratieverständnis zuwider.
Warum zu wenig? Weil es an der Problematik des realexistierenden Neonazismus nichts aber auch GAR NICHTS ändert, weil es dagegen überhaupt nichts unternimmt, sondern lediglich auf den persönlichen Triumph ausgelegt ist und nicht getragen von echten, gemeinschaftlich getätigten Überlegungen zum Zustand der Gesellschaft.
Diesen Absatz, Jane, kann ich nur unterstreichen (und nicht zufällig kam der Aufruf zum 13. Februar genau aus dieser grundgesetz-demokratischen Mitte):
Begreifen die Leute von der Antifa nicht, wie inhuman diese »Zerbombt Dresden!«-Rufe sind? Aus dem Mund anderer Extremisten würde es wohl jeder als Volksverhetzung bezeichnen, wenn sie nach Bomben auf kurdische Dörfer, türkische Städte oder Ausländerwohnheime riefen.
Öffentlich tragen diese Linksextremisten so gern den Anti-Rassismus vor sich her [obwohl das eigentlich eine völlig selbstverständliche Grundhaltung sein sollte], aber die einfachsten Zusammenhänge begreifen sie nicht …
“Die demokratische Mitte der Gesellschaft umfasst all jene Bürger und Gruppen, die dieses Land, so wie es ist, grundsätzlich anerkennen, sein demokratisches, rechtstaatliches System grundsätzlich bejahen, wobei durchaus eine emanzipatorische Sichtweise zulässig ist – soll heißen, ich kann durchaus realistisch die Probleme und Fehler des Systems benennen und seine Weiterentwicklung anstreben. Extremisten beider Lager hingegen rütteln an seinen Grundfesten – nämlich dem Rechtsstaat und den Grundrechten.” Na also, da haben wir doch mal eine Definition der so genannten “Mitte”. Die Definition dessen was Grundrechte und Rechtstaat ausmachen, ist je nach politischer Lage unterschiedlich. Wir erleben in den letzten zehn Jahren einen kontinuierlichen Abbau von Grundrechten durch mehrheitlich gewählte politische Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen, d.h. es passiert genau das, was ich Dir versuche begreiflich zu machen. In Zeiten von sozialdarwinistisch geführten Debatten über Hartz IV-Betrüger kannst Du Dir sicher sein, dass sich die Mitte mehr und mehr rechten Positionen annehmen wird und damit der Extremismusbegriff obsolet wird. Da werden das bloße Beharren auf demokratische Grundrechte und Gleichheit vor dem Gesetz zu extremistischen Forderungen.
Das schweift vom Thema ab. Es geht hier um den 13. Februar und um die Frage, was in diesem Zusammenhang die extremistischen Positionen sind. Und das wurde im Verlauf dieser Diskussion hoffentlich klar. Eine überwältigende Mehrheit fühlt sich durch den Aufruf zum 13. Februar vertreten. Die Hass-Parolen der Rechts- und Linksextremen sind aus Sicht dieser überwältigenden Mehrheit extremistische Positionen.
Ich kann dir in deinem letzten Post durchaus zustimmen, was die schrittweise Aufweichung des Rechtsstaates betrifft. Kann die Antwort darauf aber dann lauten: “Na dann kommt’s doch insgesamt eh nicht mehr drauf an”? Begegnet man als prinzipiell demokratie- und rechtsstaatsbejahender Bürger der Aufweichung des Rechtsstaates mit der Forderung nach noch mehr Aufweichung?
Sicherlich nicht, denn das wäre ja ein Widerspruch in sich.
Nein, mit Extremismus.
Das ist nicht mein Weg, denn die Demokratie ist ja gerade der Sieg der Vernunft über den Extremismus.
Wenn sie es denn wäre. Demokratie läuft doch schon zuwider, wenn kommunalen Entscheidungen zuwider Straßen ausgebaut (Königsbrücker Straße) und Kameras (Alaunstraße) montiert werden. Leider. Interessanterweise sind basisdemokratische Stadtteilmodelle in Venezuela da sogar weiter. So sehr ich den Staatssozialismus von Chavez ablehne, aber auf kommunaler Ebene schafft er Veränderungen wofür in Deutschland scheinbar kein Platz mehr ist.
Versuche es doch mal so zu sehen: Demokratie ist doch nichts festes, statisches, das steht, sobald es einmal installiert ist. Natürlich bedeutet Demokratie auch ein Miteinander Ringen der verschiedenen Interessen, Instanzen, Gruppen. Und es ist doch auch Bestandteil einer Demokratie, dass man gegen derartige unschöne Entscheidungen (wie ich im Falle diverser Straßenbaupläne oder Etatkürzungen durchaus finde) auf zivilisiertem Wege zu Felde ziehen kann – in Form von Protest, Klagen, Eingaben zum Beispiel. Das alles könnten wir nicht, gäbe es keinen Rechtsstaat, der uns das garantiert.