Eigentlich ist sie so alt wie das Medium Internet bzw. im Speziellen wie das Phänomen Social Networking: Die Angst vor dem Missbrauch von online sorglos preisgegebenen personenbezogenen Daten und Informationen durch windige Geschäftemacher sowie vor Mobbing und Stalking.
Das führt dazu, dass die dazugehörige, ebenso alte Debatte um Datenschutz und Internetsicherheit bisweilen ermüdet, die Leute ihr gegenüber abstumpfen, das Thema selbst somit mal mehr, mal weniger wieder in der Versenkung verschwindet und von Zeit zu Zeit wieder angefacht wird – z.B. durch die neuliche Initiative unserer Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU).
Anlass war hierfür konkret die von facebook geplante neue Datenschutzbestimmung, die wesentliche Verbraucherrechte aushebeln würde, indem sie Datentransfers zu anderen Plattformen ermöglichen würde, ohne dass der Nutzer davon wesentlich etwas mitbekommen würde oder dazu auch nur sein Einverständnis geben müsste.
Und doch sind solche Konflikte im grenzenlosen World Wide Web vorprogrammiert, treffen doch dort Menschen aus aller Herren Länder mit ebenso verschiedenen Rechtssystemen und Ethikbegriffen aufeinander, ein Auseinanderhalten ist quasi nicht möglich, wie auch der verstörende Kampf gegen Kinderpornografie im Netz zeigt. Gegeninitiativen, wie etwa die unlängst anlässlich der Bundestagswahl 2009 gegründete Piratenpartei, die sich ein “freies Internet” ohne Regulierung und Eingriffe von außen seitens des Staates auf die Fahnen geschrieben hat, erschweren den Schutz vor Internetmissbrauch zusätzlich – und finden gerade bei der Jugend Zustimmung: Wollen die Menschen sich nicht schützen lassen?
Nicht zuletzt weiß heute jeder: Die Nutzung des Internet ist nicht unproblematisch, einmal veröffentlichte Daten und Äußerungen sind unter Umständen noch Jahre für jedermann einsehbar. Sogenannte Personensuchmaschinen wie etwa Yasni fügen die diffus im Netz verstreuten Datenspuren einzelner Personen sogar auf Wunsch gekonnt zu ganzen Personenprofilen zusammen, die es ermöglichen, auf einen Klick fast die gesamte Internetpräsenz und Veröffentlichungshistorie einer Person auf dem Silbertablett serviert zu bekommen – selbstverständlich ohne zuvor das Einverständnis des Betroffenen einzuholen.
Gerade Unerfahrene übertreten schnell und unbewusst eine Grenze, geben zu viel von sich preis, verwechseln virtuelle Identitäten mit Menschen aus Fleisch und Blut, die man wirklich kennenlernen und einschätzen kann. Schlimme Geschichten von jungen Mädchen machten die Runde, die statt einen Internet-”Freund” zu treffen, ihrem Mörder in die Arme liefen, oder von verschmähten Liebhabern, die über facebook herausfanden, dass die Ex mittlerweile einen Neuen hatte und sie daraufhin umbrachten. Auch Mobbing ist im Zeitalter des Social Networking an der Tagesordnung – mitunter mit fatalen Folgen.
Für meine Begriffe kommen hier mehrere ungünstige Faktoren zusammen:
1. Das Internet ist für nahezu jedermann zugänglich – auch für Personen mit geringem Reifegrad und noch instabiler Persönlichkeit, also Kinder und Jugendliche, oder Internet-Laien.
2. Die weitgehende Anonymität bietet im Zusammenhang mit 1. einen idealen Tummelplatz für Kriminelle auf der Suche nach leichter Beute ohne zwingend mit Konsequenzen rechnen zu müssen.
3. Daten sind schnell veröffentlicht – aber nur schwer oder unter Umständen gar nicht zu löschen.
4. Es fehlen allgemein (also international) verbindliche Richtlinien, die den Umgang im Internet zumindest ansatzweise reglementieren.
Doch wie vorgehen? Wie kann man den Moloch Internet mit all seinen Gefahren sicherer machen? Ich muss gestehen, ich habe keine Ahnung. Meine Ideen, das Problem zu adressieren, erschöpfen sich an den Grenzen nationalen Rechts. Wie will man von Deutschland aus die Nutzer einer amerikanischen Internetplattform schützen?
Die Sächsische Zeitung hat am Wochenende auf ihren Perspektiven-Seiten die Etablierung eines sogenannten “IT-Ministeriums” vorgeschlagen. Eine Idee, die auch – allerdings in einem gänzlich anderen Ideenzusammenhang – schon vonseiten der Piratenpartei zu vernehmen war. So fragt der Autor in seinem Essay u.a.:
Warum sollte aus ihnen nicht ein IT-Ministerium hervorgehen, das Erkenntnisse bündelt und international anwendbare Gesetzesvorschläge erarbeitet? Warum sollten nicht alle Schulen künftig einen Internet-Kompetenz-Beauftragten haben, der aufklärt und sensibilisiert? Warum sollte der Datenschutz nicht zentral organisiert werden? Die digitale Welt ist grenzenlos, zuständig für den Netzwerkgoliath Facebook aber ist im föderalen Deutschland der Hamburger Datenschutzbeauftragte.
Die Idee ist an sich löblich, die weiterführenden Gedanken dazu kann ich – selbst Nutzerin des “Netzwerkgoliath Facebook” und oft genervt von den vielen kleinen Tretminen, die einen immer wieder versuchen zu verleiten, mehr Daten preiszugeben – nahezu ausnahmslos gutheißen. Scheitern wird das Ganze an den institutionellen Hindernissen. So müssen etwa für die Einrichtung eines neuen Ministeriums Haushaltsmittel bereit gestellt werden, die dann wieder anderen Ministerien fehlen werden. Zu Zeiten ohnehin knapper Kassen und hoher Staatsverschuldung ein gewagter Stoß – ins für meine Begriffe richtige Horn.





IT Ministerium. Hört sich für mich wie 1984 an. Das Internet ist ein Bereich dieser Welt geworden, wie andere auch. Gehe ich über die Straße, schaue ich mich um. Dazu benötige ich keinen Staat der mich überwacht. Einzelbeispiele werden hochgespielt um die Bevölkerung in gewohnter Manier in Angst und Schrecken zu versetzen. Wer wirklich Angst hat vor der Informationsfreiheit im Internet, das sind Regierungen und Unternehmen. Diese wünschen sich eine Zensur und dazu ist jedes Mittel recht.
Eine Bevölkerung in Angst lässt sich alles aufdrücken. Siehe die aktuellen entwicklungen und Gesetzgebungen in England.
Doch aber nur wirklich, wenn man nur diese Kurzschluss-Assoziation zulässt und ansonsten gar nicht groß reflektiert, oder?
Viele Kinder wissen heutzutage weder, dass man sich umschauen sollte, wenn man über die Straße geht, noch wie sie sich im Internet zu verhalten haben. Ich finde schon, dass es wichtig wäre, über ein Medium, das derart vollumfänglich alltagsbestimmend geworden ist, aufzuklären – gerade Kinder und Jugendliche – und einen gewissen Schutz für diese Zielgruppe aufzubauen.
Außerdem muss ein Ministerium, das sich speziell um die virtuelle Welt kümmert, nicht in einen “Überwachungsstaat” entarten, beides hat nicht zwingend etwas miteinander zu tun. Es geht vor allem darum, auf politischer Ebene international verbindliche Regeln z.B. für Datenschutzbestimmungen zu erarbeiten – hast du den verlinkten SZ-Artikel eigentlich gelesen? Da geht es weder um Zensur noch um Überwachung, sondern um Datenschutz und Aufklärung.
Und da ist noch was: In nahezu jedem Bereich des öffentlichen Leben gelten heutzutage Regeln: Sei es, dass es Common Sense ist, dass in Restaurants und öffentlichen Gebäuden nicht mehr geraucht werden darf, oder dass man Strafe bezahlen muss, wenn man zu schnell durch eine 30er-Zone fährt. Warum soll ausgerechnet das Internet frei von verbindlichen Regeln bleiben?
Gerade dieser Umstand macht das Internet zum Kriminalitätshort Nr. 1 weltweit, das scheint dir aber nicht einmal eine Überlegung wert zu sein – oder doch?
Es sollte – für MEINE Begriffe – vorrangig Aufgabe einer solchen Institution sein, Wege zu finden, die das Freiheitsbedürfnis der Menschen mit einem größtmöglichen Maß an Sicherheit und Verlässlichkeit bei der Internetnutzung in Einklang bringen, und dafür international den Weg zu bereiten. Denn ändern wird man grundsätzlich nur etwas, wenn es internationl eine größtmögliche Übereinstimmung gibt.
Ich sehe insgesamt, was das Medium Internet betrifft, akuten Handlungsbedarf.
Niemand, der das Internet nicht für krumme Geschäfte oder zwielichtige Aktivitäten benutzt, braucht sich davor eigentlich zu fürchten, denn ausspioniert und überwacht werden wir doch zu unserem Leidwesen bereits – und zwar durch oben und im Sz-Artikel angesprochene Geschäftsmodelle diverser Internetplattformen, die vom Handel mit personenbezogenen Daten allzu oft profitieren.
Wie kann man denn nun gegen Überwachung und Spionage sein, indem man gegen eine Regulierung des Internet (z.B. auch, was Kinderpornografie bzw. den Zugang zu pornografischen Seiten auch für unter-18-Jährige betrifft) wettert, aber gleichzeitig das Ausspionieren und den Datenklau vieler Internet-Akteure gleichsam hinnehmen wollen?
Das Internet ist die Brutstätte der Kriminalität Nummer 1. Wusste ich nicht. Woher ist denn die Info und welche Art Kriminalität?
Ich dachte immer, Kriminalität entsteht aus Armut, Hoffnungslosigkeit, Skrupellosigkeit und Sinnentleertheit.
In 20 Jahren die ich das Internet benutze, bin ich noch nie auf eine Kinderpornoseite gestossen. Solange man sich, wie im Leben generell, mit Sorgfalt und gesundem Menschenverstand bewegt, sollte auch nichts passieren. Wenn ich blind durchs Leben laufe, kann ich genauso auf die Nase fallen. Ein Restrisiko besteht immer, so ist das Leben.
Was den Schutz von Kindern betrifft, generell von Opfern im Internet, da sage ich nur Aufklärung, Bildung und Augen offen halten. Aber bitte keine Zensur oder staatliche Überwachung.
Sicher sind das Ansichtssachen. Der Eine wünscht mehr Übernahme von Aufgaben durch den Staat, der Andere weniger. Ich persönlich so wenig wie möglich. Der Staat ist mein Diener, das vergessen nur viele und es wird eine etwas obrigkeitshörige Sicht auf die Rolle des Staates entwickelt.
Ich bin in jedem Fall davon überzeugt, das sich das Internet in der heutigen Form nicht überwachen lässt. Totale Kontrolle kann nur über ein System a la T-Online oder AOL in den 1980ern und frühen 1990ern erfolgen. Dann haben wir völlige Sicherheit. Und jegliche Meinungsfreiheit ist auch dahin und es ist wieder Einheitsbrei angesagt, wie in TV, Presse und Funk es auch heute an der Tagesordnung ist. Sobald es eine übergeordnete Behörde oder Macht gibt, welche die Inhalte bestimmt, wird diese ihre Macht auch nutzen.Wenn das gewünscht ist, na schön. Von mir nicht. Wie gesagt, Ansichtssache.
Denk mal drüber nach. Du hast mich hier auch erst mal geprüft. Ich fands schon kurios. Auch eine Art von Zensur und Überwachung.
Zitat: “Wer Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, verliert am Ende Beides.”
Hierbei spreche ich nicht nur von der normalen Internetkriminalität wie Phishing, Betrug, Datendelikte oder dergleichen, sondern es geht konkret auch um die hohe Zahl an Kindesmissbrauchsfällen, die durch die ideal-anonyme Bühne, die das Internet bietet, um damit dicke Geschäfte zu machen, erst initiiert werden, es geht um Mobbing in den sogenannten Social Networks, um Stalking, ja sogar um Mord und Totschlag, die durch die Ermöglichung von Verfolgung und Informationsbeschaffung durch das Internet gefördert werden.
Das Internet offeriert zudem eine breite Palette an grausamen, teils einfach nur widerlichen Angeboten sexueller Natur sowie mit Inhalten brutalster Gewalt. Jeder 10-Jährige kann sich heute im Netz einen Hardcore-Porno oder Bilder von entsetzlich zugerichteten Leichen anschauen, oder in Killer-Games selbst zum Killer werden. Das Internet hat eine ganz neue Kultur der (Un-)Menschlichkeit und der emotionalen Abstumpfung erzeugt, die nicht selten auch zu grausamen Taten im real life führt (siehe z.b. die Amokläufe, die zumeist nach einem klaren Kombattanten-Muster abliefen). Auch Diebstähle werden befördert, indem das Internet einen herrlich anonymen Absatzmarkt für die geklauten Gegenstände bietet. Eine Großzahl der Delikte, die über das Internet passieren, werden nie aufgeklärt, die Dunkelziffer wird enorm hoch eineschätzt. Und genau DARAN sollte sich schleunigst etwas ändern.
Darum geht es doch nicht. Es geht darum, dass, wer so etwas finden WILL, so etwas auch finden wird. Und dass auch hier die Dunkelziffer aufgrund mangelnder Instrumente zur Verfolgung und Aufklärung exorbitant hoch ist. Vieles passiert da in abgeschlossenen Foren, zu denen nur Insider oder Anhänger Zutritt haben, oft muss für den Zugangscode bezahlt werden. Gerade der Fall Krumme 13 hier in deutschland hat auch gezeigt, dass viele Pädophiel das Internet oft einfach auch nur als Plattform nutzen, um sich zu versammeln, zu verabreden und Informationen auszutauschen, ohne dass wirklich relevantes Material online vertrieben würde.
Du kannst doch aber nicht nur von dir selbst ausgehen. Einem Kind zum Beispiel “gesunden Menschenverstand” abverlangen zu wollen, ist schon ziemlich illusorisch.
Auch geht es doch darum – und muss es darum gehen -, die Kriminalität im Internet zu bekämpfen. Da kann man für meine Begriffe nicht mit einer Einstellung herumlaufen die sagt: “Mir passiert schon nichts, und nach mir die Sintflut.” Diese relative Ichbezogenheit und Gedankenlosigkeit in Bezug auf seine Mitmenschen, auch jene, die unter Umständen unverschuldet Opfer von Internetkriminalität werden, begegnet einem leider immer häufiger.
Alles verbieten: Kinderpornografie, Phishing, durchschnittliche (Hetero-)Pornografie, Fotos von Unfallopfern und extremen body modifications; Videos von Flugzeugen, die in Wolkenkratzer krachen, oder von Journalisten, die von Friedenstruppen in Fetzen geschossen werden; erhängte Diktatoren; Schäublonen-Downloads, Cyberbullying und Trollkommentare. Ist schließlich alles gleich schlimm und pervers.
Und falls Verbote nix bringen, muss man die Inhalte rausfiltern. Und alles der Kinder wegen, obwohl die (hierzulande) nichtmal DSL-Flatrate-Verträge abschließen dürfen.
Oh, Moment! Vielleicht ist das Problem ja eher, dass ausnahmslos jedes Medium nur Aspekte der Realität zugänglich macht und dies dem Internet (bzw. seinen Nutzern) am effektivsten, weil multimedialsten, gelingt. Also muss man den Überbringer der Botschaften hinrichten, um die Probleme zu lösen.
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Früher musste man für Filmaufnahmen von Tod und Verderben noch bis zu einer Doku über das Kennedy-Attentat, den Vietnamkrieg, Auschwitz oder so warten. Und hat aufgeschnittene Leichen nur in Anatomiesachbüchern (oder als Plastinat) betrachten können. Sprengsatz-Mischverhältnisse standen in Chemiebüchern. Pornografie gab’s beim Onkel im verschlossenen Schrank mit dem schlecht versteckten Schlüssel. Und man hat keine happy-slapping-Videos gedreht und hochgeladen, sondern einfach täglich selber den Klassensschwächsten verdroschen.
Doch dann kam Google.
Ich wünschte, du hättest mit dem Kommentieren gewartet, bis du dich ausgeschlafen hast
Dann hättest du (hoffentlich) dieses hier wohl nicht geschrieben:
So was schreibt man nur, wenn man emotional schon etwas angeschlagen ist und keine Lust hat, den Artikel genau und sachlich-kritisch durchzulesen, sondern eher das Schubladenmodell bevorzugt – Lade auf, rein damit und zu.
Denn von Verboten und der hier von dir unterstellten Gleichmacherei war weder in meinem noch im SZ-Artikel die Rede.
Eines dürfte jedenfalls feststehen: Mit Ironie und Zynismus kommen wir hier nicht weiter. Damit ignorierst du zum einen, dass es tatsächlich Probleme bei der Internetnutzung gibt, und du bietest dafür auch keinerlei Lösungen an.
Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen scheint dir nicht wirklich wichtig zu sein, zumindest nicht ansatzweise so wichtig, wie deine persönliche Freiheit, im Internet möglichst alles tun und lassen zu können, was, wann und wo du es willst.
Insgesamt kann ich heute über dein Posting nur den Kopf schütteln. Du bist schnell und voreilig mit Unterstellungen und Verurteilungen, redest aber die ganze Zeit am Thema vorbei, denn niemand will hier verbieten, oder gar den “Überbringer der Botschaft hinrichten” – was immer du damit auch meinst.
“Es geht darum, dass, wer so etwas finden WILL, so etwas auch finden wird. Und dass auch hier die Dunkelziffer aufgrund mangelnder Instrumente zur Verfolgung und Aufklärung exorbitant hoch ist.”
Ich weise da immer gern auf das Gedankenspiel hin, doch bitte mal den Begriff ‘das Internet’ durch ‘die Realität’, ‘Filme und Bücher’ oder ähnliches zu ersetzen. Das Internet ist ein Medium, welches ge- oder missbraucht werden kann, aber eigentlich neutral ist.
Noch was zum Lachen hintendran:
http://www.mitternachtshacking.de/blog/1127-it-begriffe-fur-journalisten
Und noch was:
“Sogenannte Personensuchmaschinen wie etwa Yasni fügen die diffus im Netz verstreuten Datenspuren einzelner Personen sogar auf Wunsch gekonnt zu ganzen Personenprofilen zusammen [...] Gerade Unerfahrene [...] verwechseln virtuelle Identitäten mit Menschen aus Fleisch und Blut, die man wirklich kennenlernen und einschätzen kann.”
Hier wird wohl die personenbezogene Suchmaschine durchweg dümmer sein, also eher auf Fakes reinfallen als Menschen mit Verstand. Schätze ich mal. Denn so ein Crawler prüft nicht, sondern gräbt stur Probile ab.
Und die stets als Supergau geschilderte Problematik, dass zukünftige Chefs kompromittierende Fotos oder Texte von mir ergooglen könnten und mich deshalb entlassen bzw. garnicht erst einstellen, wird vermutlich auch nur noch so lange ein echtes Problem sein, solange sich nicht von jedem Menschen Menschliches online finden lässt.
Überhaupt: Würdest du für einen Chef arbeiten, der versucht, dir aus einem Urlaubs-Kotzschnappschuss, einem getweeteten Kalauer oder ‘ner kapitalismuskritischen Amazon-Bewertung einen Strick zu drehen? Ich zumindest finde es eher verlogen, wenn Menschen solches Zeug – oder gar die Webvideos verstorbener Mitschüler – wieder aus ihren Accounts löschen. Bzw. doppeldenkig.
Schließlich haben wir dank des Internets endlich die Chance auf eine allumfassende Geschichtsschreibung, und die Chance auf Unsterblichkeit steigt mit jeder neuen Festplattengeneration.
Menschenskind! Ich glaube kaum, dass es Bücher gibt, die offen Kinderpornografie zum Besten geben. Es geht doch auch gar nicht darum, die Neutralität des Internet infrage zu stellen, sondern dem vorzubeugen, dass irgendwelche miesen Verbrecher diese für ihre krummen Machenschaften missbrauchen. Du willst mir doch nicht erzählen, dass du Internetkriminalität befürwortest und es für nicht notwendig hältst, dass solchen Leuten das Handwerk gelegt wird. Da möchte man ja sonst fast auf dumme Gedanken kommen.
Es geht auch darum, Kinder vor Missbrauch jedweder Art im Netz möglichst effektiv zu bewahren – dazu gehören doch nach meiner Auffassung und auch nach Auffassung des verlinkten SZ-Artikels weder Verbote noch sonst irgendwelche offen repressiven Maßnahmen, sondern vor allem eine gute internationale Zusammenarbeit in Sachen Online-Kriminalitätsbekämpfung und besonders auf Bildungsebene. Bis wohin hast du eigentlich gelesen?? Sehr weit kann’s ja nicht gewesen sein
Das muss ich mal überdenken. Jedenfalls ist der Einstieg in deinen Beitrag der Titel, und in diesem ist erst einmal nur angedeutet, dass du dich wohl auf Mobbing usw. beziehen wirst. Später kommen dann aber Phishing- und Greutatenbilder als Beispiele dazu, also wurden mehrere Schubladen aufgezogen und deren Inhalt auf einen Haufen gekippt.
[Fortsetzung folgt. Ich soll mal Einkaufen gehen.]
Ein manueller Pingback für alle Fälle:
http://www.gruselgrotte.de/internetunsicherheit/
Als ersten Schritt würde es mir reichen, wenn nicht jeder meine persönlichen Daten beim Einwohnermeldeamt kaufen kann.