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	<title>art und wIEse. &#187; Neustadt</title>
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	<description>Der Weidegrund für Querdenker.</description>
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		<title>Bild des Monats.</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 08:11:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
				<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur und Kunst]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Nach langer Zeit mal wieder ein &#8220;Bild des Monats&#8221;:</p>
<div id="attachment_3027" class="wp-caption aligncenter" style="width: 810px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-07-18-bild-des-monats/foto0328/" rel="attachment wp-att-3027"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/07/Foto0328.jpg" alt="Christopher Haley Simpson, Herbst 1991, 61x84,3 cm" title="Christopher Haley Simpson, Herbst 1991, 61x84,3 cm" width="800" height="600" class="size-full wp-image-3027"  displayexif=".DISPEXIF_55853" /></a><p class="wp-caption-text">Christopher Haley Simpson, Herbst 1991, 61x84,3 cm</p></div>
<p>Dieses Aquarell des britischen Künstlers Christopher Haley Simpson aus dem Jahr 1991 hat einen festen Platz in der Reihe meiner absoluten Lieblingsbilder. Ein Werk, das die unruhigen Jahre der Wende in Dresden von 1989 bis 1991 und ihre oft skurrilen Auswüchse wie kaum ein zweites festhielt, was man übrigens über viele Werke des Künstlers aus jener Zeit sagen kann.<br />
Wo das Bild entstand, dürfte wohl allen Neustädtern klar sein, oder?</p>
<div class="dispexif_hidden DISPEXIF_55853" style="display: none;" ><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Manufacturer</div><div class="dispexif_desc" >Nokia</div></div><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Model Name</div><div class="dispexif_desc" >7230</div></div><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Title</div><div class="dispexif_desc" >Christopher Haley Simpson, Herbst 1991, 61x84,3 cm</div></div></div>[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach langer Zeit mal wieder ein &#8220;Bild des Monats&#8221;:</p>
<div id="attachment_3027" class="wp-caption aligncenter" style="width: 810px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-07-18-bild-des-monats/foto0328/" rel="attachment wp-att-3027"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/07/Foto0328.jpg" alt="Christopher Haley Simpson, Herbst 1991, 61x84,3 cm" title="Christopher Haley Simpson, Herbst 1991, 61x84,3 cm" width="800" height="600" class="size-full wp-image-3027"  displayexif=".DISPEXIF_85875" /></a><p class="wp-caption-text">Christopher Haley Simpson, Herbst 1991, 61x84,3 cm</p></div>
<p>Dieses Aquarell des britischen Künstlers Christopher Haley Simpson aus dem Jahr 1991 hat einen festen Platz in der Reihe meiner absoluten Lieblingsbilder. Ein Werk, das die unruhigen Jahre der Wende in Dresden von 1989 bis 1991 und ihre oft skurrilen Auswüchse wie kaum ein zweites festhielt, was man übrigens über viele Werke des Künstlers aus jener Zeit sagen kann.<br />
Wo das Bild entstand, dürfte wohl allen Neustädtern klar sein, oder?</p>
<div class="dispexif_hidden DISPEXIF_85875" style="display: none;" ><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Manufacturer</div><div class="dispexif_desc" >Nokia</div></div><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Model Name</div><div class="dispexif_desc" >7230</div></div><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Title</div><div class="dispexif_desc" >Christopher Haley Simpson, Herbst 1991, 61x84,3 cm</div></div></div>]]></content:encoded>
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		<title>Update: Schutz des Zivilteils des Garnisonfriedhofes vor Abriss und Umgestaltung.</title>
		<link>http://djane.momocat.de/2011-07-02-online-petition-schutz-des-zivilteils-des-garnisonfriedhofes-vor-abriss-und-umgestaltung/</link>
		<comments>http://djane.momocat.de/2011-07-02-online-petition-schutz-des-zivilteils-des-garnisonfriedhofes-vor-abriss-und-umgestaltung/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 02 Jul 2011 17:10:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur und Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Neustadt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetischer Garnisonfriedhof Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmalschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Nordflügel]]></category>
		<category><![CDATA[Petition]]></category>
		<category><![CDATA[SIB]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Eine Eingabe zur Ausweitung des Denkmalschutzes für den Garnisonfriedhof von der Kriegsgräberstätte auf den Nordflügel ging im September 2010 an das Sächsische Landesamt für Denkmalpflege. Darin wurde geschildert, wie wichtig der Erhalt eines zeithistorisch in Dresden einmaligen Ortes ist und dass eine Trennung in Kriegsgräberstätte und &#8220;Zivilteil&#8221;, wie es im offiziellen Behördendeutsch der Fall ist, unsinnig ist, da die Linie zwischen Kriegsgräber und Nichtkriegsgräber selbst auf der unter Denkmalschutz stehenden Kriegsgräberstätte im Zickzack verläuft.<br />
Im April erfuhr der zwischenzeitlich gegründete Freundeskreis Sowjetischer Garnisonfriedhof in Dresden aus einer Antwort der sächsischen Staatsregierung an die anfragende Linksfraktion im Landtag, dass das Landesamt für Denkmalpflege bereits im November 2011 dieses Ersuchen positiv beschieden und die Anpassung der Liste der Dresdner Kulturdenkmäler um den Nordflügel beschlossen hatte. Der Freistaat Sachsen informierte über diese Entscheidung weder den Freundeskreis als Antragssteller noch das Deutsch-Russische Kulturinstitut, das sich seit 1993 um den Garnisonfriedhof bemüht und eigentlich auch bei den Gesprächen über die Zukunft des Nordflügels mit am Tisch sitzen sollte. An das Sächsische Immobilien- und Baumangement (SIB) als verantwortliche Institution für die Umgestaltungspläne, die den Abriss der Grabmale vorsehen, gab das Landesamt für Denkmalpflege diese für den Umgestaltungsprozess essenziell wichtige Information nach SIB-Angaben erst Mitte März 2011 weiter.</p>
<p>Im Gespräch zwischen  Vertretern des SIB und dem Freundeskreis, dem auch zwei Mitglieder des Deutsch-Russischen Kulturinstitutes angehören, am 12. Mai 2011 war die Verachtung des Freistaates für das bürgerschaftliche Engagement des Freundeskreises zum Erhalt des Nordflügels unüberhörbar. Unter anderem attestierte man mir als für den Freundeskreis anwesende Journalistin unlautere Methoden (&#8220;wahrscheinlich haben sie da irgendwo ein Tonbandgerät mitlaufen&#8221;) und machte den Freundeskreis offen dafür verantwortlich, dass die Umgestaltungspläne bis heute nicht von der russischen Seite abgesegnet seien und durch den veränderten Denkmalschutzstatus zusätzlich ins Stocken gerieten. Die russische Seite, der derzeit der aktuelle Entwurf für den Nordflügel zur Prüfung vorliegt, wurde über diesen veränderten Status bis heute nicht informiert. Auf Anfragen reagiert der SIB ausweichend.<br />
Man warf uns in Geheimdienst-Manier Fotos unseres am 30. April stattgefundenen Arbeitseinsatzes auf dem Nordflügel auf den Tisch und meinte, dies sei gesetzeswidrig gewesen. Wir hatten den Arbeitseinsatz initiiert, weil der 8. Mai anstand und der SIB bis dahin keine Anstalten unternommen hatte, wie versprochen den Nordflügel herzurichten. Just am Tag vor dem Einsatz hatte man einen Gärtnertrupp über das Gelände gescheucht, der in Windeseile Rasen mähte und Sträucher zurückschnitt, die in jahrelangem Wildwuchs Grabmale vollkommen überwuchert hatten &#8211; natürlich außerhalb der gesetzlich dafür zulässigen Gehölzschnittzeiten (30.9.-31.3.) &#8211; wo wir schon bei Gesetzeswidrigkeiten wären.</p>
<p>Fazit: Der Freundeskreis versteht nicht, warum der Steuerzahler für die Zerstörung eines zeithistorisch wertvollen Friedhofes und die Errichtung eines seelenlosen Gedenkschreins, der über Bestattungs- und Trauerkultur zur Besatzungszeit keinerlei Auskunft mehr geben wird, eine Viertelmillion Euro zahlen soll. Es sind für jedes Grab Grabsteine vorhanden, die sich in hervorragendem Zustand befinden, ihr Abriss ist vollkommen irrational und aus kulturwissenschaftlicher Perspektive als absoluter Frevel zu bezeichnen. Alles, was der Nordflügel an Instandsetzung bräuchte, ist die Errichtung eines stabilen Zaunes zum Schutz vor Wildbefall sowie etwas Auslichtung und Grünflächensanierung. Dies wären einmalige Arbeiten, die um ein Vielfaches weniger Kosten verursachen würden als die geplante Generalumgestaltung.<br />
Auch das Argument der aufwendigeren Pflege bei Belassen der Grabsteine ist nicht nachvollziehbar. Der Freundeskreis und auch das Deutsch-Russische Kulturinstitut haben mehrfach dem Freistaat ihre Unterstützung bei der Pflege und Instandhaltung des Nordflügels angeboten. Der Arbeitseinsatz vom 30.4. sollte dieses Angebot unterstreichen. In Kooperation mit grenzübergreifenden Schüler- und Migrantenprojekten soll künftig ein großer Teil der Pflege des Nordflügels ehrenamtlich &#8211; also ohne Kosten für den Freistaat &#8211; bewerkstelligt werden. der Freistaat nimmt dieses Angebot weder an noch ernst, er belächelt es vielmehr als halbseiden und unzuverlässig. An dieser Reaktion kann man erkennen, was das Ehrenamt in einem Land, in dem praktisch permanent die vorgebliche Bedeutsamkeit des Ehrenamtes besungen wird, tatsächlich wert ist: nämlich gar nichts, wenn es nicht imstande ist, Aufgaben mit derselben chirurgischen Präzision zu meistern, wie das Prinzp &#8220;kurzer Prozess&#8221;, mit dem der Freistaat das Thema &#8220;Nordflügel des Garnisonfriedhofes&#8221; ein für allemal vom Tisch haben will.</p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Eingabe zur Ausweitung des Denkmalschutzes für den Garnisonfriedhof von der Kriegsgräberstätte auf den Nordflügel ging im September 2010 an das Sächsische Landesamt für Denkmalpflege. Darin wurde geschildert, wie wichtig der Erhalt eines zeithistorisch in Dresden einmaligen Ortes ist und dass eine Trennung in Kriegsgräberstätte und &#8220;Zivilteil&#8221;, wie es im offiziellen Behördendeutsch der Fall ist, unsinnig ist, da die Linie zwischen Kriegsgräber und Nichtkriegsgräber selbst auf der unter Denkmalschutz stehenden Kriegsgräberstätte im Zickzack verläuft.<br />
Im April erfuhr der zwischenzeitlich gegründete Freundeskreis Sowjetischer Garnisonfriedhof in Dresden aus einer Antwort der sächsischen Staatsregierung an die anfragende Linksfraktion im Landtag, dass das Landesamt für Denkmalpflege bereits im November 2011 dieses Ersuchen positiv beschieden und die Anpassung der Liste der Dresdner Kulturdenkmäler um den Nordflügel beschlossen hatte. Der Freistaat Sachsen informierte über diese Entscheidung weder den Freundeskreis als Antragssteller noch das Deutsch-Russische Kulturinstitut, das sich seit 1993 um den Garnisonfriedhof bemüht und eigentlich auch bei den Gesprächen über die Zukunft des Nordflügels mit am Tisch sitzen sollte. An das Sächsische Immobilien- und Baumangement (SIB) als verantwortliche Institution für die Umgestaltungspläne, die den Abriss der Grabmale vorsehen, gab das Landesamt für Denkmalpflege diese für den Umgestaltungsprozess essenziell wichtige Information nach SIB-Angaben erst Mitte März 2011 weiter.</p>
<p>Im Gespräch zwischen  Vertretern des SIB und dem Freundeskreis, dem auch zwei Mitglieder des Deutsch-Russischen Kulturinstitutes angehören, am 12. Mai 2011 war die Verachtung des Freistaates für das bürgerschaftliche Engagement des Freundeskreises zum Erhalt des Nordflügels unüberhörbar. Unter anderem attestierte man mir als für den Freundeskreis anwesende Journalistin unlautere Methoden (&#8220;wahrscheinlich haben sie da irgendwo ein Tonbandgerät mitlaufen&#8221;) und machte den Freundeskreis offen dafür verantwortlich, dass die Umgestaltungspläne bis heute nicht von der russischen Seite abgesegnet seien und durch den veränderten Denkmalschutzstatus zusätzlich ins Stocken gerieten. Die russische Seite, der derzeit der aktuelle Entwurf für den Nordflügel zur Prüfung vorliegt, wurde über diesen veränderten Status bis heute nicht informiert. Auf Anfragen reagiert der SIB ausweichend.<br />
Man warf uns in Geheimdienst-Manier Fotos unseres am 30. April stattgefundenen Arbeitseinsatzes auf dem Nordflügel auf den Tisch und meinte, dies sei gesetzeswidrig gewesen. Wir hatten den Arbeitseinsatz initiiert, weil der 8. Mai anstand und der SIB bis dahin keine Anstalten unternommen hatte, wie versprochen den Nordflügel herzurichten. Just am Tag vor dem Einsatz hatte man einen Gärtnertrupp über das Gelände gescheucht, der in Windeseile Rasen mähte und Sträucher zurückschnitt, die in jahrelangem Wildwuchs Grabmale vollkommen überwuchert hatten &#8211; natürlich außerhalb der gesetzlich dafür zulässigen Gehölzschnittzeiten (30.9.-31.3.) &#8211; wo wir schon bei Gesetzeswidrigkeiten wären.</p>
<p>Fazit: Der Freundeskreis versteht nicht, warum der Steuerzahler für die Zerstörung eines zeithistorisch wertvollen Friedhofes und die Errichtung eines seelenlosen Gedenkschreins, der über Bestattungs- und Trauerkultur zur Besatzungszeit keinerlei Auskunft mehr geben wird, eine Viertelmillion Euro zahlen soll. Es sind für jedes Grab Grabsteine vorhanden, die sich in hervorragendem Zustand befinden, ihr Abriss ist vollkommen irrational und aus kulturwissenschaftlicher Perspektive als absoluter Frevel zu bezeichnen. Alles, was der Nordflügel an Instandsetzung bräuchte, ist die Errichtung eines stabilen Zaunes zum Schutz vor Wildbefall sowie etwas Auslichtung und Grünflächensanierung. Dies wären einmalige Arbeiten, die um ein Vielfaches weniger Kosten verursachen würden als die geplante Generalumgestaltung.<br />
Auch das Argument der aufwendigeren Pflege bei Belassen der Grabsteine ist nicht nachvollziehbar. Der Freundeskreis und auch das Deutsch-Russische Kulturinstitut haben mehrfach dem Freistaat ihre Unterstützung bei der Pflege und Instandhaltung des Nordflügels angeboten. Der Arbeitseinsatz vom 30.4. sollte dieses Angebot unterstreichen. In Kooperation mit grenzübergreifenden Schüler- und Migrantenprojekten soll künftig ein großer Teil der Pflege des Nordflügels ehrenamtlich &#8211; also ohne Kosten für den Freistaat &#8211; bewerkstelligt werden. der Freistaat nimmt dieses Angebot weder an noch ernst, er belächelt es vielmehr als halbseiden und unzuverlässig. An dieser Reaktion kann man erkennen, was das Ehrenamt in einem Land, in dem praktisch permanent die vorgebliche Bedeutsamkeit des Ehrenamtes besungen wird, tatsächlich wert ist: nämlich gar nichts, wenn es nicht imstande ist, Aufgaben mit derselben chirurgischen Präzision zu meistern, wie das Prinzp &#8220;kurzer Prozess&#8221;, mit dem der Freistaat das Thema &#8220;Nordflügel des Garnisonfriedhofes&#8221; ein für allemal vom Tisch haben will.</p>
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		<title>Nachruf</title>
		<link>http://djane.momocat.de/2011-05-20-nachruf/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2011 17:44:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
				<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Neustadt]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Dieser Tage trage ich Trauer. Obwohl, eigentlich trage ich schon seit Jahren Trauer, was diese Thema betrifft. Heute hat sich nun genug Trauer angesammelt, dass ich sie in einen Blog-Post ergießen muss. Die gute alte Neustadt ist tot. Seit Jahren sah ich sie sterben, die letzten Zuckungen, die sich noch in ihr regen, machen einen umso trauriger, weil man weiß: Es ist das Todeszucken eines einst so charmanten, eigentümlichen und urpsrünglichen Stadtteils, der für seine querdenkenden, weltoffenen und entspannten Menschen bekannt war. Doch wo sind sie hin, die entspannten, querdenkenden und weltoffenen Menschen? Sie können sich die Mieten nicht mehr leisten, da ihr Lebensmodell nicht auf maximale Gewinnsteigerung und Leistung ausgerichtet war &#8211; und, weil es für ihre Idee von alternativen Lebensmodellen, Solidarität und Gemeinschaft (siehe &#8220;Bunte Republik Neustadt&#8221;) längst keine Mehrheit im Viertel mehr gibt, die diese Werte gegen den übermächtigen Druck der Mainstream-Gesellschaft von außen verteidigen könnte.</p>
<p>Zur &#8220;alten Neustadt&#8221; gehörten die Ruinen, in denen Kinder zwischen &#8220;verwunschenen&#8221; Möbeln aus längst vergangener Zeit und Gasgeruch Mutproben veranstalteten und &#8220;Bude&#8221; spielten, die Bruckbuden, in denen noch Platz und Raum war für Träume und Ideen, die nur der Verwirklichung harrten. Heute ist mittlerweile auch das letzte Haus in der Äußeren Neustadt saniert, immer öfter auch luxussaniert. Wo heute noch neu gebaut wird, entstehen hyperfuturistische Klötzer mit Riesen-Terrassen und abweisenden XXL-Fensterfronten, die verkauft und nicht mehr vermietet werden. Vorbei die Zeiten, als sich hier Studenten noch bei alten Omis gegen ein wenig Hilfe im Haushalt einmieteten.</p>
<p>Zur &#8220;alten Neustadt&#8221; gehörten die verruchten Eckkneipen, aus denen man die schmissige Musik und das Gröhlen der Gäste noch aus zig Metern Entfernung hören konnte &#8211; weil nicht wie heute in jedem Haus eine schicke Bar war, vor der sich duftende Trauben gut eingegelter und parfümierter Menschen bilden, deren Geschnatter und Gelächter sich mit dem der Traube von nebenan zu einem Geräuschebrei vermischt, in dem alles nur noch gleich klingt, riecht und aussieht. Nein, früher gab es wirklich nur hier und da ein Kneipchen, und die Nachtruhe war gesichert.</p>
<p>In der &#8220;alten Neustadt&#8221; kannte fast jeder jeden. Man half sich oft über die Straße mit Dingen des alltäglichen Bedarfs aus, grüßte freundlich und wusste selbst, wer im letzten Haus am anderen Ende des Straßenzuges wohnte. Klar, es gab eben in jeder Straße nur zehn oder zwölf bewohnbare Häuser. Heute hingegen gleicht die Neustadt einem Bienenschwarm &#8211; es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, wer gestern noch ins Vorderhaus einzog, ist morgen vielleicht schon wieder ausgezogen. Heute sind zwar alle Häuser in der Neustadt bewohnbar, doch sie gleichen Mietskasernen, in der kaum einer noch den Nachbarn kennt. Und wenn man sich kennenlernt, dann ziehen die neuen Freunde alsbald schon weiter. Das Leben ist hektisch geworden, hektisch, anonym, eng und wenig gemeinschaftlich &#8211; zumindest, wenn man unter &#8220;gemeinschaftlich&#8221; etwas anderes versteht, als sich allabendlich mit seinen Saufkumpanen an der &#8220;Assi-Ecke&#8221; Louise/Rothi/Görli zu treffen, den ganzen Weg zu blockieren und das Gedrängel zu nutzen, um Mädels anzumachen, die einfach nur an diesem Nadelöhr vorbeiwollen.<br />
Früher traf man sich in Hinterhöfen, legte dort heimlich Obst- und Gemüsegärten an und saß abends grillend mit der Hausgemeinschaft im Hof, die eigenen Kinder wuchsen buchstäblich mit denen der Nachbarn auf. Heute hat sich die Liste der Namen in unserem Haus mit jedem neuen Anlauf, den ich unternehme, um die Hausgemeinschaft mal zu einem gemütlichen Sommerfest zusammenzutrommeln, wieder grundlegend geändert.</p>
<p>Wenn man früher im Hochsommer auf den Alaunplatz ging, um zu spielen oder sich in die Sonne zu legen, dann war der Ort noch einer der Erholung und der Ruhe. Lediglich vereinzelt traf man dort auf spielende Kinder, die im hüfthohen Gras Verstecken spielten und auf Bäume kletterten, oder auf Muttis, die lesend oder mit ihren Kindern Karten spielend auf einer Decke saßen. Heute ist der Alaunplatz zum ultimativen Sinnbild des Wandels in der Neustadt geworden &#8211; wo man hinschaut nichts als Enge, Ignoranz und Selbstsucht. Was interessiert mich auch der Ärger der anderen über meinen Müll? Was interessiert es mich, ob es das Mädel mit dem Buch vielleicht nervt, wenn sie ständig meinen Fußball im Rücken oder die Spiritusfahne meines Grills (den ich zwei Meter von ihr entfernt aufgebaut habe) in der Nase hat?</p>
<p>Das abweichlerische Element des Gegen-den-Strom-Schwimmens, das die Neustadt immer ausgezeichnet hatte, ist auf simplen Vandalismus und Egoismus zusammengeschrumpft. Kaum etwas ist noch von den kreativen Ideen der Wendejahre geblieben oder von dem sozialen Engagement zu DDR-Zeiten. Gegen den Strom zu schwimmen bedeutet heute in der Neustadt, demonstrativ auf der Straße zu laufen, Wände zu besprühen oder mit dem Fahrrad todesmutig über Fußwege zu brettern &#8211; kurzum: seine Mitmenschen zu ignorieren und ganz grundlegende, simple Regeln des Zusammenlebens (zumal auf engstem Raum!) mit Füßen zu treten.</p>
<p>Es ist nicht mehr schön, in der Neustadt zu wohnen. Und das nicht wegen des Viertels, sondern wegen der Mehrzahl seiner Menschen. Statt über die Begrünung und Wiederbelebung von Hinterhöfen oder die Verbesserung der Fürsorge für alte Menschen in der Gegend reden sich die Leute heute über fehlende Parkplätze die Köpfe heiß. Früher lebten hier Menschen, für die das Wort Parkplatz ein Fremdwort war. Heute ist die Stellplatzsituation hingegen schon &#8220;schlecht&#8221;, wenn man nicht stets und immer das Auto direkt vor der Türe abgestellt bekommt. Solchen Leuten sage ich: Ihr wolltet hier leben &#8211; in einem Viertel mit vielen Menschen und wenig Platz. Also beschwert euch nicht.</p>
<p>Vielleicht werde ich einfach bloß alt und daher weniger &#8220;biegsam&#8221;, meinetwegen. Aber mir fehlt hier zunehmend die Luft zum Atmen, und diese ignoranten Kids ohne Benehmen und Anstand, die das Viertel zunehmend bevölkern, gehen mir einfach auf den Zeiger. Das Wort &#8220;Alter&#8221; löst bei mir mittlerweile mittelschwere Plaque aus. Nur mal so zum Vergleich: Die Neustadt galt früher (zu DDR-Zeiten) als &#8220;Assi-Viertel&#8221;, weil auf manchen Parkbänken Suffkes mit Bierpullen saßen und sich in den paar Eckkneipchen auch schon mal gegenseitig unter den Tisch getrunken wurde. Da dürfte wohl allen sonnenklar sein, auf welchem Level wir uns heute befinden, wo Kids mit Bierpullen und Joints zum alltäglichen Stadtbild gehören und die Büsche auf dem Alaunplatz nicht Blüten-, sondern Urinduft versprühen. Einfach nur krank.</p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Tage trage ich Trauer. Obwohl, eigentlich trage ich schon seit Jahren Trauer, was diese Thema betrifft. Heute hat sich nun genug Trauer angesammelt, dass ich sie in einen Blog-Post ergießen muss. Die gute alte Neustadt ist tot. Seit Jahren sah ich sie sterben, die letzten Zuckungen, die sich noch in ihr regen, machen einen umso trauriger, weil man weiß: Es ist das Todeszucken eines einst so charmanten, eigentümlichen und urpsrünglichen Stadtteils, der für seine querdenkenden, weltoffenen und entspannten Menschen bekannt war. Doch wo sind sie hin, die entspannten, querdenkenden und weltoffenen Menschen? Sie können sich die Mieten nicht mehr leisten, da ihr Lebensmodell nicht auf maximale Gewinnsteigerung und Leistung ausgerichtet war &#8211; und, weil es für ihre Idee von alternativen Lebensmodellen, Solidarität und Gemeinschaft (siehe &#8220;Bunte Republik Neustadt&#8221;) längst keine Mehrheit im Viertel mehr gibt, die diese Werte gegen den übermächtigen Druck der Mainstream-Gesellschaft von außen verteidigen könnte.</p>
<p>Zur &#8220;alten Neustadt&#8221; gehörten die Ruinen, in denen Kinder zwischen &#8220;verwunschenen&#8221; Möbeln aus längst vergangener Zeit und Gasgeruch Mutproben veranstalteten und &#8220;Bude&#8221; spielten, die Bruckbuden, in denen noch Platz und Raum war für Träume und Ideen, die nur der Verwirklichung harrten. Heute ist mittlerweile auch das letzte Haus in der Äußeren Neustadt saniert, immer öfter auch luxussaniert. Wo heute noch neu gebaut wird, entstehen hyperfuturistische Klötzer mit Riesen-Terrassen und abweisenden XXL-Fensterfronten, die verkauft und nicht mehr vermietet werden. Vorbei die Zeiten, als sich hier Studenten noch bei alten Omis gegen ein wenig Hilfe im Haushalt einmieteten.</p>
<p>Zur &#8220;alten Neustadt&#8221; gehörten die verruchten Eckkneipen, aus denen man die schmissige Musik und das Gröhlen der Gäste noch aus zig Metern Entfernung hören konnte &#8211; weil nicht wie heute in jedem Haus eine schicke Bar war, vor der sich duftende Trauben gut eingegelter und parfümierter Menschen bilden, deren Geschnatter und Gelächter sich mit dem der Traube von nebenan zu einem Geräuschebrei vermischt, in dem alles nur noch gleich klingt, riecht und aussieht. Nein, früher gab es wirklich nur hier und da ein Kneipchen, und die Nachtruhe war gesichert.</p>
<p>In der &#8220;alten Neustadt&#8221; kannte fast jeder jeden. Man half sich oft über die Straße mit Dingen des alltäglichen Bedarfs aus, grüßte freundlich und wusste selbst, wer im letzten Haus am anderen Ende des Straßenzuges wohnte. Klar, es gab eben in jeder Straße nur zehn oder zwölf bewohnbare Häuser. Heute hingegen gleicht die Neustadt einem Bienenschwarm &#8211; es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, wer gestern noch ins Vorderhaus einzog, ist morgen vielleicht schon wieder ausgezogen. Heute sind zwar alle Häuser in der Neustadt bewohnbar, doch sie gleichen Mietskasernen, in der kaum einer noch den Nachbarn kennt. Und wenn man sich kennenlernt, dann ziehen die neuen Freunde alsbald schon weiter. Das Leben ist hektisch geworden, hektisch, anonym, eng und wenig gemeinschaftlich &#8211; zumindest, wenn man unter &#8220;gemeinschaftlich&#8221; etwas anderes versteht, als sich allabendlich mit seinen Saufkumpanen an der &#8220;Assi-Ecke&#8221; Louise/Rothi/Görli zu treffen, den ganzen Weg zu blockieren und das Gedrängel zu nutzen, um Mädels anzumachen, die einfach nur an diesem Nadelöhr vorbeiwollen.<br />
Früher traf man sich in Hinterhöfen, legte dort heimlich Obst- und Gemüsegärten an und saß abends grillend mit der Hausgemeinschaft im Hof, die eigenen Kinder wuchsen buchstäblich mit denen der Nachbarn auf. Heute hat sich die Liste der Namen in unserem Haus mit jedem neuen Anlauf, den ich unternehme, um die Hausgemeinschaft mal zu einem gemütlichen Sommerfest zusammenzutrommeln, wieder grundlegend geändert.</p>
<p>Wenn man früher im Hochsommer auf den Alaunplatz ging, um zu spielen oder sich in die Sonne zu legen, dann war der Ort noch einer der Erholung und der Ruhe. Lediglich vereinzelt traf man dort auf spielende Kinder, die im hüfthohen Gras Verstecken spielten und auf Bäume kletterten, oder auf Muttis, die lesend oder mit ihren Kindern Karten spielend auf einer Decke saßen. Heute ist der Alaunplatz zum ultimativen Sinnbild des Wandels in der Neustadt geworden &#8211; wo man hinschaut nichts als Enge, Ignoranz und Selbstsucht. Was interessiert mich auch der Ärger der anderen über meinen Müll? Was interessiert es mich, ob es das Mädel mit dem Buch vielleicht nervt, wenn sie ständig meinen Fußball im Rücken oder die Spiritusfahne meines Grills (den ich zwei Meter von ihr entfernt aufgebaut habe) in der Nase hat?</p>
<p>Das abweichlerische Element des Gegen-den-Strom-Schwimmens, das die Neustadt immer ausgezeichnet hatte, ist auf simplen Vandalismus und Egoismus zusammengeschrumpft. Kaum etwas ist noch von den kreativen Ideen der Wendejahre geblieben oder von dem sozialen Engagement zu DDR-Zeiten. Gegen den Strom zu schwimmen bedeutet heute in der Neustadt, demonstrativ auf der Straße zu laufen, Wände zu besprühen oder mit dem Fahrrad todesmutig über Fußwege zu brettern &#8211; kurzum: seine Mitmenschen zu ignorieren und ganz grundlegende, simple Regeln des Zusammenlebens (zumal auf engstem Raum!) mit Füßen zu treten.</p>
<p>Es ist nicht mehr schön, in der Neustadt zu wohnen. Und das nicht wegen des Viertels, sondern wegen der Mehrzahl seiner Menschen. Statt über die Begrünung und Wiederbelebung von Hinterhöfen oder die Verbesserung der Fürsorge für alte Menschen in der Gegend reden sich die Leute heute über fehlende Parkplätze die Köpfe heiß. Früher lebten hier Menschen, für die das Wort Parkplatz ein Fremdwort war. Heute ist die Stellplatzsituation hingegen schon &#8220;schlecht&#8221;, wenn man nicht stets und immer das Auto direkt vor der Türe abgestellt bekommt. Solchen Leuten sage ich: Ihr wolltet hier leben &#8211; in einem Viertel mit vielen Menschen und wenig Platz. Also beschwert euch nicht.</p>
<p>Vielleicht werde ich einfach bloß alt und daher weniger &#8220;biegsam&#8221;, meinetwegen. Aber mir fehlt hier zunehmend die Luft zum Atmen, und diese ignoranten Kids ohne Benehmen und Anstand, die das Viertel zunehmend bevölkern, gehen mir einfach auf den Zeiger. Das Wort &#8220;Alter&#8221; löst bei mir mittlerweile mittelschwere Plaque aus. Nur mal so zum Vergleich: Die Neustadt galt früher (zu DDR-Zeiten) als &#8220;Assi-Viertel&#8221;, weil auf manchen Parkbänken Suffkes mit Bierpullen saßen und sich in den paar Eckkneipchen auch schon mal gegenseitig unter den Tisch getrunken wurde. Da dürfte wohl allen sonnenklar sein, auf welchem Level wir uns heute befinden, wo Kids mit Bierpullen und Joints zum alltäglichen Stadtbild gehören und die Büsche auf dem Alaunplatz nicht Blüten-, sondern Urinduft versprühen. Einfach nur krank.</p>
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		<title>Subbotnik.</title>
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		<pubDate>Fri, 13 May 2011 17:27:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur und Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Neustadt]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetischer Garnisonfriedhof Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmalschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Garnisonfriedhof]]></category>
		<category><![CDATA[Nordflügel]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Wie geplant, haben der Freundeskreis Sowjetischer Garnisonfriedhof in Dresden und das Deutsch Russische Kulturinstitut (DRKI) am Sonnabend, dem 30. April, auf dem Nordflügel des Garnisonfriedhofes einen sogenannten &#8220;Subbotnik&#8221;, also einen freiwilligen Arbeitseinsatz, durchgeführt. Bei herrlichstem Sonnenwetter versammelten sich etwa 20 Personen, um den Nordflügel für die Feierlichkeiten zum 8. Mai, dem Tag des Kriegsendes in Europa, herzurichten. Vor allem Kriegsveteranen und ihre Familien, aber auch ehemals hier stationierte Sowjets waren gekommen. Der älteste Teilnehmer war ein 90-jähriger Mann, der die Blockade von Leningrad (1941-1943) er- und überlebt hat. Der jüngste war der neunjährige Daniel. </p>
<p>Zwei Gäste waren eigens aus Russland bzw. Tschechien angereist: Wladimir Wassiljew (49) aus Moskau war von 1987 bis 89 Leiter des Fernsehzentrums in der Garnison der 40.  Gardepanzerarmee in Königsbrück, der Weißrusse Eduard Mojsak (40) lebte als Kind mit seinem hier als Offizier stationierten Vater und der Familie in Dresden-Klotzsche und ging dort in eine sowjetische Grundschule. Beide waren extra mit dem Auto angereist, um beim Arbeitseinsatz mitzuhelfen. Es wurde viel geschafft, und ich habe noch eine Woche danach meine Knochen gespürt.</p>
<p>Viel geschafft hatte in der Woche zuvor auch das Sächsische Immobilien- und Baumanagement. Erstmals seit vielen Jahren wurde nicht nur die Kriegsgräberstätte, sondern auch unser Neudenkmal, der Nordflügel, aufwendig instand gesetzt. So wurde der Wildwuchs um völlig eingewachsene Grabmale entfernt, viele Gräber waren zum ersten Mal seit Jahren wieder zugänglich. Für eine Schönheitskur haben dann die Subbotniki am 30. April gesorgt. Hier einige Fotos vom Einsatz:</p>
<p><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0489-3/" rel="attachment wp-att-2928"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_04892-300x225.jpg" alt="" title="100_0489" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-2928" /></a></p>
<div id="attachment_2929" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0492/" rel="attachment wp-att-2929"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_0492-300x225.jpg" alt="Gisela Wedekind vom Freundeskreis an unserem Modell-Feld" title="Gisela Wedekind vom Freundeskreis an unserem Modell-Feld" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2929" /></a><p class="wp-caption-text">Gisela Wedekind vom Freundeskreis an unserem Modell-Feld</p></div>
<div id="attachment_2930" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0493-3/" rel="attachment wp-att-2930"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_04932-300x225.jpg" alt="Gisela und ich - beide FSGiD." title="Gisela und ich - beide FSGiD." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2930" /></a><p class="wp-caption-text">Gisela und ich - beide FSGiD.</p></div>
<div id="attachment_2935" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0494/" rel="attachment wp-att-2935"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_0494-300x225.jpg" alt="Vitali Kolesnyk vom DRKI." title="Vitali Kolesnyk vom DRKI." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2935" /></a><p class="wp-caption-text">Vitali Kolesnyk vom DRKI.</p></div>
<div id="attachment_2936" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0496-2/" rel="attachment wp-att-2936"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_04961-300x225.jpg" alt="Eduard Mojsak aus Prag und Wladimir Wassiljew aus Moskau." title="Eduard Mojsak aus Prag und Wladimir Wassiljew aus Moskau." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2936" /></a><p class="wp-caption-text">Eduard Mojsak aus Prag und Wladimir Wassiljew aus Moskau.</p></div>
<div id="attachment_2939" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0498-3/" rel="attachment wp-att-2939"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_04982-300x225.jpg" alt="Subbotniki (nicht vollzählig)." title="Subbotniki (nicht vollzählig)." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2939" /></a><p class="wp-caption-text">Subbotniki (nicht vollzählig).</p></div>
<div id="attachment_2940" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0502-3/" rel="attachment wp-att-2940"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_05022-300x225.jpg" alt="Das Modell-Feld nach getaner Arbeit." title="Das Modell-Feld nach getaner Arbeit." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2940" /></a><p class="wp-caption-text">Das Modell-Feld nach getaner Arbeit.</p></div>
<div id="attachment_2941" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0506-2/" rel="attachment wp-att-2941"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_05061-300x225.jpg" alt="Gemeinschaftsproduktion von Bürgern und SIB." title="Gemeinschaftsproduktion von Bürgern und SIB." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2941" /></a><p class="wp-caption-text">Gemeinschaftsproduktion von Bürgern und SIB.</p></div>
<div id="attachment_2949" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0509-4/" rel="attachment wp-att-2949"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_05093-300x225.jpg" alt="Edik und Wladimir bei den Kindergraebern, rechts Philipp." title="Edik und Wladimir bei den Kindergraebern, rechts Philipp." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2949" /></a><p class="wp-caption-text">Edik und Wladimir bei den Kindergraebern, rechts Philipp.</p></div>
<div id="attachment_2952" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0510-2/" rel="attachment wp-att-2952"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_05101-300x225.jpg" alt="Edik, ich, Wladmir nach getaner Arbeit." title="Edik, ich, Wladmir nach getaner Arbeit." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2952" /></a><p class="wp-caption-text">Edik, ich, Wladmir nach getaner Arbeit.</p></div>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie geplant, haben der Freundeskreis Sowjetischer Garnisonfriedhof in Dresden und das Deutsch Russische Kulturinstitut (DRKI) am Sonnabend, dem 30. April, auf dem Nordflügel des Garnisonfriedhofes einen sogenannten &#8220;Subbotnik&#8221;, also einen freiwilligen Arbeitseinsatz, durchgeführt. Bei herrlichstem Sonnenwetter versammelten sich etwa 20 Personen, um den Nordflügel für die Feierlichkeiten zum 8. Mai, dem Tag des Kriegsendes in Europa, herzurichten. Vor allem Kriegsveteranen und ihre Familien, aber auch ehemals hier stationierte Sowjets waren gekommen. Der älteste Teilnehmer war ein 90-jähriger Mann, der die Blockade von Leningrad (1941-1943) er- und überlebt hat. Der jüngste war der neunjährige Daniel. </p>
<p>Zwei Gäste waren eigens aus Russland bzw. Tschechien angereist: Wladimir Wassiljew (49) aus Moskau war von 1987 bis 89 Leiter des Fernsehzentrums in der Garnison der 40.  Gardepanzerarmee in Königsbrück, der Weißrusse Eduard Mojsak (40) lebte als Kind mit seinem hier als Offizier stationierten Vater und der Familie in Dresden-Klotzsche und ging dort in eine sowjetische Grundschule. Beide waren extra mit dem Auto angereist, um beim Arbeitseinsatz mitzuhelfen. Es wurde viel geschafft, und ich habe noch eine Woche danach meine Knochen gespürt.</p>
<p>Viel geschafft hatte in der Woche zuvor auch das Sächsische Immobilien- und Baumanagement. Erstmals seit vielen Jahren wurde nicht nur die Kriegsgräberstätte, sondern auch unser Neudenkmal, der Nordflügel, aufwendig instand gesetzt. So wurde der Wildwuchs um völlig eingewachsene Grabmale entfernt, viele Gräber waren zum ersten Mal seit Jahren wieder zugänglich. Für eine Schönheitskur haben dann die Subbotniki am 30. April gesorgt. Hier einige Fotos vom Einsatz:</p>
<p><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0489-3/" rel="attachment wp-att-2928"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_04892-300x225.jpg" alt="" title="100_0489" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-2928" /></a></p>
<div id="attachment_2929" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0492/" rel="attachment wp-att-2929"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_0492-300x225.jpg" alt="Gisela Wedekind vom Freundeskreis an unserem Modell-Feld" title="Gisela Wedekind vom Freundeskreis an unserem Modell-Feld" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2929" /></a><p class="wp-caption-text">Gisela Wedekind vom Freundeskreis an unserem Modell-Feld</p></div>
<div id="attachment_2930" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0493-3/" rel="attachment wp-att-2930"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_04932-300x225.jpg" alt="Gisela und ich - beide FSGiD." title="Gisela und ich - beide FSGiD." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2930" /></a><p class="wp-caption-text">Gisela und ich - beide FSGiD.</p></div>
<div id="attachment_2935" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0494/" rel="attachment wp-att-2935"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_0494-300x225.jpg" alt="Vitali Kolesnyk vom DRKI." title="Vitali Kolesnyk vom DRKI." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2935" /></a><p class="wp-caption-text">Vitali Kolesnyk vom DRKI.</p></div>
<div id="attachment_2936" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0496-2/" rel="attachment wp-att-2936"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_04961-300x225.jpg" alt="Eduard Mojsak aus Prag und Wladimir Wassiljew aus Moskau." title="Eduard Mojsak aus Prag und Wladimir Wassiljew aus Moskau." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2936" /></a><p class="wp-caption-text">Eduard Mojsak aus Prag und Wladimir Wassiljew aus Moskau.</p></div>
<div id="attachment_2939" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0498-3/" rel="attachment wp-att-2939"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_04982-300x225.jpg" alt="Subbotniki (nicht vollzählig)." title="Subbotniki (nicht vollzählig)." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2939" /></a><p class="wp-caption-text">Subbotniki (nicht vollzählig).</p></div>
<div id="attachment_2940" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0502-3/" rel="attachment wp-att-2940"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_05022-300x225.jpg" alt="Das Modell-Feld nach getaner Arbeit." title="Das Modell-Feld nach getaner Arbeit." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2940" /></a><p class="wp-caption-text">Das Modell-Feld nach getaner Arbeit.</p></div>
<div id="attachment_2941" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0506-2/" rel="attachment wp-att-2941"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_05061-300x225.jpg" alt="Gemeinschaftsproduktion von Bürgern und SIB." title="Gemeinschaftsproduktion von Bürgern und SIB." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2941" /></a><p class="wp-caption-text">Gemeinschaftsproduktion von Bürgern und SIB.</p></div>
<div id="attachment_2949" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0509-4/" rel="attachment wp-att-2949"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_05093-300x225.jpg" alt="Edik und Wladimir bei den Kindergraebern, rechts Philipp." title="Edik und Wladimir bei den Kindergraebern, rechts Philipp." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2949" /></a><p class="wp-caption-text">Edik und Wladimir bei den Kindergraebern, rechts Philipp.</p></div>
<div id="attachment_2952" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/2011-05-13-mein-bisschen-gartenarbeit-gib-mir-nicht-nur-heute/100_0510-2/" rel="attachment wp-att-2952"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/05/100_05101-300x225.jpg" alt="Edik, ich, Wladmir nach getaner Arbeit." title="Edik, ich, Wladmir nach getaner Arbeit." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2952" /></a><p class="wp-caption-text">Edik, ich, Wladmir nach getaner Arbeit.</p></div>
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		<title>Ringen von Erfolg gekrönt: Nordflügel des Sowjetischen Garnisonfriedhofes nun Kulturdenkmal!</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 18:27:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur und Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Neustadt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetischer Garnisonfriedhof Dresden]]></category>
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		<category><![CDATA[Nordflügel]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es ist geschafft! Nach mehr als einem halben Jahr Ringen um den Erhalt des Nordflügels des Sowjetischen Garnisonfriedhofes, insgesamt drei Eingaben an das Landesamt für Denkmalpflege, das sächsische Innenministerium und das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) und jeder Menge Öffentlichkeitsarbeit steht seit heute fest: Der Garnisonfriedhof wird von nun an als zusammenhängendes Ensemble von zeithistorischem Wert angesehen und steht vollständig unter Denkmalschutz &#8211; und zwar inklusive dem bislang von der Denkmalschutzwürde ausgeschlossenen Nordflügel, auf dem sich rund 600 Gräber von Soldaten, Zivilisten und Kindern befinden, die in der Zeit zwischen 1952 und 1987 in Dresden ums Leben kamen (art und wIEse berichtete). Dies ging heute aus einer Antwort der Sächsischen Staatsregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Landtag hervor, die hier zu einem späteren Zeitpunkt noch verlinkt wird. Damit haben sich viele Stunden Arbeit, in denen viele Menschen ihre Freizeit geopfert haben, letztlich gelohnt.</p>
<p>Inzwischen gibt es einen &#8220;Freundeskreis Sowjetischer Garnisonfriedhof in Dresden&#8221;, der von sechs engagierten Dresdner Bürgern am 14. Februar 2011 ins Leben gerufen wurde &#8211; ich selbst gehöre auch dazu. Gemeinsam haben wir in den letzten Monaten Gespräche geführt, zuständige Instanzen angeschrieben und um Unterstützung für unseren Standpunkt geworben, dass es keiner Radikalumgestaltung bedarf, die mindestens eine Viertelmillion Euro kosten würde und die Anlage ihres Friedhofscharakters vollständig berauben würde, um eine kostengünstige Pflege zu gewährleisten, wie vom Freistaat in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge geplant. Nicht nur aus dem Bürgerlager und von russischer Seite, sondern nun auch von denkmalschutztechnischer wehen den Plänen des unbelehrbaren Herrn Leroff vom Volksbund nun eisige Winde entgegen. Die Losung heißt ganz klar: Wir wollen kein seelenloses, dafür aber teures Denkmal &#8211; für wen denn auch? &#8211; wir wollen Ursprünglichkeit erhalten und den im Nordflügel beerdigten Toten nach Sitte ihres Heimatlandes eine würdige Totenruhe gestatten &#8211; ohne dass ihre Gräber für immer anonymisiert würden, was das Vorhaben des Herrn Leroff unweigerlich bedeutet hätte.</p>
<p>Der Freundeskreis setzt sich aber nun nicht zur Ruhe. Wir hoffen zwar, dass sich die unseligen Abrisspläne des Freistaates nun endgültig erledigt haben, denn ein Abriss von Grabsteinen auf einem unter Denkmalschutz stehenden Friedhof wäre so ohne Weiteres nicht möglich. Wir rechnen jedoch auch damit, dass SIB und Volksbund in irgendeiner Weise versuchen werden, ihre Pläne dennoch umzusetzen. Deshalb stehen in der nächsten Zeit eine Reihe weiterer Aktivitäten auf dem Programm. Unter anderem wird es am 30. April eine Aktion &#8220;Frühjahrsputz&#8221; auf dem Nordflügel geben. Freiwillige sind aufgerufen, mit mitgebrachtem Gartengerät wie Spaten, Harken, Besen und Schaufeln den sich in einem katastrophalen Zustand befindlichen Nordflügel von den gröbsten Verwahrlosungserscheinungen zu befreien.<br />
Dabei werden wir uns zunächst den schlimmsten Teil am Südwestende des Nordflügels vornehmen, wo die meisten Grabmale unter eine Schicht aus Unkraut und aufgewühlter Erde verschwunden sind. Die Erde soll gelockert, von Unkraut befreit und geebnet, die Grabmale freigelegt werden. Die Aktion soll ausloten, was das Ehrenamt künftig imstande ist, in Sachen Friedhofspflege zu leisten. 4000 Euro würde die Radikalumgestaltung dem Freistaat im Jahr Pflegekosten sparen  &#8211; wir wollen zeigen, dass eine Kooperation mit Bürgern und Vereinen das ebenso abfangen kann. Es ist geplant, über das Deutsch-Russische Kulturinstitut dauerhaft Jugend- und Migrantenprojekte in die Friedhofspflege mit einzubeziehen. </p>
<p>Wer also Lust hat, am 30. April bei trockenem Wetter mitanzupacken, der finde sich zwischen 9 und 16 Uhr (jeder macht nur so lange mit, wie er will) am Garnisonfriedhof an der Marienallee ein (zum Nordflügel bitte vom Haupttor aus den Mittelweg rechter Hand zwischen den Grabreihen bis ganz hinter zum Denkmal für die Kinder gehen, dann die Stufen zwischen den hohen Lebensbaumhecken hinunter zum Nordflügel gehen). Für Verpflegung sorgt der Freundeskreis. Dringend benötigt werden für die Aktion Gartengeräte aller Art, Schubkarren, Besen, Eimer, aber auch Bürsten (zum reinigen der Grabsteine) und Wellblech oder Maschendraht (zum Stopfen der Löcher im Maschendrahtzaun, durch die ständig Schwarzwild einfällt) &#8211; ganz toll wäre auch ein benzingetriebener oder ein Handrasenmäher sowie eine Gartenfräse.<br />
Falls sich ein Gartenbaubetrieb fände, der mit einer Art Spende oder aber einer dauerhaften Patenschaft die Pflege des zeithistorisch wertvollen Nordflügels unterstützen möchte, wäre das riesig. Wir benötigen jede Art von Geräten, aber auch ein- bis zwei kostengünstige Gehölzrückschnitte im Jahr. Bei Interesse bitte einfach mailen.</p>
<p>P.S.: Ich weiß, ich habe mein kleines Wiesen-Blog in den letzten Wochen arg vernachlässigt. Das liegt daran, dass mir mein Volontariat, das ich im März begonnen habe, einfach keiner Zeit mehr gelassen hat. Und die Zeit, die überblieb, hab ich meinem Privatleben und zum Beispiel dem Garnisonfriedhof geschenkt.</p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist geschafft! Nach mehr als einem halben Jahr Ringen um den Erhalt des Nordflügels des Sowjetischen Garnisonfriedhofes, insgesamt drei Eingaben an das Landesamt für Denkmalpflege, das sächsische Innenministerium und das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) und jeder Menge Öffentlichkeitsarbeit steht seit heute fest: Der Garnisonfriedhof wird von nun an als zusammenhängendes Ensemble von zeithistorischem Wert angesehen und steht vollständig unter Denkmalschutz &#8211; und zwar inklusive dem bislang von der Denkmalschutzwürde ausgeschlossenen Nordflügel, auf dem sich rund 600 Gräber von Soldaten, Zivilisten und Kindern befinden, die in der Zeit zwischen 1952 und 1987 in Dresden ums Leben kamen (art und wIEse berichtete). Dies ging heute aus einer Antwort der Sächsischen Staatsregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Landtag hervor, die hier zu einem späteren Zeitpunkt noch verlinkt wird. Damit haben sich viele Stunden Arbeit, in denen viele Menschen ihre Freizeit geopfert haben, letztlich gelohnt.</p>
<p>Inzwischen gibt es einen &#8220;Freundeskreis Sowjetischer Garnisonfriedhof in Dresden&#8221;, der von sechs engagierten Dresdner Bürgern am 14. Februar 2011 ins Leben gerufen wurde &#8211; ich selbst gehöre auch dazu. Gemeinsam haben wir in den letzten Monaten Gespräche geführt, zuständige Instanzen angeschrieben und um Unterstützung für unseren Standpunkt geworben, dass es keiner Radikalumgestaltung bedarf, die mindestens eine Viertelmillion Euro kosten würde und die Anlage ihres Friedhofscharakters vollständig berauben würde, um eine kostengünstige Pflege zu gewährleisten, wie vom Freistaat in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge geplant. Nicht nur aus dem Bürgerlager und von russischer Seite, sondern nun auch von denkmalschutztechnischer wehen den Plänen des unbelehrbaren Herrn Leroff vom Volksbund nun eisige Winde entgegen. Die Losung heißt ganz klar: Wir wollen kein seelenloses, dafür aber teures Denkmal &#8211; für wen denn auch? &#8211; wir wollen Ursprünglichkeit erhalten und den im Nordflügel beerdigten Toten nach Sitte ihres Heimatlandes eine würdige Totenruhe gestatten &#8211; ohne dass ihre Gräber für immer anonymisiert würden, was das Vorhaben des Herrn Leroff unweigerlich bedeutet hätte.</p>
<p>Der Freundeskreis setzt sich aber nun nicht zur Ruhe. Wir hoffen zwar, dass sich die unseligen Abrisspläne des Freistaates nun endgültig erledigt haben, denn ein Abriss von Grabsteinen auf einem unter Denkmalschutz stehenden Friedhof wäre so ohne Weiteres nicht möglich. Wir rechnen jedoch auch damit, dass SIB und Volksbund in irgendeiner Weise versuchen werden, ihre Pläne dennoch umzusetzen. Deshalb stehen in der nächsten Zeit eine Reihe weiterer Aktivitäten auf dem Programm. Unter anderem wird es am 30. April eine Aktion &#8220;Frühjahrsputz&#8221; auf dem Nordflügel geben. Freiwillige sind aufgerufen, mit mitgebrachtem Gartengerät wie Spaten, Harken, Besen und Schaufeln den sich in einem katastrophalen Zustand befindlichen Nordflügel von den gröbsten Verwahrlosungserscheinungen zu befreien.<br />
Dabei werden wir uns zunächst den schlimmsten Teil am Südwestende des Nordflügels vornehmen, wo die meisten Grabmale unter eine Schicht aus Unkraut und aufgewühlter Erde verschwunden sind. Die Erde soll gelockert, von Unkraut befreit und geebnet, die Grabmale freigelegt werden. Die Aktion soll ausloten, was das Ehrenamt künftig imstande ist, in Sachen Friedhofspflege zu leisten. 4000 Euro würde die Radikalumgestaltung dem Freistaat im Jahr Pflegekosten sparen  &#8211; wir wollen zeigen, dass eine Kooperation mit Bürgern und Vereinen das ebenso abfangen kann. Es ist geplant, über das Deutsch-Russische Kulturinstitut dauerhaft Jugend- und Migrantenprojekte in die Friedhofspflege mit einzubeziehen. </p>
<p>Wer also Lust hat, am 30. April bei trockenem Wetter mitanzupacken, der finde sich zwischen 9 und 16 Uhr (jeder macht nur so lange mit, wie er will) am Garnisonfriedhof an der Marienallee ein (zum Nordflügel bitte vom Haupttor aus den Mittelweg rechter Hand zwischen den Grabreihen bis ganz hinter zum Denkmal für die Kinder gehen, dann die Stufen zwischen den hohen Lebensbaumhecken hinunter zum Nordflügel gehen). Für Verpflegung sorgt der Freundeskreis. Dringend benötigt werden für die Aktion Gartengeräte aller Art, Schubkarren, Besen, Eimer, aber auch Bürsten (zum reinigen der Grabsteine) und Wellblech oder Maschendraht (zum Stopfen der Löcher im Maschendrahtzaun, durch die ständig Schwarzwild einfällt) &#8211; ganz toll wäre auch ein benzingetriebener oder ein Handrasenmäher sowie eine Gartenfräse.<br />
Falls sich ein Gartenbaubetrieb fände, der mit einer Art Spende oder aber einer dauerhaften Patenschaft die Pflege des zeithistorisch wertvollen Nordflügels unterstützen möchte, wäre das riesig. Wir benötigen jede Art von Geräten, aber auch ein- bis zwei kostengünstige Gehölzrückschnitte im Jahr. Bei Interesse bitte einfach mailen.</p>
<p>P.S.: Ich weiß, ich habe mein kleines Wiesen-Blog in den letzten Wochen arg vernachlässigt. Das liegt daran, dass mir mein Volontariat, das ich im März begonnen habe, einfach keiner Zeit mehr gelassen hat. Und die Zeit, die überblieb, hab ich meinem Privatleben und zum Beispiel dem Garnisonfriedhof geschenkt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die zweifelhaften Früchte des &#8220;Sieges&#8221; vom 13. Februar 2010 &#8211; Gleich vier Nazi-Demos im Februar 2011 in Dresden geplant.</title>
		<link>http://djane.momocat.de/2011-01-22-die-zweifelhaften-fruchte-des-sieges-vom-13-februar-2010/</link>
		<comments>http://djane.momocat.de/2011-01-22-die-zweifelhaften-fruchte-des-sieges-vom-13-februar-2010/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 22 Jan 2011 11:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neustadt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&#8220;Dresden nazifrei!&#8221; lautet das Motto des Dresdner Bündnisses, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Naziaufmärsche aus der Stadt zu verbannen, damit man die &#8220;Glatzen&#8221; mit unserer schönen Stadt möglichst nicht mehr in Verbindung bringt, damit der Dresdner sie möglichst nicht mehr zu Gesicht bekommen muss. Bundesweit hängen die kreischend-pinkfarbenen Plakate und werben mit Slogans wie &#8220;Nie wieder Faschismus!&#8221; oder &#8220;Nie wieder Krieg!&#8221; für eine erneute Blockade von Nazi-Demonstrationen in Dresden. &#8220;Nach Dresden mobilisieren&#8221;, heißt der Vorgang der seit letztem Herbst laufenden Vorbereitungen im Aktivisten-Jargon.</p>
<p><img alt="" src="http://www.gruene-meissen.de/typo3temp/pics/plakat2011big_c2b7bc82fb.jpg" class="aligncenter" width="426" height="600" /></p>
<p>So lautete auch im vergangenen Jahr schon das Motto der Blockade, die zwar den Marsch der Nazis durch die Neustadt und Teile der Innenstadt verhinderte, jedoch nur unter billigender Inkaufnahme der stundenlangen Nazi-Belagerung eines Holocaust-Denkmals sowie eines Seniorenheimes am Schlesischen Platz vor dem Neustädter Bahnhof. Als &#8220;Sieg&#8221; wurde der vermeintlich verhinderte Aufmarsch in der links-alternativen und linksextremen Szene gefeiert, ein Sieg, den man auch verbissen und mit Schmackes gegen die drohende Überflügelung durch die innerstädtische Menschenkette in Sachen mediale Aufmerksamkeit zu verteidigen suchte. Dabei hatte man im Prinzip nur den Marsch, nicht aber den Aufmarsch der Faschisten verhindert.</p>
<p>Doch was ist eigentlich dabei herausgekommen? Was wurde mit der Blockade erreicht?<br />
Abgesehen von den bereits erwähnten unschönen Folgen für das Holocaust-Mahnmal am Bahnhof und die armen Omis und Opis im Seniorenheim, die stundenlang den braunen Mob direkt vor der Nase hatten, den Unmengen an Kosten des dadurch notwendig gewordenen Polizeieinsatzes, die jeder Einzelne mittragen muss, hat die Blockade vor allem eines erreicht: Nach dem gescheiterten Marsch am 13. Februar 2010 bleiben die Nazis der Stadt nun nicht etwa fern, nein, vielmehr planen sie für Februar 2011 gleich MEHRERE Veranstaltungen dieser Art für Dresden. Zunächst einen Trauer- bzw. Fackelmarsch am 13. Februar und schließlich noch weitere Demonstrationen mit insgesamt Tausenden Teilnehmern unter dem Motto &#8220;Recht auf Gedenken &#8211; Der Wahrheit eine Gasse!&#8221; (!omg!) am 19 Februar. </p>
<p>Der verhinderte Großaufmarsch vom letzten Jahr hat die Nazis nicht etwa abgeschreckt, sondern vielmehr dazu angestachelt, ihr Konzept zu ändern. Statt eines einzigen großen Aufmarsches am 13. Februar, beschränkt man sich nun an dem heiklen Datum auf einen zahlenmäßig kleineren Fackelmarsch und verschiebt den Großmarsch auf den 19. Aus der Schmähung des letzten Jahres lernend, wird der Aufmarsch zudem nicht in einem stattfinden, sondern anscheinend plant man, sich zu verteilen und stattdessen gleich mehrere Demonstrationen auf verschiedenen Routen gleichzeitig stattfinden zu lassen. Die Junge Landsmannschaft Ostsachsen <a href="http://www.jlosachsen.de/">droht</a> auf ihrer Homepage bereits: &#8220;Klare Ansage an alle Blockierer: Hände weg vom Trauermarsch der JLO!&#8221;<br />
So weit ist es nun schon gekommen, dass die vermeintlichen Antifaschisten teils offen auf die demokratischen Errungenschaften pfeifen, während die Nazis einen auf schmerzhafte, bigotte, oberlehrerhafte Weise daran erinnern müssen: &#8220;Die Verhinderung einer ordnungsgemäß angemeldeten Demonstration ist rechtswidrig!&#8221; Was bei den Linken das &#8220;Bündnis Dresden Nazifrei&#8221; ist, ist bei den Neonazis mittlerweile das &#8220;Aktionsbündnis gegen das Vergessen&#8221;.</p>
<p>Ich muss schon sagen, zu diesem &#8220;Sieg&#8221; &#8211; zweifellos kann man das nicht anders bezeichnen &#8211; muss man den Blockierern wahrlich gratulieren, ich vergehe geradez in Ehrfurcht und Dankbarkeit.<br />
Dank ihres heldenhaften Mutes und ihres klugen Einsatzes wird die Polizei in diesem Februar wohl gleich zweimal zum Einsatz anrücken müssen, die Dresdner müssen vier Nazi-Demonstrationen über sich ergehen lassen, statt einer, und die Medien dieser Welt werden gleich zweimal, statt nur am 13. Dresden mit marschierenden Nazis in Verbindung bringen. Vor so viel geheuchelter Sorge um den Ruf Dresdens, so viel unbelehrbarer Dummheit (man kann es nicht anders nennen) und  Selbstbeweihräucherung möchte man fast kapitulieren. Zumal diese Tendenz, dass die teils gewalttätigen Proteste gegen die Nazi-Aufmärsche am 13. Februar jene eben nicht fernhalten, sondern geradezu magisch anziehen, bereits seit Jahren offenbar wird. Die Entwicklung nach der letztjährigen Blockade bestätigt dies eindrucksvoll.</p>
<p>Der Vorwurf der Heuchelei ergibt sich zwangsläufig aus der Diskrepanz zwischen dein scheinbar heheren Zielen, die sich die Blockierer auf die Fahnen geschrieben haben (&#8220;Dresden nazifrei!&#8221;, &#8220;Nie wieder Faschismus!&#8221;, &#8220;Nie wieder Krieg!&#8221;) und den teils gewaltsamen und rechtsstaatswidrigen Methoden der Durchsetzung zum einen sowie den Folgen, die diese Aktionen offensichtlich haben, und die maximal im Widerspruch zu dem stehen, was man sich vorgenommen hatte, zum anderen.<br />
Die Blockade dient mitnichten dem Kampf gegen Rechtsextremismus, sie dient allein dem kollektiven Aggressionsabbau und der Pflege von Feindbildern, zu denen allerdings nicht nur die Rechten zählen, sondern offensichtlich auch der Staat und seine Ordnungskräfte (Polizei), alles Deutsche, Spießbürgertum, der Raubtierkapitalismus und vieles mehr. Die Blockade findet nicht etwa statt, um Krieg und Faschismus zu bekämpfen, sondern um selbst Krieg spielen zu können &#8211; und am Ende Sieger zu bleiben. Anderenfalls hätte man längst aus der Erfahrung der offensichtlichen Kontraproduktivität aus dem letzten Jahr gelernt und sich selbst in seinen Zielen als gescheitert erkannt.</p>
<p>Wohin soll das führen? Reicht es nicht, dass Dresden Jahr um Jahr stärker in den Fokus der Nazis gerät, ja regelrecht zum Schlachtfeld degeneriert, an einem Tag, an dem eigentlich der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht werden sollte? Schande über all jene, die diesen Tag auf welche Art auch immer für ihre politischen Scharmützel missbrauchen und alljährlich aufs Neue ohne zu überlegen den Krieg in die Stadt tragen!</p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Dresden nazifrei!&#8221; lautet das Motto des Dresdner Bündnisses, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Naziaufmärsche aus der Stadt zu verbannen, damit man die &#8220;Glatzen&#8221; mit unserer schönen Stadt möglichst nicht mehr in Verbindung bringt, damit der Dresdner sie möglichst nicht mehr zu Gesicht bekommen muss. Bundesweit hängen die kreischend-pinkfarbenen Plakate und werben mit Slogans wie &#8220;Nie wieder Faschismus!&#8221; oder &#8220;Nie wieder Krieg!&#8221; für eine erneute Blockade von Nazi-Demonstrationen in Dresden. &#8220;Nach Dresden mobilisieren&#8221;, heißt der Vorgang der seit letztem Herbst laufenden Vorbereitungen im Aktivisten-Jargon.</p>
<p><img alt="" src="http://www.gruene-meissen.de/typo3temp/pics/plakat2011big_c2b7bc82fb.jpg" class="aligncenter" width="426" height="600" /></p>
<p>So lautete auch im vergangenen Jahr schon das Motto der Blockade, die zwar den Marsch der Nazis durch die Neustadt und Teile der Innenstadt verhinderte, jedoch nur unter billigender Inkaufnahme der stundenlangen Nazi-Belagerung eines Holocaust-Denkmals sowie eines Seniorenheimes am Schlesischen Platz vor dem Neustädter Bahnhof. Als &#8220;Sieg&#8221; wurde der vermeintlich verhinderte Aufmarsch in der links-alternativen und linksextremen Szene gefeiert, ein Sieg, den man auch verbissen und mit Schmackes gegen die drohende Überflügelung durch die innerstädtische Menschenkette in Sachen mediale Aufmerksamkeit zu verteidigen suchte. Dabei hatte man im Prinzip nur den Marsch, nicht aber den Aufmarsch der Faschisten verhindert.</p>
<p>Doch was ist eigentlich dabei herausgekommen? Was wurde mit der Blockade erreicht?<br />
Abgesehen von den bereits erwähnten unschönen Folgen für das Holocaust-Mahnmal am Bahnhof und die armen Omis und Opis im Seniorenheim, die stundenlang den braunen Mob direkt vor der Nase hatten, den Unmengen an Kosten des dadurch notwendig gewordenen Polizeieinsatzes, die jeder Einzelne mittragen muss, hat die Blockade vor allem eines erreicht: Nach dem gescheiterten Marsch am 13. Februar 2010 bleiben die Nazis der Stadt nun nicht etwa fern, nein, vielmehr planen sie für Februar 2011 gleich MEHRERE Veranstaltungen dieser Art für Dresden. Zunächst einen Trauer- bzw. Fackelmarsch am 13. Februar und schließlich noch weitere Demonstrationen mit insgesamt Tausenden Teilnehmern unter dem Motto &#8220;Recht auf Gedenken &#8211; Der Wahrheit eine Gasse!&#8221; (!omg!) am 19 Februar. </p>
<p>Der verhinderte Großaufmarsch vom letzten Jahr hat die Nazis nicht etwa abgeschreckt, sondern vielmehr dazu angestachelt, ihr Konzept zu ändern. Statt eines einzigen großen Aufmarsches am 13. Februar, beschränkt man sich nun an dem heiklen Datum auf einen zahlenmäßig kleineren Fackelmarsch und verschiebt den Großmarsch auf den 19. Aus der Schmähung des letzten Jahres lernend, wird der Aufmarsch zudem nicht in einem stattfinden, sondern anscheinend plant man, sich zu verteilen und stattdessen gleich mehrere Demonstrationen auf verschiedenen Routen gleichzeitig stattfinden zu lassen. Die Junge Landsmannschaft Ostsachsen <a href="http://www.jlosachsen.de/">droht</a> auf ihrer Homepage bereits: &#8220;Klare Ansage an alle Blockierer: Hände weg vom Trauermarsch der JLO!&#8221;<br />
So weit ist es nun schon gekommen, dass die vermeintlichen Antifaschisten teils offen auf die demokratischen Errungenschaften pfeifen, während die Nazis einen auf schmerzhafte, bigotte, oberlehrerhafte Weise daran erinnern müssen: &#8220;Die Verhinderung einer ordnungsgemäß angemeldeten Demonstration ist rechtswidrig!&#8221; Was bei den Linken das &#8220;Bündnis Dresden Nazifrei&#8221; ist, ist bei den Neonazis mittlerweile das &#8220;Aktionsbündnis gegen das Vergessen&#8221;.</p>
<p>Ich muss schon sagen, zu diesem &#8220;Sieg&#8221; &#8211; zweifellos kann man das nicht anders bezeichnen &#8211; muss man den Blockierern wahrlich gratulieren, ich vergehe geradez in Ehrfurcht und Dankbarkeit.<br />
Dank ihres heldenhaften Mutes und ihres klugen Einsatzes wird die Polizei in diesem Februar wohl gleich zweimal zum Einsatz anrücken müssen, die Dresdner müssen vier Nazi-Demonstrationen über sich ergehen lassen, statt einer, und die Medien dieser Welt werden gleich zweimal, statt nur am 13. Dresden mit marschierenden Nazis in Verbindung bringen. Vor so viel geheuchelter Sorge um den Ruf Dresdens, so viel unbelehrbarer Dummheit (man kann es nicht anders nennen) und  Selbstbeweihräucherung möchte man fast kapitulieren. Zumal diese Tendenz, dass die teils gewalttätigen Proteste gegen die Nazi-Aufmärsche am 13. Februar jene eben nicht fernhalten, sondern geradezu magisch anziehen, bereits seit Jahren offenbar wird. Die Entwicklung nach der letztjährigen Blockade bestätigt dies eindrucksvoll.</p>
<p>Der Vorwurf der Heuchelei ergibt sich zwangsläufig aus der Diskrepanz zwischen dein scheinbar heheren Zielen, die sich die Blockierer auf die Fahnen geschrieben haben (&#8220;Dresden nazifrei!&#8221;, &#8220;Nie wieder Faschismus!&#8221;, &#8220;Nie wieder Krieg!&#8221;) und den teils gewaltsamen und rechtsstaatswidrigen Methoden der Durchsetzung zum einen sowie den Folgen, die diese Aktionen offensichtlich haben, und die maximal im Widerspruch zu dem stehen, was man sich vorgenommen hatte, zum anderen.<br />
Die Blockade dient mitnichten dem Kampf gegen Rechtsextremismus, sie dient allein dem kollektiven Aggressionsabbau und der Pflege von Feindbildern, zu denen allerdings nicht nur die Rechten zählen, sondern offensichtlich auch der Staat und seine Ordnungskräfte (Polizei), alles Deutsche, Spießbürgertum, der Raubtierkapitalismus und vieles mehr. Die Blockade findet nicht etwa statt, um Krieg und Faschismus zu bekämpfen, sondern um selbst Krieg spielen zu können &#8211; und am Ende Sieger zu bleiben. Anderenfalls hätte man längst aus der Erfahrung der offensichtlichen Kontraproduktivität aus dem letzten Jahr gelernt und sich selbst in seinen Zielen als gescheitert erkannt.</p>
<p>Wohin soll das führen? Reicht es nicht, dass Dresden Jahr um Jahr stärker in den Fokus der Nazis gerät, ja regelrecht zum Schlachtfeld degeneriert, an einem Tag, an dem eigentlich der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht werden sollte? Schande über all jene, die diesen Tag auf welche Art auch immer für ihre politischen Scharmützel missbrauchen und alljährlich aufs Neue ohne zu überlegen den Krieg in die Stadt tragen!</p>
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		</item>
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		<title>Dresdner Kleinkrieg um den Gedenktag gegen Krieg und Gewalt</title>
		<link>http://djane.momocat.de/2011-01-21-dresdner-kleinkrieg-um-den-gedenktag-gegen-krieg-und-gewalt/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 09:31:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neustadt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Überschrift bildet, so denke ich, recht trefflich das ab, was alljährlich in Dresden geschieht, sobald der 13. Februar ins Sichtfeld gerät. In allen politischen Lagern ist derzeit jene Phase auf Hochtouren gekommen, in der die Waffen gewetzt, Bündnisse geschmiedet, Schlachtpläne erstellt und die Kämpfer auf die jeweiligen politischen bzw. ideologischen Ziele eingeschworen werden: In Dresden hagelt es derzeit die üblichen Kriegserklärungen, um am 13. Februar &#8211; jenem Tag, an dem eigentlich der Opfer mutwilliger und brutaler Zerstörung und Gewalt während des Zweiten Weltkrieges und  inbesondere des 13. Februar 1945 gedacht werden sollte &#8211; dem jeweiligen ausgemachten Gegner nicht Schlachtfeld und Sieg zu überlassen.<br />
Selbsternannte Anti-Rechts-Aktivisten (darunter mögen durchaus auch einzelne Gruppen und Vereine wie etwa Bürger Courage sein, die sich auch über den Rest des Jahres durchaus mit Aufklärungsarbeit gegen rechtes Gedankengut hervortun) erklären sowohl den Nazis als auch dem konservativ-bürgerschaftlichen Lager den Krieg. Den Nazis möchte man keinen Fuß breit Marschroute lassen &#8211; frei nach dem Motto: Sehen wir sie nicht marschieren, lassen sie sich besser ignorieren&#8230; -, das bürgerliche Gedenken in der Innenstadt, das sich um die Köpfe der Stadt in Gestalt der Menschenkette etabliert hat, empfindet man wiederum als &#8220;verlogen&#8221;, &#8220;heuchlerisch&#8221; und &#8220;populistisch&#8221;: Während die &#8220;echten Antifaschisten&#8221; in der Neustadt die &#8220;Drecksarbeit&#8221; machen, sich den Nazis heldenmutig &#8220;entgegenwerfen&#8221;, hielten die &#8220;Spießbürger&#8221; in der Innenstadt derweile Händchen und feierten sich selbst.</p>
<p>Die Nazis wiederum sehen sich ohnehin von allen Seiten bedroht und verfolgt: Die Stadt hätte ihre &#8220;demokratischen Rechte schützen&#8221; und den genehmigten Marsch im vergangenen Jahr durchsetzen müssen. Und &#8220;die Linken&#8221; sollte man eh am besten &#8220;abstechen&#8221;. Jaja, wenn es darum geht, die Freiheiten einer Gesellschaft, die man im Prinzip verachtet, für sich selbst zu nutzen, wird man sogar schon mal zum Rechtsstaatsbefürworter.</p>
<p>Von ganz links außen formiert sich derweil alle Jahre wieder die ultimative Hassfront &#8211; und die richtet sich gleich gegen alles Deutsche, egal, ob links, rechts oder in der Mitte. Auch in diesem Jahr werden die Antideutschen wieder marschieren, ihre hasserfüllten Salven wahllos gegen Passanten oder trauernde Rentner schleudern, die am 13. Februar 45 Angehörige verloren und ihrer gedenken wollen.<br />
Komisch nur, dass unserer selbsternannten Antifaschisten das faschistoide Potenzial dieser Randgruppe noch nicht entdeckt haben, ja, dass sie sich mit eben jenen sogar teils verbünden, um schlagkräftiger gegen Nazis vorgehen zu können.<br />
So tauchten bei der Blockade am Albertplatz im letzten Jahr verdächtig viele dieser schwarz vermummten, mit Israel-Fahnen bewaffneten Antideutschen in der Menge auf; sie standen neben Ökos, selbsternannten Menschenfreunden und linken Politikern wie Katja Kipping und Jens Hoffsommer, die ihrerseits wiederum Seit an Seit standen mit den Stalin-Apologeten der MLPD und Radikalen Kommunisten der DKP. </p>
<p>Da stellt man sich zwangsläufig die Frage, wie ernst man die Dresdner Blockade-Bewegung eigentlich nehmen kann. Geht es um den Kampf gegen Extremismus? Sicher nicht, denn unter den Blockierern selbst waren so viele Extremisten, dass der Rest eigentlich hätte stutzig werden müssen, so es ihm denn tatsächlich um den Kampf gegen Extremismus ginge.<br />
Stattdessen hat man sich auf den &#8220;Kampf gegen Rechts&#8221; eingeschossen &#8211; doch steht der zu großen Teilen eben auf keiner geschlossenen weltanschaulichen Grundlage, sondern vielmehr auf diffusen Feindbildern von der &#8220;Glatze, der aufs Maul geschlagen gehört&#8221; und noch etwas weit Banalerem: Eigennutz. Aktiv &#8220;gegen rechts&#8221; vorzugehen, ist &#8220;in&#8221;, besonders in der Neustadt. Es garantiert &#8211; inbesondere am 13. Februar in Dresden &#8211; ein Maximum an medialer Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit, man wirkt &#8220;an etwas Großem&#8221; mit, es gibt einen &#8220;Sieg&#8221; zu erringen: Wir oder die. Das stiftet Gemeinschaft und Anerkennung &#8211; etwas, das der Mensch zum Leben braucht wie die Luft zum Atmen.</p>
<p>Es ist stark zu bezweifeln, dass die Mehrzahl der Blockierer an der Blockade mitwirkt, weil sie das Problem des Rechtsextremismus tatsächlich durchstiegen hätte, was zwangsläufig ein Inbeziehungsetzen mit gesellschaftlichen Ursachen zur Folge haben müsste. Eine Auseinandersetzung mit diesen Ursachen wird im Gegenteil von den Protagonisten (nicht von allen wohlgemerkt!) als lästig und überflüssig empfunden. Durchstiege man das Wesen des Rechtsradikalismus müsste man zudem mit derselben Konsequenz dem Linksradikalismus entgegentreten &#8211; ohne beides in seiner heutigen Wirkweise und Bedeutsamkeit in Deutschland gleichsetzen zu wollen. Gegen Extemismus sein, heißt, gegen totalitäre, inhumane, unfreiheitliche Überzeugungen zu sein.  Sämtliches ist im linksextremen politischen Spektrum mit den stalinistischen Diktaturen des Ostblockes und auch während der 60er- bis 80er-Jahre mit der RAF zur Genüge unter Beweis gestellt worden.<br />
Zu sagen, man müsse gegen Rechts sein, weil die Rechtsextremen mehr Menschen umbrächten, hieße, gegen Symptome anzugehen, nicht gegen die Ideologien, denen sie entspringen können.</p>
<p>Hätte die Polizei im letzten Jahr durchgreifen und den Marsch der Rechtsextremen durchsetzen müssen? Das jüngste Verwaltungsgerichtsurteil <a href="http://www.dnn-online.de/dresden/citynews/gericht-polizei-muss-mehr-fuer-neonazis-tun/r-citynews-a-19374.html">sagt</a> Ja. Doch schon im verlinkten Artikel des geschätzten Kollegen Christoph Springer wird die eigentliche Botschaft des Urteils zur Groteske verdreht: Es besagt eben nicht, dass die Polizei &#8220;mehr für Nazis tun&#8221; muss, sondern dass die Polizei als staatliche Ordnungskraft verpflichtet ist, Recht und Gesetz durchzusetzen &#8211; denn nach Recht und Gesetz war der Nazi-Aufmarsch legal, da angemeldet und genehmigt, und die Blockade nicht. Ebenso, wie sie verpflichtet ist, den Aufmarsch der Linksextremen, die Bürgerkette und andere genehmigte Veranstaltungen zu schützen, ist sie auch verpflichtet, den Marsch der Rechtsextremen zu schützen. Simple as that.</p>
<p>Ich wiederhole es auch in diesem Jahr: Keine Blockade der Welt wird dazu beitragen, dass man die &#8220;rechten Hackfressen&#8221; nicht mehr zu Gesicht bekommt, dass sie sich in Luft auflösen und das Problem des Rechtssextremismus irgendwann von selbst verschwindet. Aber vielleicht will man das im Lager der Blockierer ja auch gar nicht wirklich, denn was würde man dann jedes Jahr am 13. Februar bloß tun? Keine Massenkundgebungen mit Fahnen und Kampfparolen mehr! Keine Schlägereien mit Nazis! Keine brennenden Container! Kein Grund, sich sinnlos zu besaufen und anschließend die Hauseingänge der Neustadt voll zu urinieren! Keine Gelegenheit, sich als Held und Sieger selbst zu feiern!</p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Überschrift bildet, so denke ich, recht trefflich das ab, was alljährlich in Dresden geschieht, sobald der 13. Februar ins Sichtfeld gerät. In allen politischen Lagern ist derzeit jene Phase auf Hochtouren gekommen, in der die Waffen gewetzt, Bündnisse geschmiedet, Schlachtpläne erstellt und die Kämpfer auf die jeweiligen politischen bzw. ideologischen Ziele eingeschworen werden: In Dresden hagelt es derzeit die üblichen Kriegserklärungen, um am 13. Februar &#8211; jenem Tag, an dem eigentlich der Opfer mutwilliger und brutaler Zerstörung und Gewalt während des Zweiten Weltkrieges und  inbesondere des 13. Februar 1945 gedacht werden sollte &#8211; dem jeweiligen ausgemachten Gegner nicht Schlachtfeld und Sieg zu überlassen.<br />
Selbsternannte Anti-Rechts-Aktivisten (darunter mögen durchaus auch einzelne Gruppen und Vereine wie etwa Bürger Courage sein, die sich auch über den Rest des Jahres durchaus mit Aufklärungsarbeit gegen rechtes Gedankengut hervortun) erklären sowohl den Nazis als auch dem konservativ-bürgerschaftlichen Lager den Krieg. Den Nazis möchte man keinen Fuß breit Marschroute lassen &#8211; frei nach dem Motto: Sehen wir sie nicht marschieren, lassen sie sich besser ignorieren&#8230; -, das bürgerliche Gedenken in der Innenstadt, das sich um die Köpfe der Stadt in Gestalt der Menschenkette etabliert hat, empfindet man wiederum als &#8220;verlogen&#8221;, &#8220;heuchlerisch&#8221; und &#8220;populistisch&#8221;: Während die &#8220;echten Antifaschisten&#8221; in der Neustadt die &#8220;Drecksarbeit&#8221; machen, sich den Nazis heldenmutig &#8220;entgegenwerfen&#8221;, hielten die &#8220;Spießbürger&#8221; in der Innenstadt derweile Händchen und feierten sich selbst.</p>
<p>Die Nazis wiederum sehen sich ohnehin von allen Seiten bedroht und verfolgt: Die Stadt hätte ihre &#8220;demokratischen Rechte schützen&#8221; und den genehmigten Marsch im vergangenen Jahr durchsetzen müssen. Und &#8220;die Linken&#8221; sollte man eh am besten &#8220;abstechen&#8221;. Jaja, wenn es darum geht, die Freiheiten einer Gesellschaft, die man im Prinzip verachtet, für sich selbst zu nutzen, wird man sogar schon mal zum Rechtsstaatsbefürworter.</p>
<p>Von ganz links außen formiert sich derweil alle Jahre wieder die ultimative Hassfront &#8211; und die richtet sich gleich gegen alles Deutsche, egal, ob links, rechts oder in der Mitte. Auch in diesem Jahr werden die Antideutschen wieder marschieren, ihre hasserfüllten Salven wahllos gegen Passanten oder trauernde Rentner schleudern, die am 13. Februar 45 Angehörige verloren und ihrer gedenken wollen.<br />
Komisch nur, dass unserer selbsternannten Antifaschisten das faschistoide Potenzial dieser Randgruppe noch nicht entdeckt haben, ja, dass sie sich mit eben jenen sogar teils verbünden, um schlagkräftiger gegen Nazis vorgehen zu können.<br />
So tauchten bei der Blockade am Albertplatz im letzten Jahr verdächtig viele dieser schwarz vermummten, mit Israel-Fahnen bewaffneten Antideutschen in der Menge auf; sie standen neben Ökos, selbsternannten Menschenfreunden und linken Politikern wie Katja Kipping und Jens Hoffsommer, die ihrerseits wiederum Seit an Seit standen mit den Stalin-Apologeten der MLPD und Radikalen Kommunisten der DKP. </p>
<p>Da stellt man sich zwangsläufig die Frage, wie ernst man die Dresdner Blockade-Bewegung eigentlich nehmen kann. Geht es um den Kampf gegen Extremismus? Sicher nicht, denn unter den Blockierern selbst waren so viele Extremisten, dass der Rest eigentlich hätte stutzig werden müssen, so es ihm denn tatsächlich um den Kampf gegen Extremismus ginge.<br />
Stattdessen hat man sich auf den &#8220;Kampf gegen Rechts&#8221; eingeschossen &#8211; doch steht der zu großen Teilen eben auf keiner geschlossenen weltanschaulichen Grundlage, sondern vielmehr auf diffusen Feindbildern von der &#8220;Glatze, der aufs Maul geschlagen gehört&#8221; und noch etwas weit Banalerem: Eigennutz. Aktiv &#8220;gegen rechts&#8221; vorzugehen, ist &#8220;in&#8221;, besonders in der Neustadt. Es garantiert &#8211; inbesondere am 13. Februar in Dresden &#8211; ein Maximum an medialer Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit, man wirkt &#8220;an etwas Großem&#8221; mit, es gibt einen &#8220;Sieg&#8221; zu erringen: Wir oder die. Das stiftet Gemeinschaft und Anerkennung &#8211; etwas, das der Mensch zum Leben braucht wie die Luft zum Atmen.</p>
<p>Es ist stark zu bezweifeln, dass die Mehrzahl der Blockierer an der Blockade mitwirkt, weil sie das Problem des Rechtsextremismus tatsächlich durchstiegen hätte, was zwangsläufig ein Inbeziehungsetzen mit gesellschaftlichen Ursachen zur Folge haben müsste. Eine Auseinandersetzung mit diesen Ursachen wird im Gegenteil von den Protagonisten (nicht von allen wohlgemerkt!) als lästig und überflüssig empfunden. Durchstiege man das Wesen des Rechtsradikalismus müsste man zudem mit derselben Konsequenz dem Linksradikalismus entgegentreten &#8211; ohne beides in seiner heutigen Wirkweise und Bedeutsamkeit in Deutschland gleichsetzen zu wollen. Gegen Extemismus sein, heißt, gegen totalitäre, inhumane, unfreiheitliche Überzeugungen zu sein.  Sämtliches ist im linksextremen politischen Spektrum mit den stalinistischen Diktaturen des Ostblockes und auch während der 60er- bis 80er-Jahre mit der RAF zur Genüge unter Beweis gestellt worden.<br />
Zu sagen, man müsse gegen Rechts sein, weil die Rechtsextremen mehr Menschen umbrächten, hieße, gegen Symptome anzugehen, nicht gegen die Ideologien, denen sie entspringen können.</p>
<p>Hätte die Polizei im letzten Jahr durchgreifen und den Marsch der Rechtsextremen durchsetzen müssen? Das jüngste Verwaltungsgerichtsurteil <a href="http://www.dnn-online.de/dresden/citynews/gericht-polizei-muss-mehr-fuer-neonazis-tun/r-citynews-a-19374.html">sagt</a> Ja. Doch schon im verlinkten Artikel des geschätzten Kollegen Christoph Springer wird die eigentliche Botschaft des Urteils zur Groteske verdreht: Es besagt eben nicht, dass die Polizei &#8220;mehr für Nazis tun&#8221; muss, sondern dass die Polizei als staatliche Ordnungskraft verpflichtet ist, Recht und Gesetz durchzusetzen &#8211; denn nach Recht und Gesetz war der Nazi-Aufmarsch legal, da angemeldet und genehmigt, und die Blockade nicht. Ebenso, wie sie verpflichtet ist, den Aufmarsch der Linksextremen, die Bürgerkette und andere genehmigte Veranstaltungen zu schützen, ist sie auch verpflichtet, den Marsch der Rechtsextremen zu schützen. Simple as that.</p>
<p>Ich wiederhole es auch in diesem Jahr: Keine Blockade der Welt wird dazu beitragen, dass man die &#8220;rechten Hackfressen&#8221; nicht mehr zu Gesicht bekommt, dass sie sich in Luft auflösen und das Problem des Rechtssextremismus irgendwann von selbst verschwindet. Aber vielleicht will man das im Lager der Blockierer ja auch gar nicht wirklich, denn was würde man dann jedes Jahr am 13. Februar bloß tun? Keine Massenkundgebungen mit Fahnen und Kampfparolen mehr! Keine Schlägereien mit Nazis! Keine brennenden Container! Kein Grund, sich sinnlos zu besaufen und anschließend die Hauseingänge der Neustadt voll zu urinieren! Keine Gelegenheit, sich als Held und Sieger selbst zu feiern!</p>
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		<title>Frieden.</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 12:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, der sollte dem Garnisonfriedhof an der Marienallee unbedingt im Winter einen Besuch abstatten. Nirgends ist es ruhiger, friedlicher und feierlich als dort, wenn der Schnee zentimeterhoch alles bedeckt, beinahe jedes Geräusch verschluckt und dabei im stahlenden Sonnenschein glitzert und funkelt. Kaum ein Ort hätte den Namen &#8220;FRIEDhof&#8221; mehr verdient.</p>
<p><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/784.jpg"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/784.jpg" alt="" title="" width="800" height="600" class="alignright size-full wp-image-2667"  displayexif=".DISPEXIF_23836" /></a></p>
<div id="attachment_2668" class="wp-caption alignright" style="width: 810px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/787.jpg"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/787.jpg" alt="Der Schnee deckt gnädig die Spuren der Verwahrlosung im Nordflügel zu." title="Der Schnee deckt gnädig die Spuren der Verwahrlosung im Nordflügel zu." width="800" height="600" class="size-full wp-image-2668"  displayexif=".DISPEXIF_47629" /></a><p class="wp-caption-text">Der Schnee deckt gnädig die Spuren der Verwahrlosung im Nordflügel zu.</p></div>
<p><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/793.jpg"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/793.jpg" alt="" title="" width="600" height="800" class="alignright size-full wp-image-2669"  displayexif=".DISPEXIF_58762" /></a></p>
<p><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/782.jpg"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/782.jpg" alt="" title="782" width="800" height="600" class="alignright size-full wp-image-2673"  displayexif=".DISPEXIF_12407" /></a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, der sollte dem Garnisonfriedhof an der Marienallee unbedingt im Winter einen Besuch abstatten. Nirgends ist es ruhiger, friedlicher und feierlich als dort, wenn der Schnee zentimeterhoch alles bedeckt, beinahe jedes Geräusch verschluckt und dabei im stahlenden Sonnenschein glitzert und funkelt. Kaum ein Ort hätte den Namen &#8220;FRIEDhof&#8221; mehr verdient.</p>
<p><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/784.jpg"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/784.jpg" alt="" title="" width="800" height="600" class="alignright size-full wp-image-2667"  displayexif=".DISPEXIF_82936" /></a></p>
<div id="attachment_2668" class="wp-caption alignright" style="width: 810px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/787.jpg"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/787.jpg" alt="Der Schnee deckt gnädig die Spuren der Verwahrlosung im Nordflügel zu." title="Der Schnee deckt gnädig die Spuren der Verwahrlosung im Nordflügel zu." width="800" height="600" class="size-full wp-image-2668"  displayexif=".DISPEXIF_28315" /></a><p class="wp-caption-text">Der Schnee deckt gnädig die Spuren der Verwahrlosung im Nordflügel zu.</p></div>
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<p><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/782.jpg"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2011/01/782.jpg" alt="" title="782" width="800" height="600" class="alignright size-full wp-image-2673"  displayexif=".DISPEXIF_38790" /></a></p>
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		<title>Heiße Phase im Friedhofsstreit beginnt.</title>
		<link>http://djane.momocat.de/2010-11-13-heise-phase-im-friedhofsstreit-beginnt/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Nov 2010 09:25:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Am Donnerstag &#8211; zu Fastnachtsbeginn &#8211; fand im Ministerium für Soziales ein inoffizieller Termin zum Garnisonfriedhof statt. Nichts Genaues wurde über die tatsächlichen Teilnehmer bekannt, außer, dass Ministerium, Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) und Herr Leroff vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beteiligt waren. Von Herrn Leroff erfuhr ich, dass Argumente und Wünsche der &#8220;russischen Seite&#8221; betreffs die Umgestaltung des Nordflügels gehört und dann eine Entscheidung getroffen werden sollten. Baubeginn soll wohl je nach Wetterlage Anfang nächsten Jahres sein &#8211; da kann man eigentlich nur auf einen langen, harten Winter hoffen. Die russische Seite (Konsulat und Botschaft) hingegen haben uns versichert, nach wie vor zu keiner Entscheidung gekommen zu sein, und auch von einem Termin im Sozialministerium vom 11.11. wüsste man nichts.</p>
<p>Nach langem Hin und Her, vielen Beratungen und einer Phase des Werbens um Aufmerksamkeit und Interesse für die von Zerstörung bedrohten Grabmale aus den 50er- bis 80er-Jahren im Nordflügel des Garnisonfriedhofes ist es nun so weit: In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Russischen Kulturinstitut (DRKI), dem Verein Echo e. V. und mit der Unterstützung vieler weiterer Institutionen und BürgerInnen wurde nun eine Eingabe an das Sächsische Staatsministerium des Inneren verfasst, die in der kommenden Woche dort eingehen wird. Das DRKI hat freundlicherweise seinen Briefkopf zur Verfügung gestellt und fungiert somit als Hauptinitiator.</p>
<p>Darin wird zum einen Kritik an der Art und Weise geübt, wie der Freistaat über viele Jahre hinweg nicht nur den Nordflügel dem Verfall, sondern auch die Kriegsgräberstätte &#8211; trotz Bundesförderung nach dem Gräbergesetz &#8211; zusehends der Verwahrlosung preisgibt.<br />
Des Weiteren wird punktweise stichhaltig argumentiert, weshalb wir mit den derzeitigen Plänen des Freistaates für die Umgestaltung, zumindest was den Abriss der Grabmale betrifft, nicht einverstanden sind.<br />
Zu guter Letzt wird dargelegt, weshalb wir der Ansicht sind, dass der Friedhofsteil unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. </p>
<p>Es ist zudem gelungen, sowohl im Dresdner Amt für Kultur und Denkmalschutz sowie im Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft Unterstützer für unser Anliegen zu finden. <del datetime="2010-12-13T16:33:35+00:00">Der Dresdner Verband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat die Petition &#8211; entgegen der Position seines Landesverbandes &#8211; ebenso unterzeichnet wie der Erzpriester der Russisch-Orthodoxen Gemeinde Dresden und einige weitere Vereine von deutscher wie russischer Seite.</del><br />
Anmerkung: Wie jetzt erst bekannt wurde, wurde die Petition den zuvor benannten beiden Institutionen entgegen zuvor lautenden Aussagen des DRKI doch nicht zur Unterschrift vorgelegt, sondern in der oben sichtbaren Fassung eingereicht.</p>
<div id="attachment_2548" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/Sologubowkagr.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/Sologubowkagr-300x225.jpg" alt="Deutscher Soldatenfriedhof Sologubowka bei St. Petersburg. Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge." title="Deutscher Soldatenfriedhof Sologubowka bei St. Petersburg. Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2548" /></a><p class="wp-caption-text">Deutscher Soldatenfriedhof Sologubowka bei St. Petersburg. Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.</p></div>
<div id="attachment_2549" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/501.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/501-300x225.jpg" alt="Sowjetischer Soldatenfriedhof in Dresden." title="Sowjetischer Soldatenfriedhof in Dresden." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2549" /></a><p class="wp-caption-text">Sowjetischer Soldatenfriedhof in Dresden.</p></div>
<div id="attachment_2551" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/11712_X.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/11712_X.jpg" alt="Neu errichteter deutscher Soldatenfriedhof in Kursk." title="Neu errichteter deutscher Soldatenfriedhof in Kursk." width="450" height="150" class="size-full wp-image-2551" /></a><p class="wp-caption-text">Neu errichteter deutscher Soldatenfriedhof in Kursk. Quelle: www.weltkriegsopfer.de.</p></div>
<p>Nachfolgend der exakte Wortlaut des Dokumentes:</p>
<blockquote><p>Sächsisches Staatsministerium des Inneren</p>
<p>Betrifft: Pläne des Freistaates Sachsen zur Umgestaltung des Nordflügels („Zivilteil“) des Garnisonfriedhofes der Sowjetischen Armee an der Marienallee, Dresden-Albertstadt </p>
<p>Ersuchen um die Verleihung der Denkmalschutzwürde für den Nordflügel </p>
<p>Sehr geehrte Frau xxxxx,</p>
<p>als bürgerschaftliche Interessengemeinschaft, die sich zusammengefunden hat, um das historische Erbe unserer schönen Stadt Dresden in all seinen Facetten zu schützen, zu erhalten und zu erforschen, um auch künftig eine gewinnbringende Auseinandersetzung und Aufarbeitung vergangener Epochen zu ermöglichen, wenden wir uns mit folgendem Anliegen an Sie.</p>
<p>1. Zustand des Garnisonfriedhofes, insbesondere des Nordflügels</p>
<p>Zum einen möchten wir unsere Bestürzung über den derzeitigen desolaten Zustand des Garnisonfriedhofes der Sowjetischen Armee, insbesondere des im Norden gelegenen Anbaus aus der Zeit der Besatzung (der sogenannte „Zivilteil“), zum Ausdruck bringen.<br />
Wir sind der Ansicht, dass der derzeitige Zustand des Friedhofes im Allgemeinen – sowohl auf der unter Denkmalschutz stehenden Hauptanlage, noch ausgeprägter aber auf dem „Zivilteil“ – in keinster Weise hinnehmbar ist. Auf dem gesamten Friedhof zeigen sich schwere Spuren von Vernachlässigung. Seit der Freistaat die Verwaltung des Geländes 1994 übernommen hat, wurde kein stabiler Zaun errichtet – Wildschäden prägen das Bild auf dem gesamten Areal. Für die Pflege erhält der Freistaat Bundesmittel unter anderem nach dem Gräbergesetz für den Erhalt der Kriegsgräber. Eine zweckorientierte Verwendung kann allerdings seit Jahren nicht wesentlich festgestellt werden. </p>
<p>Einige Beispiele:<br />
Seit Monaten ist die Türklinke des Haupttores auf der Außenseite abgebrochen.<br />
Die zur Heide hin installierten Maschendrahtzäune sind seit Jahren an mindestens drei verschiedenen Stellen zerstört.<br />
Ende September wurde auf der Kriegsgräberstätte der Rasen gemäht, die zentimeterhoch aufgewühlte Erde wurde hingegen nicht angetastet.<br />
Der einzige Wasserhahn auf der Kriegsgräberstätte funktioniert seit ewigen Zeiten nicht mehr, das Gleiche gilt für die Wasserhähne auf dem Nordflügel, eine Grabpflege vor Ort – etwa durch Angehörige – ist so gar nicht möglich.</p>
<p>Noch weitaus schlimmer stellt sich die Lage auf dem Nordflügel dar: Dass sich dort über 600 Gräber von Frauen, Kindern und zumeist sehr jungen Soldaten befinden, ist an vielen Stellen kaum mehr auf den zweiten Blick zu erkennen. Wege sind zugewachsen, Grabfelder völlig von Unkraut überwuchert und die Grabmale durch ausufernde Wildschweinsuhlen zumeist verschüttet und abgesunken. Der stiefmütterliche Umgang mit den Gräbern ehemaliger sowjetischer Bürger hier in Ostdeutschland hat gerade in den ehemaligen Sowjetrepubliken für Bestürzung sorgt. </p>
<p>Bekanntlich sieht nun auch der Freistaat Sachsen Handlungsbedarf. Das Vorhaben, das Areal endlich mit einem Wildzaun einzufrieden, begrüßen wir auf das Ausdrücklichste. Diese lange aufgeschobene Maßnahme wird in Zukunft helfen, gravierende Wildschäden zu vermeiden. Auch die angedachte grundlegende Instandsetzung des Areals, das Anlegen gepflegter Grünflächen sowie das Reduzieren des Wildwuchses begrüßen wir ausdrücklich. </p>
<p>Inakzeptabel ist für uns hingegen die Tatsache, dass diese Umgestaltungsmaßnahmen mit dem Abriss der Grabmale einhergehen sollen, um die künftigen Pflegekosten so gering wie möglich zu halten.<br />
Wir sind der Ansicht, dass es zum einen aus ethischen Gründen nicht akzeptabel ist, bestehenden Gräbern einfach ihren Gedenkstein zu nehmen, als dem Inbegriff dessen, was von den Verstorbenen verblieben ist: ihre Namen, ihre Lebensdaten, in Einzelfällen ihr Bildnis und in vielen die in steinerne Worte gegossene Trauer derer, die  zurückblieben. Selbst auf städtischen Friedhöfen wird dies so nicht gehandhabt: Entweder werden die Gräber komplett eingeebnet und wieder für Beerdigungen freigegeben, oder sie bleiben eben komplett erhalten und stehen unter Denkmalschutz (siehe etwa Elias-Friedhof).<br />
Des Weiteren sind wir der Ansicht, dass gerade die Grabsteine einen erheblichen historischen und kulturellen Wert darstellen, der mit ihrer Vernichtung unwiederbringlich verloren ginge. Nur, wenn die Grabanlagen insgesamt in ihrer Ursprünglichkeit bestehen bleiben, ist ein Nachvollziehen und Erleben der Lebensumstände und der Bestattungskultur während der vergangenen Epoche der sowjetischen Besatzungszeit in der Dresdner Garnison möglich. </p>
<p>2. Denkmalschutz für den Nordflügel </p>
<p>Zum zweiten möchten wir daher im Interesse eines möglichst dauerhaften Erhaltes des Friedhofscharakters des Nordflügels in seiner Ursprünglichkeit dazu auffordern, das Areal nicht länger wie ein Stiefkind der Hauptanlage zu behandeln und es endlich wie eben jene unter Denkmalschutz zu stellen.<br />
Es erschließt sich uns nicht, wie man eine Anlage, die von 1946 bis 1987 ein und demselben Zweck diente – nämlich der Bestattung jener Militärangehörigen und ihrer Verwandten, die ohne den von Deutschland verschuldeten Zweiten Weltkrieg nie hier stationiert gewesen wären –, derart nach ihrer vermeintlichen Wertigkeit spalten kann. Diese Spaltung hat zu dem als irrational zu bezeichnenden Umstand geführt, dass heute ein Grab eines 1965 in Dresden verstorbenen Offiziers (also nach Gräbergesetz kein Kriegstoter), das auf dem Südwestflügel des Friedhofes Platz fand, unter Denkmalschutz steht, das Grab eines 1952 verstorbenen 18-jährigen Rekruten auf dem Nordflügel hingegen nicht, welches deshalb dem Verfall preisgegeben ist und nun durch den Abriss des Grabsteins anonymisiert werden soll.<br />
Im Übrigen sind wir der Überzeugung, dass bereits die Unterscheidung zwischen „militärischem“ und „Zivilteil“, wie im Beamtendeutsch üblich, irreführend und schlichtweg falsch ist, da auf dem Nordflügel zu zwei Dritteln Soldaten begraben liegen (gezählt wurden 405 Soldatengräber und etwa 200 von Zivilisten), die zudem während der Besatzungszeit aufgrund des Kalten Krieges in ständiger Mobilmachung und unter Waffen standen und die Einheiten auf einen Kriegseinsatz permanent vorbereitet wurden. Es handelt sich also in der Tat mehrheitlich um militärische Gräber, deren Errichtung aufgrund des bestehenden Kalten Krieges als unmittelbarer Folge des Zweiten Weltkrieges sowie diverser unschöner Umstände des Militäralltages notwendig wurde.<br />
Die Unterscheidung zwischen Kriegsgräbern und Nicht-Kriegsgräbern als Kriterium für die Verleihung der Denkmalschutzwürde wird allein schon durch die fließenden Grenzen zwischen beiden auf der Hauptanlage ad absurdum geführt, wo neben den knapp 1250 Kriegstoten auch etwa 250 nach dem 31.3.1952 Verstorbene begraben sind. </p>
<p>Warum ist der Nordflügel unter Denkmalschutz zu stellen?</p>
<p>1.<br />
Der Nordflügel gehört untrennbar zum bereits unter Denkmalschutz stehenden Rest der Anlage. Schon aus der chronologischen Abfolge der Bestattungen auf dem gesamten Friedhof ist erkennbar, dass es keine ursprüngliche Trennung zwischen einer Anlage für die Kriegstoten und einer für später Verstorbene gab. Vielmehr ist man pragmatisch vorgegangen und hat aus Platzgründen die Anlage nach allen Seiten erweitert. Eine Abgrenzung ist allenfalls zwischen höheren und niederen Dienstgraden erkennbar: Während die Offiziere bis zur Reform des Sowjetischen Militärs 1967 und der dabei beschlossenen Rückführung verstorbener Militärangehöriger in die Heimat ausschließlich mit aufwendigen Grabmalen auf der Hauptanlage bestattet wurden, die sich von den Grabmalen der Kriegsgefallenen höherer Ränge mitnichten unterschieden, wurden die einfachen Soldaten in großer Zahl auf der nördlichen Erweiterung beigesetzt.</p>
<p>2.<br />
Die Grabmale auf dem Nordflügel bestehen aus naturbelassenem rotem Quarzporfyr mit aufwendig herausgearbeiteten, erhabenen Beschriftungen. Selbst nach 20 Jahren der Verwahrlosung sind die meisten davon noch sehr gut erhalten. Die Inschriften sind in kyrillischer Schrift verfasst und stellen in solch großer Zahl in Dresden eine absolute Rarität dar. Lebensdaten und Dienstgrade geben wertvolle Aufschlüsse über die Lebensverhältnisse in der damaligen Garnison. Die Grabmale bieten einen wahren Fundus an Informationen für Historiker und Wissenschaftler. Der Nordflügel ist Teil des einzigen Dresdner Friedhofes, auf dem ausschließlich nicht-deutsche Staatsangehörige begraben sind.</p>
<p>3.<br />
Der Nordflügel ist landschaftsarchitektonisch planvoll und gestalterisch aufwendig in die Hanglage des oberen Prießnitzgrundes eingepasst. Die terrassenförmig gestaltete Anlage mit viel altem Baumbestand sowie  sandsteingefassten Grabfeldern und Wegen stellt ein Kleinod landschaftsbaulicher Handwerkskunst dar. Anderenorts – etwa in Russland – werden solche Anlagen heute teuer und aufwendig errichtet, sobald ein weiteres Massengrab deutscher Wehrmachtssoldaten aus dem 2. Weltkrieg entdeckt wird. In Dresden hat man eine solche Anlage bereits – und möchte sie nun ihrer wesentlichen Struktur berauben.</p>
<p>4.<br />
Der Nordflügel stellt ein Zeitzeugnis einer in sich abgeschlossenen historischen Epoche Dresdner Geschichte dar. Er dokumentiert die Existenz und den Umgang mit Lebenden wie Toten von Menschen einer anderen Nation, die hier fast ein halbes Jahrhundert lang gelebt haben. Und er dokumentiert die Wirkmechanismen einer totalitären, auf  ständige Wehrhaftigkeit getrimmten Diktatur nach innen. </p>
<p>Uns lässt der Gedanke keine Ruhe, dass man Menschen, die während der SED-Diktatur Unrecht erfuhren, Denkmäler setzt, weil es der politischen Leitlinie entgegenkommt, während man Menschen, die zur gleichen Zeit, zumeist unbemerkt von der Öffentlichkeit, teils unter unmenschlichen Bedingungen den Tod fanden, vergisst bzw. nicht einmal Willens ist, ihre Gräber zu erhalten, weil es sich um keine deutschen Opfer handelte, sondern um Angehörige der kommunistischen Besatzungsmacht, die heute immer noch synonym für ein äußerst diffuses, wenig differenziertes Feindbild steht.<br />
Mit dem Garnisonfriedhof ist uns Dresdnern eine Möglichkeit gegeben, an den Gräbern der Toten über die Folgen von Diktatur und Militarismus aufzuklären, die für Menschlichkeit oft keinen Platz ließen. Aber auch eine Möglichkeit, uns zu erinnern an die Zeit der Besatzung und das oft problematische Zusammenleben, geprägt von Misstrauen und ideologisch konstruierten Freund- und Feindbildern, das nur selten Raum für tatsächliche Annäherung bot. </p>
<p>Nicht zuletzt das Deutsch-Russische Kulturinstitut steht heute für eben jenen Gedanken gelebter Annäherung zwischen Deutschen und ehemaligen Sowjets, zwischen Kriegsschuldnern und Besatzern. Es gibt viele Ideen für Jugendprojekte und integrationsfördernde Maßnahmen etwa für Migranten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, in die die ehrenamtliche Pflege des Zivilteils des Garnisonfriedhofes im Rahmen von Bildungs- und Begegnungsseminaren und auch als aktives Erleben eines Teils eigener Geschichte eingebunden werden könnte.<br />
Es ist uns wichtig, den Friedhof auch für Informations- und Aufklärungsarbeit zu nutzen, Menschen, die die Vergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt haben, ins Gespräch zu bringen und somit auch zum Abbau der allgemeinen Situation der Scham und des Schweigens über jene Zeit beizutragen.</p>
<p>Als historisches Zeitzeugnis von derartiger Bedeutsamkeit ist der Garnisonfriedhof als untrennbare Einheit zu betrachten und daher insgesamt unter Denkmalschutz zu stellen, um seinen dauerhaften Erhalt zu garantieren. </p>
<p>Die Unterzeichner:</p>
<p>Deutsch-Russisches Kulturinstitut, Herr Dr. Wolfgang Schälike:</p>
<p>Verein European Culture and Hospice Oganizations, Frau Prof. Dr. Ingrid-Ulrike Grom:</p>
<p>Frau Jane Jannke, freie Journalistin: </p>
<p>im Namen vieler weiterer Kulturfreunde, die derzeit in einer separaten Unterschriftenliste ihre Unterstützung bekunden.
</p></blockquote>
<div id="attachment_2521" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/025.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/025-225x300.jpg" alt="Keiner der 4 Wasserhähne auf der Anlage funktioniert mehr." title="Keiner der 4 Wasserhähne auf der Anlage funktioniert mehr." width="225" height="300" class="size-medium wp-image-2521" /></a><p class="wp-caption-text">Keiner der 4 Wasserhähne auf der Anlage funktioniert mehr.</p></div>
<div id="attachment_2522" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/4113.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/4113-225x300.jpg" alt="Die Türklinke des Haupttores ist seit Monaten defekt." title="Die Türklinke des Haupttores ist seit Monaten defekt." width="225" height="300" class="size-medium wp-image-2522" /></a><p class="wp-caption-text">Die Türklinke des Haupttores ist seit Monaten defekt.</p></div>
<p><del datetime="2010-12-13T16:36:49+00:00">Die Liste der Unterzeichner ist derweil noch angewachsen, die aktuelle Fassung liegt mir noch nicht vor, da Herr Dr. Schälike bis gestern noch von Pontius nach Pilatus unterwegs war, um alle Unterzeichner zu erreichen.</del></p>
<p><strong>Wer diese Eingabe und damit den Erhalt der Grabstätten seinerseits unterstützen möchte, kann dies jederzeit im Deutsch-Russischen Kulturinstitut Dresden, Zittauer Straße 29, 01099 Dresden, tun. Dort liegen seit gestern Unterschriftenlisten aus.</strong><br />
Für ein Gespräch und einen Kaffee wird man dort gern Zeit haben.</p>
<p>Es bleibt nun, zu hoffen, dass man an entscheidender Stelle zugänglich für Argumente und zur Zusammenarbeit mit Vereinen und Bürgern bereit sein wird.<br />
<div id="attachment_2516" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/023.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/023-300x225.jpg" alt="Blumen zum 45. Todestag. Worotynzew, Nordflügel." title="Oktober: Blumen zum 45. Todestag, Nordflügel." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2516" /></a><p class="wp-caption-text">Oktober: Blumen zum 45. Todestag. Worotynzew, Nikolai Kuzmich. Nordflügel.</p></div></p>
<div id="attachment_2517" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/024.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/024-225x300.jpg" alt="Oktober: Blumengruß nach 65 Jahren, Kriegsgräberstätte." title="Oktober: Blumengruß nach 65 Jahren, Kriegsgräberstätte." width="225" height="300" class="size-medium wp-image-2517" /></a><p class="wp-caption-text">Oktober: Blumengruß nach 65 Jahren, Kriegsgräberstätte.</p></div>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstag &#8211; zu Fastnachtsbeginn &#8211; fand im Ministerium für Soziales ein inoffizieller Termin zum Garnisonfriedhof statt. Nichts Genaues wurde über die tatsächlichen Teilnehmer bekannt, außer, dass Ministerium, Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) und Herr Leroff vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beteiligt waren. Von Herrn Leroff erfuhr ich, dass Argumente und Wünsche der &#8220;russischen Seite&#8221; betreffs die Umgestaltung des Nordflügels gehört und dann eine Entscheidung getroffen werden sollten. Baubeginn soll wohl je nach Wetterlage Anfang nächsten Jahres sein &#8211; da kann man eigentlich nur auf einen langen, harten Winter hoffen. Die russische Seite (Konsulat und Botschaft) hingegen haben uns versichert, nach wie vor zu keiner Entscheidung gekommen zu sein, und auch von einem Termin im Sozialministerium vom 11.11. wüsste man nichts.</p>
<p>Nach langem Hin und Her, vielen Beratungen und einer Phase des Werbens um Aufmerksamkeit und Interesse für die von Zerstörung bedrohten Grabmale aus den 50er- bis 80er-Jahren im Nordflügel des Garnisonfriedhofes ist es nun so weit: In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Russischen Kulturinstitut (DRKI), dem Verein Echo e. V. und mit der Unterstützung vieler weiterer Institutionen und BürgerInnen wurde nun eine Eingabe an das Sächsische Staatsministerium des Inneren verfasst, die in der kommenden Woche dort eingehen wird. Das DRKI hat freundlicherweise seinen Briefkopf zur Verfügung gestellt und fungiert somit als Hauptinitiator.</p>
<p>Darin wird zum einen Kritik an der Art und Weise geübt, wie der Freistaat über viele Jahre hinweg nicht nur den Nordflügel dem Verfall, sondern auch die Kriegsgräberstätte &#8211; trotz Bundesförderung nach dem Gräbergesetz &#8211; zusehends der Verwahrlosung preisgibt.<br />
Des Weiteren wird punktweise stichhaltig argumentiert, weshalb wir mit den derzeitigen Plänen des Freistaates für die Umgestaltung, zumindest was den Abriss der Grabmale betrifft, nicht einverstanden sind.<br />
Zu guter Letzt wird dargelegt, weshalb wir der Ansicht sind, dass der Friedhofsteil unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. </p>
<p>Es ist zudem gelungen, sowohl im Dresdner Amt für Kultur und Denkmalschutz sowie im Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft Unterstützer für unser Anliegen zu finden. <del datetime="2010-12-13T16:33:35+00:00">Der Dresdner Verband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat die Petition &#8211; entgegen der Position seines Landesverbandes &#8211; ebenso unterzeichnet wie der Erzpriester der Russisch-Orthodoxen Gemeinde Dresden und einige weitere Vereine von deutscher wie russischer Seite.</del><br />
Anmerkung: Wie jetzt erst bekannt wurde, wurde die Petition den zuvor benannten beiden Institutionen entgegen zuvor lautenden Aussagen des DRKI doch nicht zur Unterschrift vorgelegt, sondern in der oben sichtbaren Fassung eingereicht.</p>
<div id="attachment_2548" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/Sologubowkagr.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/Sologubowkagr-300x225.jpg" alt="Deutscher Soldatenfriedhof Sologubowka bei St. Petersburg. Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge." title="Deutscher Soldatenfriedhof Sologubowka bei St. Petersburg. Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2548" /></a><p class="wp-caption-text">Deutscher Soldatenfriedhof Sologubowka bei St. Petersburg. Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.</p></div>
<div id="attachment_2549" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/501.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/501-300x225.jpg" alt="Sowjetischer Soldatenfriedhof in Dresden." title="Sowjetischer Soldatenfriedhof in Dresden." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2549" /></a><p class="wp-caption-text">Sowjetischer Soldatenfriedhof in Dresden.</p></div>
<div id="attachment_2551" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/11712_X.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/11712_X.jpg" alt="Neu errichteter deutscher Soldatenfriedhof in Kursk." title="Neu errichteter deutscher Soldatenfriedhof in Kursk." width="450" height="150" class="size-full wp-image-2551" /></a><p class="wp-caption-text">Neu errichteter deutscher Soldatenfriedhof in Kursk. Quelle: www.weltkriegsopfer.de.</p></div>
<p>Nachfolgend der exakte Wortlaut des Dokumentes:</p>
<blockquote><p>Sächsisches Staatsministerium des Inneren</p>
<p>Betrifft: Pläne des Freistaates Sachsen zur Umgestaltung des Nordflügels („Zivilteil“) des Garnisonfriedhofes der Sowjetischen Armee an der Marienallee, Dresden-Albertstadt </p>
<p>Ersuchen um die Verleihung der Denkmalschutzwürde für den Nordflügel </p>
<p>Sehr geehrte Frau xxxxx,</p>
<p>als bürgerschaftliche Interessengemeinschaft, die sich zusammengefunden hat, um das historische Erbe unserer schönen Stadt Dresden in all seinen Facetten zu schützen, zu erhalten und zu erforschen, um auch künftig eine gewinnbringende Auseinandersetzung und Aufarbeitung vergangener Epochen zu ermöglichen, wenden wir uns mit folgendem Anliegen an Sie.</p>
<p>1. Zustand des Garnisonfriedhofes, insbesondere des Nordflügels</p>
<p>Zum einen möchten wir unsere Bestürzung über den derzeitigen desolaten Zustand des Garnisonfriedhofes der Sowjetischen Armee, insbesondere des im Norden gelegenen Anbaus aus der Zeit der Besatzung (der sogenannte „Zivilteil“), zum Ausdruck bringen.<br />
Wir sind der Ansicht, dass der derzeitige Zustand des Friedhofes im Allgemeinen – sowohl auf der unter Denkmalschutz stehenden Hauptanlage, noch ausgeprägter aber auf dem „Zivilteil“ – in keinster Weise hinnehmbar ist. Auf dem gesamten Friedhof zeigen sich schwere Spuren von Vernachlässigung. Seit der Freistaat die Verwaltung des Geländes 1994 übernommen hat, wurde kein stabiler Zaun errichtet – Wildschäden prägen das Bild auf dem gesamten Areal. Für die Pflege erhält der Freistaat Bundesmittel unter anderem nach dem Gräbergesetz für den Erhalt der Kriegsgräber. Eine zweckorientierte Verwendung kann allerdings seit Jahren nicht wesentlich festgestellt werden. </p>
<p>Einige Beispiele:<br />
Seit Monaten ist die Türklinke des Haupttores auf der Außenseite abgebrochen.<br />
Die zur Heide hin installierten Maschendrahtzäune sind seit Jahren an mindestens drei verschiedenen Stellen zerstört.<br />
Ende September wurde auf der Kriegsgräberstätte der Rasen gemäht, die zentimeterhoch aufgewühlte Erde wurde hingegen nicht angetastet.<br />
Der einzige Wasserhahn auf der Kriegsgräberstätte funktioniert seit ewigen Zeiten nicht mehr, das Gleiche gilt für die Wasserhähne auf dem Nordflügel, eine Grabpflege vor Ort – etwa durch Angehörige – ist so gar nicht möglich.</p>
<p>Noch weitaus schlimmer stellt sich die Lage auf dem Nordflügel dar: Dass sich dort über 600 Gräber von Frauen, Kindern und zumeist sehr jungen Soldaten befinden, ist an vielen Stellen kaum mehr auf den zweiten Blick zu erkennen. Wege sind zugewachsen, Grabfelder völlig von Unkraut überwuchert und die Grabmale durch ausufernde Wildschweinsuhlen zumeist verschüttet und abgesunken. Der stiefmütterliche Umgang mit den Gräbern ehemaliger sowjetischer Bürger hier in Ostdeutschland hat gerade in den ehemaligen Sowjetrepubliken für Bestürzung sorgt. </p>
<p>Bekanntlich sieht nun auch der Freistaat Sachsen Handlungsbedarf. Das Vorhaben, das Areal endlich mit einem Wildzaun einzufrieden, begrüßen wir auf das Ausdrücklichste. Diese lange aufgeschobene Maßnahme wird in Zukunft helfen, gravierende Wildschäden zu vermeiden. Auch die angedachte grundlegende Instandsetzung des Areals, das Anlegen gepflegter Grünflächen sowie das Reduzieren des Wildwuchses begrüßen wir ausdrücklich. </p>
<p>Inakzeptabel ist für uns hingegen die Tatsache, dass diese Umgestaltungsmaßnahmen mit dem Abriss der Grabmale einhergehen sollen, um die künftigen Pflegekosten so gering wie möglich zu halten.<br />
Wir sind der Ansicht, dass es zum einen aus ethischen Gründen nicht akzeptabel ist, bestehenden Gräbern einfach ihren Gedenkstein zu nehmen, als dem Inbegriff dessen, was von den Verstorbenen verblieben ist: ihre Namen, ihre Lebensdaten, in Einzelfällen ihr Bildnis und in vielen die in steinerne Worte gegossene Trauer derer, die  zurückblieben. Selbst auf städtischen Friedhöfen wird dies so nicht gehandhabt: Entweder werden die Gräber komplett eingeebnet und wieder für Beerdigungen freigegeben, oder sie bleiben eben komplett erhalten und stehen unter Denkmalschutz (siehe etwa Elias-Friedhof).<br />
Des Weiteren sind wir der Ansicht, dass gerade die Grabsteine einen erheblichen historischen und kulturellen Wert darstellen, der mit ihrer Vernichtung unwiederbringlich verloren ginge. Nur, wenn die Grabanlagen insgesamt in ihrer Ursprünglichkeit bestehen bleiben, ist ein Nachvollziehen und Erleben der Lebensumstände und der Bestattungskultur während der vergangenen Epoche der sowjetischen Besatzungszeit in der Dresdner Garnison möglich. </p>
<p>2. Denkmalschutz für den Nordflügel </p>
<p>Zum zweiten möchten wir daher im Interesse eines möglichst dauerhaften Erhaltes des Friedhofscharakters des Nordflügels in seiner Ursprünglichkeit dazu auffordern, das Areal nicht länger wie ein Stiefkind der Hauptanlage zu behandeln und es endlich wie eben jene unter Denkmalschutz zu stellen.<br />
Es erschließt sich uns nicht, wie man eine Anlage, die von 1946 bis 1987 ein und demselben Zweck diente – nämlich der Bestattung jener Militärangehörigen und ihrer Verwandten, die ohne den von Deutschland verschuldeten Zweiten Weltkrieg nie hier stationiert gewesen wären –, derart nach ihrer vermeintlichen Wertigkeit spalten kann. Diese Spaltung hat zu dem als irrational zu bezeichnenden Umstand geführt, dass heute ein Grab eines 1965 in Dresden verstorbenen Offiziers (also nach Gräbergesetz kein Kriegstoter), das auf dem Südwestflügel des Friedhofes Platz fand, unter Denkmalschutz steht, das Grab eines 1952 verstorbenen 18-jährigen Rekruten auf dem Nordflügel hingegen nicht, welches deshalb dem Verfall preisgegeben ist und nun durch den Abriss des Grabsteins anonymisiert werden soll.<br />
Im Übrigen sind wir der Überzeugung, dass bereits die Unterscheidung zwischen „militärischem“ und „Zivilteil“, wie im Beamtendeutsch üblich, irreführend und schlichtweg falsch ist, da auf dem Nordflügel zu zwei Dritteln Soldaten begraben liegen (gezählt wurden 405 Soldatengräber und etwa 200 von Zivilisten), die zudem während der Besatzungszeit aufgrund des Kalten Krieges in ständiger Mobilmachung und unter Waffen standen und die Einheiten auf einen Kriegseinsatz permanent vorbereitet wurden. Es handelt sich also in der Tat mehrheitlich um militärische Gräber, deren Errichtung aufgrund des bestehenden Kalten Krieges als unmittelbarer Folge des Zweiten Weltkrieges sowie diverser unschöner Umstände des Militäralltages notwendig wurde.<br />
Die Unterscheidung zwischen Kriegsgräbern und Nicht-Kriegsgräbern als Kriterium für die Verleihung der Denkmalschutzwürde wird allein schon durch die fließenden Grenzen zwischen beiden auf der Hauptanlage ad absurdum geführt, wo neben den knapp 1250 Kriegstoten auch etwa 250 nach dem 31.3.1952 Verstorbene begraben sind. </p>
<p>Warum ist der Nordflügel unter Denkmalschutz zu stellen?</p>
<p>1.<br />
Der Nordflügel gehört untrennbar zum bereits unter Denkmalschutz stehenden Rest der Anlage. Schon aus der chronologischen Abfolge der Bestattungen auf dem gesamten Friedhof ist erkennbar, dass es keine ursprüngliche Trennung zwischen einer Anlage für die Kriegstoten und einer für später Verstorbene gab. Vielmehr ist man pragmatisch vorgegangen und hat aus Platzgründen die Anlage nach allen Seiten erweitert. Eine Abgrenzung ist allenfalls zwischen höheren und niederen Dienstgraden erkennbar: Während die Offiziere bis zur Reform des Sowjetischen Militärs 1967 und der dabei beschlossenen Rückführung verstorbener Militärangehöriger in die Heimat ausschließlich mit aufwendigen Grabmalen auf der Hauptanlage bestattet wurden, die sich von den Grabmalen der Kriegsgefallenen höherer Ränge mitnichten unterschieden, wurden die einfachen Soldaten in großer Zahl auf der nördlichen Erweiterung beigesetzt.</p>
<p>2.<br />
Die Grabmale auf dem Nordflügel bestehen aus naturbelassenem rotem Quarzporfyr mit aufwendig herausgearbeiteten, erhabenen Beschriftungen. Selbst nach 20 Jahren der Verwahrlosung sind die meisten davon noch sehr gut erhalten. Die Inschriften sind in kyrillischer Schrift verfasst und stellen in solch großer Zahl in Dresden eine absolute Rarität dar. Lebensdaten und Dienstgrade geben wertvolle Aufschlüsse über die Lebensverhältnisse in der damaligen Garnison. Die Grabmale bieten einen wahren Fundus an Informationen für Historiker und Wissenschaftler. Der Nordflügel ist Teil des einzigen Dresdner Friedhofes, auf dem ausschließlich nicht-deutsche Staatsangehörige begraben sind.</p>
<p>3.<br />
Der Nordflügel ist landschaftsarchitektonisch planvoll und gestalterisch aufwendig in die Hanglage des oberen Prießnitzgrundes eingepasst. Die terrassenförmig gestaltete Anlage mit viel altem Baumbestand sowie  sandsteingefassten Grabfeldern und Wegen stellt ein Kleinod landschaftsbaulicher Handwerkskunst dar. Anderenorts – etwa in Russland – werden solche Anlagen heute teuer und aufwendig errichtet, sobald ein weiteres Massengrab deutscher Wehrmachtssoldaten aus dem 2. Weltkrieg entdeckt wird. In Dresden hat man eine solche Anlage bereits – und möchte sie nun ihrer wesentlichen Struktur berauben.</p>
<p>4.<br />
Der Nordflügel stellt ein Zeitzeugnis einer in sich abgeschlossenen historischen Epoche Dresdner Geschichte dar. Er dokumentiert die Existenz und den Umgang mit Lebenden wie Toten von Menschen einer anderen Nation, die hier fast ein halbes Jahrhundert lang gelebt haben. Und er dokumentiert die Wirkmechanismen einer totalitären, auf  ständige Wehrhaftigkeit getrimmten Diktatur nach innen. </p>
<p>Uns lässt der Gedanke keine Ruhe, dass man Menschen, die während der SED-Diktatur Unrecht erfuhren, Denkmäler setzt, weil es der politischen Leitlinie entgegenkommt, während man Menschen, die zur gleichen Zeit, zumeist unbemerkt von der Öffentlichkeit, teils unter unmenschlichen Bedingungen den Tod fanden, vergisst bzw. nicht einmal Willens ist, ihre Gräber zu erhalten, weil es sich um keine deutschen Opfer handelte, sondern um Angehörige der kommunistischen Besatzungsmacht, die heute immer noch synonym für ein äußerst diffuses, wenig differenziertes Feindbild steht.<br />
Mit dem Garnisonfriedhof ist uns Dresdnern eine Möglichkeit gegeben, an den Gräbern der Toten über die Folgen von Diktatur und Militarismus aufzuklären, die für Menschlichkeit oft keinen Platz ließen. Aber auch eine Möglichkeit, uns zu erinnern an die Zeit der Besatzung und das oft problematische Zusammenleben, geprägt von Misstrauen und ideologisch konstruierten Freund- und Feindbildern, das nur selten Raum für tatsächliche Annäherung bot. </p>
<p>Nicht zuletzt das Deutsch-Russische Kulturinstitut steht heute für eben jenen Gedanken gelebter Annäherung zwischen Deutschen und ehemaligen Sowjets, zwischen Kriegsschuldnern und Besatzern. Es gibt viele Ideen für Jugendprojekte und integrationsfördernde Maßnahmen etwa für Migranten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, in die die ehrenamtliche Pflege des Zivilteils des Garnisonfriedhofes im Rahmen von Bildungs- und Begegnungsseminaren und auch als aktives Erleben eines Teils eigener Geschichte eingebunden werden könnte.<br />
Es ist uns wichtig, den Friedhof auch für Informations- und Aufklärungsarbeit zu nutzen, Menschen, die die Vergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt haben, ins Gespräch zu bringen und somit auch zum Abbau der allgemeinen Situation der Scham und des Schweigens über jene Zeit beizutragen.</p>
<p>Als historisches Zeitzeugnis von derartiger Bedeutsamkeit ist der Garnisonfriedhof als untrennbare Einheit zu betrachten und daher insgesamt unter Denkmalschutz zu stellen, um seinen dauerhaften Erhalt zu garantieren. </p>
<p>Die Unterzeichner:</p>
<p>Deutsch-Russisches Kulturinstitut, Herr Dr. Wolfgang Schälike:</p>
<p>Verein European Culture and Hospice Oganizations, Frau Prof. Dr. Ingrid-Ulrike Grom:</p>
<p>Frau Jane Jannke, freie Journalistin: </p>
<p>im Namen vieler weiterer Kulturfreunde, die derzeit in einer separaten Unterschriftenliste ihre Unterstützung bekunden.
</p></blockquote>
<div id="attachment_2521" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/025.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/025-225x300.jpg" alt="Keiner der 4 Wasserhähne auf der Anlage funktioniert mehr." title="Keiner der 4 Wasserhähne auf der Anlage funktioniert mehr." width="225" height="300" class="size-medium wp-image-2521" /></a><p class="wp-caption-text">Keiner der 4 Wasserhähne auf der Anlage funktioniert mehr.</p></div>
<div id="attachment_2522" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/4113.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/4113-225x300.jpg" alt="Die Türklinke des Haupttores ist seit Monaten defekt." title="Die Türklinke des Haupttores ist seit Monaten defekt." width="225" height="300" class="size-medium wp-image-2522" /></a><p class="wp-caption-text">Die Türklinke des Haupttores ist seit Monaten defekt.</p></div>
<p><del datetime="2010-12-13T16:36:49+00:00">Die Liste der Unterzeichner ist derweil noch angewachsen, die aktuelle Fassung liegt mir noch nicht vor, da Herr Dr. Schälike bis gestern noch von Pontius nach Pilatus unterwegs war, um alle Unterzeichner zu erreichen.</del></p>
<p><strong>Wer diese Eingabe und damit den Erhalt der Grabstätten seinerseits unterstützen möchte, kann dies jederzeit im Deutsch-Russischen Kulturinstitut Dresden, Zittauer Straße 29, 01099 Dresden, tun. Dort liegen seit gestern Unterschriftenlisten aus.</strong><br />
Für ein Gespräch und einen Kaffee wird man dort gern Zeit haben.</p>
<p>Es bleibt nun, zu hoffen, dass man an entscheidender Stelle zugänglich für Argumente und zur Zusammenarbeit mit Vereinen und Bürgern bereit sein wird.<br />
<div id="attachment_2516" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/023.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/023-300x225.jpg" alt="Blumen zum 45. Todestag. Worotynzew, Nordflügel." title="Oktober: Blumen zum 45. Todestag, Nordflügel." width="300" height="225" class="size-medium wp-image-2516" /></a><p class="wp-caption-text">Oktober: Blumen zum 45. Todestag. Worotynzew, Nikolai Kuzmich. Nordflügel.</p></div></p>
<div id="attachment_2517" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/024.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/11/024-225x300.jpg" alt="Oktober: Blumengruß nach 65 Jahren, Kriegsgräberstätte." title="Oktober: Blumengruß nach 65 Jahren, Kriegsgräberstätte." width="225" height="300" class="size-medium wp-image-2517" /></a><p class="wp-caption-text">Oktober: Blumengruß nach 65 Jahren, Kriegsgräberstätte.</p></div>
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		<title>Mehr Demokratie wagen?</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 21:31:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Nicht, wenn es nach der schwarz-gelben Regierung des Freistaates Sachsen geht, wie es scheint. Wie demokratisch unser schönes Land wirklich ist, das weiß man tatsächlich erst dann, wenn man einmal versucht hat, sich politisch einzubringen und zwar in eine Richtung, die der Position der Entscheidungsträger zuwiderläuft.<br />
Zu Zeiten klammer Kassen ist der Bürgerwille zudem umso lästiger, bedeutet er doch eigentlich zumeist, dass man vom eigenen Kurs abweichen müsste, der im Falle der schwarz-gelben Sachsen-Koalition lautet: Lieber noch ein wenig mehr an Kultur, Sozialem, der Umwelt und dem Bürger sparen, als teure Image-Kampagnen, Leuchtturm-Förderung, Infrastruktur- und Tourismusprojekte  einzuschränken oder gar am eigenen Verwaltungsapparat zu kürzen.</p>
<p>Was tut der Freistaat also, wenn er durch unliebsame Bürgerinitiativen Gefahr läuft, in seiner Sparwut etwa in kulturellen Fragen ausgebremst zu werden? Ganz einfach: Man sperrt jene Vereine und Personen, die unbequeme Fragen stellen und Positionen vertreten, die den Plänen des Freistaates im Wege stehen, einfach aus und verhandelt ausschließlich mit jenen darüber, die man auf seiner Seite weiß.</p>
<p>So läuft es derzeit zur Frage, wie zukünftig mit dem russischen Garnisonfriedhof an der Marienallee verfahren werden soll. Als Produkt von Übereinkommen, die mit der Sowjetunion und der DDR zwischen zwei Staaten getroffen wurden, die seit 20 Jahren nicht mehr existieren, befindet sich zumindest der nicht unter Denkmalschutz stehende Zivilteil heute quasi in einem rechtsfreien Raum. Niemand will ihn haben, niemand fühlt sich verantwortlich. Zuständig ist notgedrungen der Sächsische Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB), doch macht man dort kein Hehl daraus, dass man den lästigen Kostenproduzenten am liebsten los wäre.<br />
Da man jedoch mit einer kompletten Räumung die russische Seite verprellen würde, sieht der Kompromiss nun so aus, dass der Zivilteil zwar erhalten werden soll, jedoch nur unter Abriss der oberirdischen Grabmale, damit der Rasenmäher zukünftig schneller über die Grünfläche kommt. Stattdessen sollen 2 neue Steine mit den Namen der Toten aufgestellt werden.<br />
Das muss man sich mal vorstellen: Die Gräber sollen bleiben, aber man raubt ihnen ihren Gedenkstein und anonymisiert sie dadurch. Welch ein würdeloser Kuhhandel, den der Freistaat hier mit den russischen Behörden und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. beschlossen hat und der auch in anderen ostdeutschen Bundesländern derzeit &#8211; ebenfalls in Verbindung mit dem Volksbund &#8211; Schule macht, um Kosten zu sparen.</p>
<p>Dabei sind die Friedhöfe oft die letzten öffentlich zugänglichen Dokumente einer längst vergangenen Zeit, die so viele offene Fragen hinterlassen hat, und deren Spuren gerade von offizieller Seite am liebsten vollumfänglich getilgt würden. Fakt ist, dass gerade die Grabmale in ihrer Anordnung und mit den Lebendaten und Dienstgraden der Verstorbenen darauf viele Informationen hinsichtlich der Lebensumstände der damals hier stationierten Soldaten und Zivilisten geben, dass die Grabmale auch die letzten Spuren einer Existenz darstellen, die nur allzu oft an den Folgen kommunistischer Gewaltherrschaft und Willkür zugrunde ging.</p>
<p>Im deutschen<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%A4bergesetz"> Gräbergesetz</a> gibt es einen Passus, der den Gräbern der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft dauerhaften Erhalt im Sinne eines mahnenden Gedenkens zugesteht. Demnach fallen darunter:</p>
<blockquote><p>Personen, die aufgrund rechtsstaatswidriger Maßnahmen als Opfer des kommunistischen Regimes ums Leben gekommen oder an den Folgen von aufgrund derartiger Maßnahmen erlittener Gesundheitsschädigungen innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Maßnahme verstorben sind</p></blockquote>
<p>Im sowjetischen Militär kamen nach Erkenntnissen von Historikern allein auf dem Gebiet der ehemaligen DDR alljährlich 3000 bis 4000 Soldaten ums Leben &#8211; zu Friedenszeiten. Das entsprach 1% aller dauerhaft in der DDR stationierten Sowjetsoldaten, und das jedes Jahr. Etwa 500 davon sollen allein jährlich Selbstmord begangen haben, weitere starben bei Unfällen, Straftaten oder bei standgerichtlichen Exekutionen nach Desertionsversuchen. Wenn DAS keine Willkürherrschaft ist, der der einfache Soldat als vollkommen rechtlose Person mehr oder weniger hilflos ausgeliefert war, dann frage ich mich, was der deutsche Staat dann darunter begreift.</p>
<p>Kritische Stimmen sind in den sächsischen Amtsstuben aber natürlich nicht gefragt, man hat es nun eilig, die eigenen Pläne durchzupeitschen, denn bald ist Stichtag für die Fördermittelvergabe. Deshalb wurden auch zu dem am kommenden Donnerstag stattfindenden Termin zur Sache im Staatsministerium für Soziales lediglich jene Parteien eingeladen, die nachweislich den freistaatlichen Plänen nicht im Wege stehen: Der SIB, das Finanziministerium, der Volksbund für Kriegsgräberfürsorge und Vertreter der russischen Behörden, denen der kulturelle und historische Wert der Grabstätten aus einer vergangenen, abgeschlossenen Epoche gleichgültiger nicht sein könnten. </p>
<p>Das Deutsch-Russische Kulturinstitut, das im April noch mit am Verhandlungstisch saß und dabei eindringlich seine Bedenken gegenüber den Abrissplänen äußerte, wurde nun erst gar nicht über den Termin informiert. Und das, obwohl man dem Vorsitzenden, Herrn Dr. Schälike, noch im April schriftlich zugesichert hatte, seine Position zur Angelegenheit auch künftig zu berücksichtigen. Dass ich von dem bevorstehenden Termin überhaupt erfahren habe, ist einem glücklichen Zufall geschuldet.<br />
Der Freistaat setzt sich mit diesem Verhalten über die Ansichten vieler Menschen in Dresden und auch in den ehemaligen Sowjetrepubliken hinweg. So gesteht der russisch-orthodoxe Glaube, ähnlich dem jüdischen, Verstorbenen ein ewiges Ruherecht zu, so etwas wie ein Erlöschen des Ruherechts nach 25 Jahren wie es das im zernormten und ach so zivilisierten Deutschland gibt, kennt man dort nicht. Zudem ignoriert der Freistaat den Umstand, dass viele Angehörige vielleicht gerne pflegen kommen würden, dies aber über die Distanz schlicht und ergreifend nicht möglich ist.</p>
<p>Die vonseiten des Deutsch-Russischen Kulturinstitutes ins Gespräch gebrachte Möglichkeit, die künftige Pflege des Zivilteils des Friedhofes zu einem guten Teil durch ehrenamtliches Engagement im Rahmen von Begegnungs- und Bildungsseminaren für russische Jugendgruppen oder aber von integrationsfördernden Maßnahmen für in Dresden lebende Migranten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken zu bewerkstelligen, will man gar nicht erst diskutieren, sondern versucht nun, klammheimlich hinter verschlossenen Amtstüren eine Entscheidung herbeizuführen, die dann so leicht nicht mehr gekippt werden kann.<br />
Auf das Ersuchen der erneuten Prüfung der Denkmalschutzwürde des Zivilteils, das ich im September beim Landesamt für Denkmalpflege eingereicht hatte, gibt es bis heute keine Reaktion, und vermutlich drängt man beim Freistaat nun auf eine Entscheidung, weil man den Druck der Bürger spürt, die sich mit diesem Raubbau an Kultur und historisch wertvollen Stätten zugunsten einiger eingesparter Euronen nicht abfinden wollen.</p>
<p>Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Brandenburg, wo das Land und die Kommunen mit den verschiedenen Vereinen und Initiativen an einem Tisch sitzen und gemeinsam über die Zukunft ihrer Garnisonfriedhöfe verhandeln. In Brandenburg ist wohlgemerkt eine rot-rote Regierung an der Macht. Schwarz-Gelb in Sachsen hingegen bevorzugt die Hau-Drauf-Methode des Durchregierens unter Ausschluss kritischer Stimmen und vor allem unter weitestgehender Ignoranz gegenüber der Tatsache, dass man im Begriff ist, wertvolle Spuren der Vergangenheit auszulöschen, die schon allein aus diesem Grund wert wären, unter Denkmalschutz gestellt zu werden.</p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht, wenn es nach der schwarz-gelben Regierung des Freistaates Sachsen geht, wie es scheint. Wie demokratisch unser schönes Land wirklich ist, das weiß man tatsächlich erst dann, wenn man einmal versucht hat, sich politisch einzubringen und zwar in eine Richtung, die der Position der Entscheidungsträger zuwiderläuft.<br />
Zu Zeiten klammer Kassen ist der Bürgerwille zudem umso lästiger, bedeutet er doch eigentlich zumeist, dass man vom eigenen Kurs abweichen müsste, der im Falle der schwarz-gelben Sachsen-Koalition lautet: Lieber noch ein wenig mehr an Kultur, Sozialem, der Umwelt und dem Bürger sparen, als teure Image-Kampagnen, Leuchtturm-Förderung, Infrastruktur- und Tourismusprojekte  einzuschränken oder gar am eigenen Verwaltungsapparat zu kürzen.</p>
<p>Was tut der Freistaat also, wenn er durch unliebsame Bürgerinitiativen Gefahr läuft, in seiner Sparwut etwa in kulturellen Fragen ausgebremst zu werden? Ganz einfach: Man sperrt jene Vereine und Personen, die unbequeme Fragen stellen und Positionen vertreten, die den Plänen des Freistaates im Wege stehen, einfach aus und verhandelt ausschließlich mit jenen darüber, die man auf seiner Seite weiß.</p>
<p>So läuft es derzeit zur Frage, wie zukünftig mit dem russischen Garnisonfriedhof an der Marienallee verfahren werden soll. Als Produkt von Übereinkommen, die mit der Sowjetunion und der DDR zwischen zwei Staaten getroffen wurden, die seit 20 Jahren nicht mehr existieren, befindet sich zumindest der nicht unter Denkmalschutz stehende Zivilteil heute quasi in einem rechtsfreien Raum. Niemand will ihn haben, niemand fühlt sich verantwortlich. Zuständig ist notgedrungen der Sächsische Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB), doch macht man dort kein Hehl daraus, dass man den lästigen Kostenproduzenten am liebsten los wäre.<br />
Da man jedoch mit einer kompletten Räumung die russische Seite verprellen würde, sieht der Kompromiss nun so aus, dass der Zivilteil zwar erhalten werden soll, jedoch nur unter Abriss der oberirdischen Grabmale, damit der Rasenmäher zukünftig schneller über die Grünfläche kommt. Stattdessen sollen 2 neue Steine mit den Namen der Toten aufgestellt werden.<br />
Das muss man sich mal vorstellen: Die Gräber sollen bleiben, aber man raubt ihnen ihren Gedenkstein und anonymisiert sie dadurch. Welch ein würdeloser Kuhhandel, den der Freistaat hier mit den russischen Behörden und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. beschlossen hat und der auch in anderen ostdeutschen Bundesländern derzeit &#8211; ebenfalls in Verbindung mit dem Volksbund &#8211; Schule macht, um Kosten zu sparen.</p>
<p>Dabei sind die Friedhöfe oft die letzten öffentlich zugänglichen Dokumente einer längst vergangenen Zeit, die so viele offene Fragen hinterlassen hat, und deren Spuren gerade von offizieller Seite am liebsten vollumfänglich getilgt würden. Fakt ist, dass gerade die Grabmale in ihrer Anordnung und mit den Lebendaten und Dienstgraden der Verstorbenen darauf viele Informationen hinsichtlich der Lebensumstände der damals hier stationierten Soldaten und Zivilisten geben, dass die Grabmale auch die letzten Spuren einer Existenz darstellen, die nur allzu oft an den Folgen kommunistischer Gewaltherrschaft und Willkür zugrunde ging.</p>
<p>Im deutschen<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%A4bergesetz"> Gräbergesetz</a> gibt es einen Passus, der den Gräbern der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft dauerhaften Erhalt im Sinne eines mahnenden Gedenkens zugesteht. Demnach fallen darunter:</p>
<blockquote><p>Personen, die aufgrund rechtsstaatswidriger Maßnahmen als Opfer des kommunistischen Regimes ums Leben gekommen oder an den Folgen von aufgrund derartiger Maßnahmen erlittener Gesundheitsschädigungen innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Maßnahme verstorben sind</p></blockquote>
<p>Im sowjetischen Militär kamen nach Erkenntnissen von Historikern allein auf dem Gebiet der ehemaligen DDR alljährlich 3000 bis 4000 Soldaten ums Leben &#8211; zu Friedenszeiten. Das entsprach 1% aller dauerhaft in der DDR stationierten Sowjetsoldaten, und das jedes Jahr. Etwa 500 davon sollen allein jährlich Selbstmord begangen haben, weitere starben bei Unfällen, Straftaten oder bei standgerichtlichen Exekutionen nach Desertionsversuchen. Wenn DAS keine Willkürherrschaft ist, der der einfache Soldat als vollkommen rechtlose Person mehr oder weniger hilflos ausgeliefert war, dann frage ich mich, was der deutsche Staat dann darunter begreift.</p>
<p>Kritische Stimmen sind in den sächsischen Amtsstuben aber natürlich nicht gefragt, man hat es nun eilig, die eigenen Pläne durchzupeitschen, denn bald ist Stichtag für die Fördermittelvergabe. Deshalb wurden auch zu dem am kommenden Donnerstag stattfindenden Termin zur Sache im Staatsministerium für Soziales lediglich jene Parteien eingeladen, die nachweislich den freistaatlichen Plänen nicht im Wege stehen: Der SIB, das Finanziministerium, der Volksbund für Kriegsgräberfürsorge und Vertreter der russischen Behörden, denen der kulturelle und historische Wert der Grabstätten aus einer vergangenen, abgeschlossenen Epoche gleichgültiger nicht sein könnten. </p>
<p>Das Deutsch-Russische Kulturinstitut, das im April noch mit am Verhandlungstisch saß und dabei eindringlich seine Bedenken gegenüber den Abrissplänen äußerte, wurde nun erst gar nicht über den Termin informiert. Und das, obwohl man dem Vorsitzenden, Herrn Dr. Schälike, noch im April schriftlich zugesichert hatte, seine Position zur Angelegenheit auch künftig zu berücksichtigen. Dass ich von dem bevorstehenden Termin überhaupt erfahren habe, ist einem glücklichen Zufall geschuldet.<br />
Der Freistaat setzt sich mit diesem Verhalten über die Ansichten vieler Menschen in Dresden und auch in den ehemaligen Sowjetrepubliken hinweg. So gesteht der russisch-orthodoxe Glaube, ähnlich dem jüdischen, Verstorbenen ein ewiges Ruherecht zu, so etwas wie ein Erlöschen des Ruherechts nach 25 Jahren wie es das im zernormten und ach so zivilisierten Deutschland gibt, kennt man dort nicht. Zudem ignoriert der Freistaat den Umstand, dass viele Angehörige vielleicht gerne pflegen kommen würden, dies aber über die Distanz schlicht und ergreifend nicht möglich ist.</p>
<p>Die vonseiten des Deutsch-Russischen Kulturinstitutes ins Gespräch gebrachte Möglichkeit, die künftige Pflege des Zivilteils des Friedhofes zu einem guten Teil durch ehrenamtliches Engagement im Rahmen von Begegnungs- und Bildungsseminaren für russische Jugendgruppen oder aber von integrationsfördernden Maßnahmen für in Dresden lebende Migranten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken zu bewerkstelligen, will man gar nicht erst diskutieren, sondern versucht nun, klammheimlich hinter verschlossenen Amtstüren eine Entscheidung herbeizuführen, die dann so leicht nicht mehr gekippt werden kann.<br />
Auf das Ersuchen der erneuten Prüfung der Denkmalschutzwürde des Zivilteils, das ich im September beim Landesamt für Denkmalpflege eingereicht hatte, gibt es bis heute keine Reaktion, und vermutlich drängt man beim Freistaat nun auf eine Entscheidung, weil man den Druck der Bürger spürt, die sich mit diesem Raubbau an Kultur und historisch wertvollen Stätten zugunsten einiger eingesparter Euronen nicht abfinden wollen.</p>
<p>Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Brandenburg, wo das Land und die Kommunen mit den verschiedenen Vereinen und Initiativen an einem Tisch sitzen und gemeinsam über die Zukunft ihrer Garnisonfriedhöfe verhandeln. In Brandenburg ist wohlgemerkt eine rot-rote Regierung an der Macht. Schwarz-Gelb in Sachsen hingegen bevorzugt die Hau-Drauf-Methode des Durchregierens unter Ausschluss kritischer Stimmen und vor allem unter weitestgehender Ignoranz gegenüber der Tatsache, dass man im Begriff ist, wertvolle Spuren der Vergangenheit auszulöschen, die schon allein aus diesem Grund wert wären, unter Denkmalschutz gestellt zu werden.</p>
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