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Rätselraten der etwas fieseren Art.

überschminkte Mädchen

Wie alt würde man diese beiden Ladies wohl schätzen? Tipp: beide sind Amerikanerinnen und stehen im Rampenlicht.

Update: Vortrag zum Internationalen Strafgerichtshof

Der oben genannte und bereits in einer früheren Version des Artikels vorgestellte Vortrag zum Internationalen Strafgerichtshof im Militärhistorischen Museum Dresden ließ mich gestern insgesamt positiv beeindruckt und dennoch etwas zwiegespalten zurück.

Zum einen mag Dr. Hans-Peter Kaul ein sehr guter Richter und Völkerrechtler sein (was er zweifellos unter Beweis stellte), als Dozent und Redner ist er aber einigermaßen anstrengend. Es kostete große Teile des Publikums (darunter erstaunlicherweise zahlreiche junge Leute) sichtlich Mühe, über knapp 2 Stunden den roten Faden zu behalten und Enthusiasmus zu wahren.
Aber das nur als Randnotiz.

Die Organisation des Abends fand ich ausgesprochen gelungen. Inmitten der imposanten, bisweilen unheimlichen Kulisse aus Stukas und Riesen-Sprengbomben (man verzeihe mir hier meine Dilettanz) waren Podium und Auditorium aufgebaut, ein üppiges Bankett mit Häppchen und Getränken konnte jeder gratis nutzen, die Veranstaltung bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Angesichts des hochdekorierten Gastes wimmelte es von Presse und ebenso hochdekorierten Militärs und Wissenschaftlern, die anschließend das etwas langatmige Referat in der Diskussionsrunde ordentlich aufwerteten. Als überzeugte Pazifistin fremdelte ich anfangs schon ein wenig angesichts der Überflutung mit allerlei ausgestelltem Kriegsmaterial und zahlreich versammelten Uniformierten.

Inhaltlich war viel Wissenswertes über die Entstehungsgeschichte, Wirkungsweise und Rechtsgrundlage des Internationalen Strafgerichtshofes zu erfahren, ebenso über aktuell verhandelte Fälle und Fahndungsbefehle.
So bildeten die Nürnberger Prozesse 1945/46 eine wesentliche ideelle Grundlage der individuellen Verantwortlichkeit von Staaten und Gruppierungen für politisch motivierte Verbrechen von außerordentlicher Schwere.

Die interantionale Strafgerichtsbarkeit ist vollumfänglich dem jeweiligen nationalstaatlichen Recht untergeordnet und besitzt kein Initiativrecht. Erst, wenn per Beschluss des UN-Sicherheitsrates festgestellt wurde, dass ein Staat aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage ist, gegen die Verbrechen im eigenen Lande vorzugehen, kann der IStGH auch über die UNO beauftragt werden, aktiv zu werden. Ansonsten können dies nur die jeweiligen Länder selbst, Organisationen oder Einzelpersonen – auch aus Drittländern – tun. Auch ich kann also, so ich über ausreichend belastende Informationen verfüge, eine Klage gegen ein Land, eine Gruppe/Institution oder Person vor dem IStGH einreichen.
Staaten wie die USA oder Saudi-Arabien verweigern sich bis heute, den Gründungsvertrag von Rom zu unterzeichnen und dem IStGH damit die Anerkennung, andere unterzeichneten ihn, ratifizierten ihn aber bis heute nicht (u.a. Israel, China, Russland, Indien, Prakisten, Iran).

Finanziert wird der IStGH übrigens zu 13% vom deutschen Steuerzahler – ich (wie auch jeder andere Bürger) zahle per anno 15 Cent.

Etwas indifferent blieb Herr Kaul allerdings hinsichtlich der wirklichen interessanten Fragen zu Tatbeständen, Verdachtsfällen und möglichen Anklagen gegen den einen oder anderen Staat oder Personen. Fragen in diese Richtung wies seine Exzellenz gleich zu Beginn der Diskussionsrunde mit Verweis auf seine persönliche Befangenheit oder sein Richteramt von sich.

Dabei brannte wohl dem einen oder anderen die Frage auf der Seele, warum beispielsweise nie Anklage gegen George W. Bush wegen des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen den Irak und der dabei zahlreich verübten und großteils von “oben” angeordneten Kriegsverbrechen erhoben wurde, oder gegen den Staat Israel wegen der seit Jahrzehnten begangenen Menschenrechtsverletzungen und der schleichenden Vertreibung der Palästinenser.
Es laufen momentan praktisch ausschließlich Verhandlungen und Verfahren gegen afrikanische Kriegsverbrecher, etwa gegen Rebellenführer aus Uganda, dem Kongo und auch Ruanda (Darfur).
Interessant ist gerade das vor dem Hintergrund, dass es so etwas wie eine Amnestie für ranghohe politische Persönlichkeiten vor dem IStGH offiziell nicht gibt.

Die reservierte Haltung des Dozenten zu diesen hochinteressanten Fragen enttäuschte dann doch etwas.

Was ist die Institution Friedensnobelpreis noch wert?

Der diesjährige Gewinner des Nobelpreises für Frieden, der höchsten Auszeichnung weltweit für Leistungen im Kampf für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt, ging an … Barack Obama.

Wer ist Barack Obama?
Barack Obama ist 48 Jahre alt und seit 81/2 Monaten US-Präsident. Vor seiner Wahl zum US-Präsidenten war Barack Obama jenseits der US-Staatsgrenzen ein mehr oder weniger unbekannter Mann, als Sentor von Illinois hauptsächlich auf innerstaatlicher Ebene tätig.
Die Bilanz Obamas seit seiner Amtsübernahme?

Da wären zunächst jede Menge löblicher Ankündigungen, mit denen Obama seinen Wahlkampf ausgestaltete, und die er auch seit seinem Amtsantritt immer wieder als oberste außen- und weltpolitische Ziele genannt hat.

1. Den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, um das Weltklima vor dem drohenden Kollaps zu bewahren.
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Die UN-Klimakonferenz im vergangen September sah einen Barack Obama, der sich wortgewaltig für den Klimaschutz einsetzt – allein, es folgen keine konkreten Pläne und schon gar keine Anerkennung der Bestimmungen des Kyoto-Protokolls.
Selbst China legt bereits eine konkretere Agenda von Maßnahmen vor, ebenso Japan.

2. den Nahostkonflikt zu einem friedlichen Ende zu führen
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Hier ist noch nicht einmal eine klare Positionierung erfolgt, geschweige denn, dass Verhandlungen und Gespräche zwischen den Konfliktparteien forciert worden wären. Stattdessen übt sich der US-Präsident diesbezüglich in Schweigen und Ignoranz.

3. Die Militärpräsenz in Afghanistan schrittweise rückabzuwickeln.
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Auch hier: Aktionen in dieser Richtung – Fehlanzeige. Stattdessen wird das Klima in diesem zerrütteten Land seit Monaten immer unübersichtlicher, gewalttätiger und gefährlicher. Auch für die deutschen am Afghanistan-Einsatz beteiligten Soldaten. Dabei ist der US-Kurs auch für die deutsche Afghanistan-Politik von unmittelbarer Wichtigkeit.

Was also hat Obama überhaupt getan?
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Er hat Gespräche geführt – seit langer Zeit auch wieder mit Vertretern jener Staaten, die unter George Bush noch als verhandlungsunwürdig betrachtet wurden – der Iran zum Beispiel. Das ist eine längst überfällige Korrektur eines weltweit als untragbar gehandelten Kurses der US-Außenpolitik, etwas, das von Obama erwartet wurde, nichts, was er unaufgefordert und in eigener Regie geleistet hätte.
Er hat den indiskutablen, den Weltfrieden signifikant bedrohenden Raketenschutzschild der Bush-Administration verworfen – hierfür gilt Gleiches wie beim zuvor genannten Punkt.

An dieser Stelle nun möchte ich einmal aus dem Testament Alfred Nobels zitieren, in dem er festlegte, an wen der Friedenspreis seiner Stiftung verliehen werden sollte:

Mit meinem verbleibenden realisierbaren Vermögen soll auf folgende Weise verfahren werden: das Kapital, das von den Nachlassverwaltern in sichere Wertpapiere realisiert wurde, soll einen Fond bilden, dessen Zinsen jährlich als Preis an diejenigen ausgeteilt werden sollen, die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht haben. Die Zinsen werden in fünf gleiche Teile aufgeteilt: [...] und ein Teil an denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat.

Die Frage ist also: WAS hat Barack Obama in den 81/2 Monaten seiner Amtszeit für die “Verbrüderung der Völker” bzw. die “Abschaffung oder Verminderung stehender Heere” oder die “Förderung von Friedenskongressen” getan?

Die Antwort: So gut wie gar nichts. Obama hat sich viele solcher hehren Ziele auf seine Fahnen geschrieben, aber er hat bislang keines davon realisiert, was sicherlich auch an der Kürze der Zeit liegen dürfte, die er erst im Amt ist.
Die USA sind vielmehr das Land, das das weltweit größte Kontingent an Truppen im internationalen Einsatz hat – sie stehen nach wie vor im Irak und in Afghanistan zu Hunderttausenden.

Die Förderung eines Friedenskongresses im Nahen Osten taucht bislang einzig als Agenda-Punkt in Obamas Wahlkampfliste auf – und nicht zuletzt bei der UN-Abstimmung über eine Resolution zur sofortigen Beendigung der Kampfhandlungen im Gaza-Streifen während der Operation “Gegossenes Blei” im Januar 2009 haben sich die USA abermals der Stimme enthalten.

Es muss des Weiteren festgehalten werden, dass die Nominierungen für die im Dezember eines jeweiligen Jahres verliehenen Nobelpreise bis spätestens 1. Februar desselben Jahres erfolgt sein muss. Soll heißen, dass die Nominierung Obamas direkt nach dessen Wahl ins Amt des US-Präsidenten Ende Januar 2009 erfolgt sein muss.
Das heißt, dass der US-Präsident nominiert wurde, ohne überhaupt irgendetwas politisch in Gang gesetzt zu haben, also für nichts.

Warum überprüft das Nobelpreis-Komitee solche Nominierungen nicht? Würde es eine solche Überprüfung geben, würde wenigstens ein Viertel aller abgegebenen Nominierung aufgrund von Unzumutbarkeit verworfen werden müssen, wie u.a. Nominierungen wie Josef Stalin und Adolf Hitler (im Jahr 1939!) in der Vergangenheit oder eben auch die von Silvio Berlusconi und Barack Obama in diesem Jahr zeigen.

Die Begründung des Nobel-Komitees für die Ehrung Obamas aber lautete:

Barack Obama erhält den Friedensnobelpreis für seinen außergewöhnlichen Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern. Das Komitee hat besonderes Gewicht auf seine Vision und seinem Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen gelegt. Obama hat als Präsident ein neues Klima in der internationalen Politik geschaffen. Multilaterale Diplomatie steht wieder im Mittelpunkt, mit besonderem Gewicht auf die Rolle, die die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen spielen. Dialog und Verhandlungen sind hier die bevorzugten Mittel, um auch die schwierigsten internationalen Konflikte zu lösen.

Frage(n): Wie kann ein Mensch all dies in nur 8 Monaten Amtszeit schaffen und woran macht man diese Begründung konkret fest?
Obama und “Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen”? Wann? Wo? Wie?
Und Wenn DAS die Leistungen Obamas sind, wie konnten die schon Ende Januar 2009 ein Grund für dessen Nominierung sein? Ein solches Vorgehen ist zumindest reichlich fragwürdig. Doch wenn man sich einige der übrigen Nominierten so anschaut – u.a. Frankreichs Staatschef Nicholas Sarkozy, Bono von U2 und sogar Silvio Berlusconi – dann erkennt man dahinter durchaus ein System, völlig losgelöst von tatsächlichen Leistungen, sondern hauptsächlich strategischer Natur.

Alfred Nobel hatte seinen Friedenspreis seinerzeit für außergewöhnliche LEISTUNGEN und RESULTATE ausgelobt, nicht für Ziele und Charisma. Obama hat bislang jedoch weder nennenswerte Leistungen noch Resultate erzielt und schon gar keine außergewöhnlichen.
Der US-Präsident kann dafür nicht einmal in die Kritik genommen werden, angesichts der Kürze seiner bisherigen Amtsdauer. Wohl aber muss dem Nobel-Komitee eine ziemlich fragwürdige Dehnung der Verfügungen Alfred Nobels attestiert werden, wenn nicht gar einen Verstoß gegen diese.

Fast scheint es, als sollte mit der Ehrung Obamas bewusst ein Zeichen gesetzt, vielleicht sogar das US-Image vom Kriegstreiber zum Friedensengel aufpoliert werden, noch bevor die neue US-Außenpolitik dahingehend selbst gesprochen hat.

Wenn man mal in Betracht zieht, dass in anderen, gottverlassenen Winkeln dieser Erde Menschen im Arrest oder im Exil sitzen, um für die Freiheit ihrer Völker GEWALTLOS zu kämpfen; Menschen wie der Dalai Lama, der Bürgerrechtler Hu Jia, Journalisten wie Anna Politkowskaja, Menschenrechtler wie Natalja Estemirova, die ihr Leben gaben, um Menschenrechtsverletzungen in Russland und Tschetschenien aufzudecken, Menschen wie Mordechai Vanunu, der die Welt über das israelische geheime Atomprogramm aufklärte und dafür seit 20 Jahren dort festgehalten wird, oder der palästinensische Arzt Eseldin Abu al-Aisch, der im Blitzkrieg Israels im Januar 2009 3 seiner Töchter verlor und dennoch für Frieden und Versöhnung eintrittt und diesen Vorsatz vor allem jeden Tag LEBT, indem er in Krankenhäusern sowohl in israel als auch Palästina arbeitet; dann mutet es schon beinahe wie Hohn an, dass Machtpolitiker wie Obama, Jitzhak Rabin, Jassir Arafat, Menachem Begin, Shimon Peres, Henry Kissinger und sogar UN-Truppen (also kämpfende Truppen, wie in Afghanistan!) immer wieder den Vorzug bekamen vor denen, die WIRKLICH gegen Unterdrückung, Entrechtung, Krieg, Atomwaffen und Umweltverschmutzung kämpfen.

Schon mal in den USA gewesen?

Falls nicht, solltet ihr nicht mehr allzu lange überlegen. Denn die Einreise in das “Land der unbegrenzten Möglichkeiten” wird alsbald mit einer Eintrittsgebühr in Höhe von 10 US$ verbunden sein.
Wie verschiedene Medien berichteten, stimmte der US Kongress vorgestern mit großer Mehrheit einem entsprechenden Gesetzesvorschlag zu. Demnach soll für alle diejenigen, die für Kurzaufenthalte ohne Visumspflicht in die USA einreisen wollen, die genannte Einreisegebühr anfallen.

Mit dieser Maßnahme soll eine gemeinnützige Organisation zur Mitfinanzierung des angeschlagenen Tourismussektors ermöglicht werden. Der US-Tourismus hatte infolge der Wirtschaftskrise starke Einbrüche hinnehmen müssen, zahlreiche Stellen waren dem zum Opfer gefallen.
Umso paradoxer mutet es nun jedoch an, dass das Land diese Misere ausgerechnet mit Maßnahmen zu bekämpfen sucht, die prinzipiell Reisewillige in Zukunft zweimal überlegen lassen werden, ob sie nicht doch lieber ihren Urlaub auf den Fidschis, statt auf Hawai oder aber in den Alpen, statt im Grand Canyon verbringen werden, lässt sich doch immer eine gleichwertige Alternative finden, die ohne lästige Eintrittsgebühr auskommt.

In Europa ist der Beschluss weitestgehend mit Unmut bis hin zu offener Empörung aufgenommen worden. Die Vertretung der EU in Washington reagierte sogar mit der Forderung, nun im Umkehrschluss eine Einreisegebühr für US-Bürger auf dem europäischen Kontinent einzuführen.

Ganz ehrlich: Ich halte eine solche Gebühr, egal, von wem erhoben, für Humbug. Sie wirkt immer abgrenzend und ausschließend und überhaupt nicht gastfreundlich. Man stelle sich mal vor, man müsste in jedem Restaurant erstmal Eintritt bezahlen, damit man sein Geld für Speis und Trank dortlassen darf und sich überhaupt jemand herablässt, einen zu bedienen.
Es haftet dem Ganzen zudem ein ziemlich schaler Beigeschmack an, hält man sich vor Augen, dass damit die Bewältigung von Folgen der maßgeblich in den USA selbst ausgelösten Finanz- und Wirtschaftskrise auf den Durchschnittsbürger aus dem Ausland abgewälzt wird, der im eigenen Land zudem in den meisten Fällen bereits den Gürtel aufgrund der Krisenspätfolgen enger schnallen muss.

Getötete Afghanen lassen Jung alt aussehen.

Wenn es nicht so furchtbar grauenhaft wäre, könnte man fast schon drüber lachen.
Schlichtweg hilflos mutete es an, als Verteidigungsminister Franz Josef Jung heute Morgen im Morgenmagazin vor die Kamera trat und der Frage harrte, die da unweigerlich kommen würde:
Warum haben Sie, Herr Verteidigungsminister, bislang Stein und Bein geschworen, dass es definitiv keine zivilen Opfer bei dem von deutschen Befehlshabern angeordneten Luftangriff auf 2 Tanklastwagen nahe Kunduz gegeben habe, während nun gestern NATO-Sprecher einräumten, dass es hingegen sehr wohl welche gegeben hat?

Und vollends zum Gespött machte sich der CDU-Politiker dann, als er lang und breit die Moral und den Einsatz der deutschen Truppen lobte, die Unerlässlichkeit der deutschen Präsenz vor Ort predigte und den Angriff rechtfertigte. Als Jung fertig war, konnte man einen Moment lang fast glauben, dass dieser Angriff direkt eine Terror-Attacke auf Deutschland höchstselbst vereitelt habe. Von einer Antwort auf die Frage des Moderators keine Spur.

Erzählen Sie uns doch mal, Herr Jung, wie Sie bis vor 2 Tagen so dermaßen sicher sein konnten, dass es bei dem Angriff keine zivilen Opfer gegeben habe, dass Sie dies mit einer derartigen Selbstsicherheit und Vehemenz wieder und wieder in die Kameras posaunten, wo doch nach wenigen Tagen die NATO plötzlich konstatiert, dass es sehr wohl zivile Opfer gegeben hat?
Spitze Zungen würden das Lüge mitten ins Gesicht des wahlumkämpften Volkes nennen…

Das Mindeste wäre gewesen, dass Jung sich mit endgültigen auswertenden Äußerungen zurückgehalten hätte, bis tatsächlich tragfähig ausgewertet worden ist.
So aber steht der Verteidigungsminister abermals in dem fahlen Licht des rhetorisch gewandten Schönfärbers, der selbst 8 Jahre und mindestens 30 tote deutsche Soldaten später noch immer stock und steif behauptet, dieser Einsatz sei KEIN Kriegseinsatz, sondern diene dem Aufbau “stabiler, selbsttragender Strukturen” vor Ort und der Verteidigung Deutschlands.

Ich sage: Dieser Einsatz schützt Deutschland nicht, er gefährdet es, indem er durch solche blutigen Angriffe und auch Vorfälle der unschönen Art in der Vergangenheit nicht Vertrauen, sondern Hass in der ohnehin durch Krieg, Armut und Taliban-Regime geschundenen afghanischen Bevölkerung schürt.
Dadurch wird die Gefahr terroristischer Anschläge durch islamistische Gruppierungen auf deutschem Boden in logischer Konsequenz nicht reduziert, sondern erhöht.

Und genau deshalb kann es nur 2 Konsequenzen aus dieser neuerlichen Tragödie geben: Deutschland muss raus aus Afghanistan und Jung runter vom Ministersessel. Wie tragbar ist ein Verteidigungsminister, der die Bürger dieses Landes wohlwissentlich über bestimmte Sachverhalte in Unkenntnis hält, Unwahrheiten verbreitet und nicht zuletzt Sicherheit und Ansehen unseres Landes im Ausland Gefährdungen aussetzt?
Weitere interessante Einsichten in das Thema finden sich hier und auch hier.

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In eigener Sache: Durch meine technischen Schwierigkeiten und das damit verbundene Neuposten des gestern verfassten Artikels sind leider die beiden Kommentare von Sven und mir verloren gegangen. Ich bitte, mir meine relative Talent- und Sachkenntnisfreiheit in Sachen Computer und Technik nachzusehen.

8 Jahre danach - Was wissen wir wirklich?

In knapp 2 Wochen jähren sich die Terroranschläge auf World Trade Center und Pentagon in den USA zum 8. Mal. Doch was geschah tatsächlich? Namhafte Forscher und Historiker befassen sich seither unermüdlich mit der Aufklärung der Ereignisse von vor 8 Jahren und wurden bezeichnenderweise von denselben Leuten herabwürdigend in das Reiche der "Verschwörungstheorien" geschoben, die im selben Maße nicht müde wurden, den Irak- und auch den Afghanistankrieg schönzureden. Dabei provoziert eines der am mangelhaftesten aufgeklärten Verbrechen der jüngeren Vergangenheit geradezu Zweifel, Forscherdrang und alternative Ansätze.

Die Dokumentation “Unter falscher Flagge” gräbt unnachgiebig in Dokumenten, Vorkommnissen und Begebenheiten, die der breiten Öffentlichkeit sorgsam verschwiegen wurden und wirft Fragen auf, deren Beantwortung direkt in einen der größten Polit-Skandale unseres noch jungen Jahrhunderts führen könnte.

Danke an Matt Good, der mich durch seinen Blog-Eintrag auf diesen Film aufmerksam gemacht hat und den ich hiermit auch an deutsche Leser weiterreichen möchte.