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	<title>art und wIEse. &#187; Neustadt</title>
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	<description>Der Weidegrund für Querdenker.</description>
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		<title>Fundstück.</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Oct 2010 17:02:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div id="attachment_2387" class="wp-caption aligncenter" style="width: 810px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/10/59.jpg"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/10/59.jpg" alt="1889 - Dem Hause Wettin zum 800. Jubiläum." title="1889 - Dem Hause Wettin zum 800. Jubiläum." width="800" height="600" class="size-full wp-image-2387"  displayexif=".DISPEXIF_74945" /></a><p class="wp-caption-text">1889 - Dem Hause Wettin zum 800. Jubiläum.</p></div>
<p>Wer kann sagen, wo diese prächtige Tafel in Dresden einst zu Ehren kam? Handwerkervereine machten sie dem sächsischen König Albert anlässlich des 800. Jubiläums des Hauses Wettin zum Geschenk. Derzeit verrottet sie auf dem ehemaligen Sportplatz der Sowjetarmee westlich des Alaunplatzes zwischen allerlei anderen, dort scheinbar achtlos abgelegten Memorabilia und Bauteilen aus der Innenstadt. So finden sich dort unter anderem Seifenpflastersteine und schwere gusseiserne Zaunelemente aus der Zwingeranlage.<br />
Auf dem Bild sind deutlich mehrere Löcher im Metall zu sehen &#8211; könnten das gar noch Einschusslöcher aus umkämpften Zeiten sein? </p>
<div class="dispexif_hidden DISPEXIF_74945" style="display: none;" ><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Manufacturer</div><div class="dispexif_desc" >Nokia</div></div><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Model Name</div><div class="dispexif_desc" >7230</div></div><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Title</div><div class="dispexif_desc" >1889 - Dem Hause Wettin zum 800. Jubiläum.</div></div></div>[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2387" class="wp-caption aligncenter" style="width: 810px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/10/59.jpg"><img  src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/10/59.jpg" alt="1889 - Dem Hause Wettin zum 800. Jubiläum." title="1889 - Dem Hause Wettin zum 800. Jubiläum." width="800" height="600" class="size-full wp-image-2387"  displayexif=".DISPEXIF_18749" /></a><p class="wp-caption-text">1889 - Dem Hause Wettin zum 800. Jubiläum.</p></div>
<p>Wer kann sagen, wo diese prächtige Tafel in Dresden einst zu Ehren kam? Handwerkervereine machten sie dem sächsischen König Albert anlässlich des 800. Jubiläums des Hauses Wettin zum Geschenk. Derzeit verrottet sie auf dem ehemaligen Sportplatz der Sowjetarmee westlich des Alaunplatzes zwischen allerlei anderen, dort scheinbar achtlos abgelegten Memorabilia und Bauteilen aus der Innenstadt. So finden sich dort unter anderem Seifenpflastersteine und schwere gusseiserne Zaunelemente aus der Zwingeranlage.<br />
Auf dem Bild sind deutlich mehrere Löcher im Metall zu sehen &#8211; könnten das gar noch Einschusslöcher aus umkämpften Zeiten sein? </p>
<div class="dispexif_hidden DISPEXIF_18749" style="display: none;" ><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Manufacturer</div><div class="dispexif_desc" >Nokia</div></div><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Model Name</div><div class="dispexif_desc" >7230</div></div><div class="dispexif_raw" ><div class="dispexif_title" >Title</div><div class="dispexif_desc" >1889 - Dem Hause Wettin zum 800. Jubiläum.</div></div></div>]]></content:encoded>
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		<title>Geburt einer Idee?</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 08:16:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Neustadt]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetischer Garnisonfriedhof Dresden]]></category>
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		<category><![CDATA[Garnisonfriedhof]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetische Armee]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Gestern war bundesweiter Tag des (offenen) Friedhofs. Auch in Dresden gab es anlässlich dieses Tages <a href="http://www.dnn-online.de/dresden/citynews/formen-farben-vielfalt-dresden-zelebriert-tag-des-friedhofs/r-citynews-a-10055.html">Friedhofsführungen bzw. Vorträge</a>, so etwa auf dem Jüdischen Friedhof in der Pulsnitzer Straße, Dresden-Neustadt, dem Tolkewitzer Friedhof,  oder auch auf dem Trinitatisfriedhof in der Johannstadt. Auf dem Nordfriedhof am Kannenhenkelweg konnten Besucher in Führungen die Ruhestätten von Größen des preußischen Militärs, wie etwa die der sächsischen Kriegsminister von Carlowitz oder von der Planitz, sowie die Gedenkstätte für den Mitverschwörer des 20. Juli 1944, Friedrich Olbricht, besichtigen.<br />
Ganz großer Bahnhof dagegen auf dem Heidefriedhof: Malgorzata Chodakowskas Skulptur &#8220;Trauerndes Mädchen am Tränenmeer&#8221; zum Gedenken der Opfer des alliierten Bombardements vom 13. Februar wurde der Öffentlichkeit übergeben. </p>
<p>Man mag nun geteilter Ansicht sein, ob etwa der Heidefriedhof mit seiner ohnehin schlicht monumental zu  nennenden Gedenkinfrastruktur, was die Opfer des 2. Weltkrieges ingesamt anbelangt, ein weiteres Mahnmal gebraucht hätte, oder ob der Jüdische Friedhof in der Pulsnitzer Straße auch zum Tag des (offenen) Friedhofes 4 Euro Eintritt verlangen muss (so stand es zumindest in der Zeitung und am Tor). Eine positive Geschichte ist dieser Tag des (offenen) Friedhofs allemal, bedeutet er doch eine wichtige Annäherung an Themen wie Tod und die Endlichkeit allen Seins, aber auch die Geschichte der jeweiligen Region.</p>
<p>Was ich sehr schade finde, ist die Tatsache, dass weder Stadt noch Freistaat, noch Vereine oder Institutionen diesen Tag jemals genutzt hätten, auch Führungen auf dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetischer_Garnisonfriedhof">Garnisonfriedhof der Sowjetischen Armee</a> an der Marienallee anzubieten. Gerade hier, auf einer Anlage, die eine Zeit berührt, die die meisten von uns noch unmittebar miterlebt haben, gäbe es so viel zu erzählen, so viel Möglichkeit zu Aufklärung, Enttabuisierung und Austausch.<br />
Doch wie in jedem Jahr, waren für den Garnisonfriedhof auch in diesem Jahr keinerlei Veranstaltungen geplant.</p>
<p>Daher hatte ich beschlossen, dies einfach selbst in die Hand zu nehmen und mich als Gedenkstättenführer zu versuchen. Vorab sei vielleicht darauf hingewiesen, dass ich mich nicht aus politisch-ideologischen Gründen um eine bessere Wahrnehmung des Friedhofes bemühe, sondern vor allem aus historischen, aufklärerischen und kulturellen. Es geht darum, zu zeigen, dass auf dem Friedhof Licht und Schatten nah beieinander liegen. Dass die Helden, die hier im Befreiungskampf starben, zugleich auch grausame Besatzer waren, dass das Regime, das sie hier verteidigten, ein<a href="http://djane.momocat.de/2010-09-01-stalins-vergessene-helden/"> grausames </a>war, das sich auch gegen die eigenen Leute richtete &#8211; junge Menschen, deren Gräber zu Dutzenden auf dem Friedhof zu finden sind. Letztendlich, dass es allemal lohnt, diese Stätte in ihrer Gesamtheit und vor allem in ihrer Ursrpünglichkeit als zeitgeschichtlich relevantes Kulturgut zu erhalten und der Öffentlichkeit nahezubringen.</p>
<p>Eine Informationstafel (bestehend aus einer Leinwand) mit allerlei Wissenswertem rund um Geschichte, Beschaffenheit und Zukunft des Garnisonfriedhofes war schnell zusammengestellt. Sie enthielt unter anderem einen mehr als provisorischen und gewiss nicht maßstabsgerechten Lageplan, um zu zeigen, dass der Friedhof am nördlichen Ende der Hauptanlage weitergeht. Die Tafel wurde gut einsehbar am Friedhofstor befestigt, das sonst immer fest verrammelte Tor selbst weit geöffnet.<br />
Und die Sache wurde ein voller Erfolg.<br />
Da zwischenzeitlich die Arbeit rief, war es mir lediglich möglich, zwischen 13:30 und 14:45 Uhr sowie zwischen 17:15 und 18:00 Uhr selbst vor Ort zu sein. In diesen zwei Stunden zählte ich mindestens 25 Gäste auf einer Anlage, die sonst mehr oder weniger einsam im Schatten der Heide liegt. Mit vielen davon ergaben sich sehr gute Gespräche.</p>
<div id="attachment_2208" class="wp-caption aligncenter" style="width: 810px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/09/017.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/09/017.jpg" alt="Tag des Friedhofs - Leben auf dem Garnisonfriedhof." title="Tag des Friedhofs - Leben auf dem Garnisonfriedhof." width="800" height="641" class="size-full wp-image-2208" /></a><p class="wp-caption-text">Tag des Friedhofs - Leben auf dem Garnisonfriedhof.</p></div>
<p>Etwas unsicher war ich zunächst, wie ich mich verhalten sollte: die Leute gleich am Tor in Empfang nehmen? Sich eher im Hintergrund halten und sie kommen lassen? Es stellte sich heraus, dass viele einen freundlichen Empfang am Tor mit der Bemerkung, falls Fragen bestünden, könnte man sich gern an mich wenden, sehr schätzten. Auch die Auskunft, dass die Verfasserin der Zeitungsartikel, aufgrund derer man sich entschlossen hatte, mal wieder vorbeizuschauen, direkt vor Ort war, löste positive Reaktionen aus und stellte sofort ein ungezwungenes Klima her.<br />
Bei meinen früheren Besuchen zu Recherchezwecken war ich meist über Stunden völlig allein auf der Anlage &#8211; trotz Wochenendes und schönen Wetters. Die Menschen liefen meist verschüchtert vorbei, blieben allenfalls mal kurz stehen, um durch die Gitterstäbe zu lugen. Nur selten verirrte sich mal jemand für einen kurzen verschämten Besuch oder schlimmstenfalls auf der Suche nach einem Ort fürs kleine Geschäft auf den Friedhof.</p>
<p>Gestern war das anders. Von Besuchern, die die Anlage bereits kannten, erfuhr ich, dass viele bis heute nicht wussten, dass es noch einen zivilen Anbau im Norden des Areals gibt. Diejenigen, die ich dort hinführte, zeigten sich bestürzt über den<a href="http://djane.momocat.de/2010-09-14-schleichendes-vergessen-statt-gelebter-aufarbeitung/"> verwahrlosten Zustand</a>. Ein Mann bestürmte mich mit Fragen, ob ich einen Verein wüsste, der sich um die Auffindung von in Russland oder Polen während des 2. Weltkriegs verstorbenen Wehrmachtsoldaten bemühe; ein weiterer in Begleitung seiner Frau war selbst vom Zustand der an sich gepflegten Hauptanlage wenig begeistert.<br />
Es stellte sich heraus, dass der Radebeuler in der jüdischen Gemeinde engagiert ist. Auch von dort, so berichtete er, kenne man das, dass die Friedhöfe oft verwahrlosten, wenn sich nicht Vereine oder engagierte Bürger darum kümmerten.  Er freute sich wie ein Kind, als ich ihn zu einem Grab führte, das ich vorsichtig als das eines jüdischen Sowjetsoldaten identifiziert hatte: Der 1947 verstorbene Oberleutnant der Sowjetischen Armee hieß mit Nachnamen Baum, und auf seinem Grabmal liegen zwei blankpolierte Steine.</p>
<p>Es muss dazugesagt werden, dass sich das Interesse erfreulicherweise nicht nur auf die ältere Generation beschränkte. Auch Jugendliche und junge Erwachsene sammelten sich am Tor vor der Tafel, die allermeisten statteten der Anlage draufhin einen mehr oder weniger ausgedehnten Besuch ab. Intensiverer Informationsbedarf zeichnete sich aber dann doch bei den Gästen jenseits der 55 ab.<br />
Leider gab es auch die weniger sensiblen &#8220;Besucher&#8221; &#8211; so etwa eine Frau um die 40 in lässig-modernem Outfit mit Knöpfen im Ohr, die Musik daraus konnte man noch auf 60 Meter Entfernung deutlich hören. Sie schlenderte mit desinteressiertem Gesicht über den Hauptweg &#8211; um dann schließlich an einem Vogelbeerenstrauch mit hübschen orangenen Früchten stehen zu bleiben, ein paar Zweige abzubrechen und wieder abzuziehen.</p>
<p>Jedenfalls war dieser Tag des (offenen) Friedhofes der Geburtstag einer Idee. Aufgrund des positiven Feedbacks durch Besucher, die sich erfreut zeigten, endlich einmal einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, der ihnen mehr zur Anlage erzählen konnte, habe ich mir überlegt, dass man solche Führungen doch regelmäßiger veranstalten könnte, um einen größeren Bekanntheitsgrad des Friedhofes in der Bevölkerung zu etablieren. Da mehrere Besucher andeuteten, sich durchaus vorstellen zu können, ein-, zweimal im Quartal oder Halbjahr mit anzupacken und die gröbsten Witterungs- oder Vandalismusschäden auf dem Friedhof zu beseitigen, überlege ich sogar, demnächst (möglichst noch vor dem Winter) so etwas wie eine Art &#8220;Aktion Friedhofsputz&#8221; für den Nordflügel zu organisieren, um diesen wenigstens ansatzweise wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen.</p>
<p>Die Hoffnung, die ich mit diesem Engagement verbinde, ist die, dass der Freistaat so davon überzeugt werden kann, seine Pläne zum Abriss der originalen Grabanlagen im Nordflügel zugunsten einer Grünanlage mit lediglich noch zwei Stelen ad acta zu legen. Die Kosten, die bei einer gebührenden Pflege eines so großen Areals anfallen würden, waren (nach Aussage des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement) ein Hauptgrund für die jahrelange stiefmütterliche Behandlung durch den Freistaat und sie dürften auch ein Hauptgrund für die aktuellen Umgestaltungspläne sein. Doch würde die Umbaumaßnahe an sich Zigtausende wenn nicht gar über hunderttausend Euro kosten &#8211; Geld, das mittels bürgerlichen Engagements gespart und zum Beispiel für die sinnvolle Gestaltung des ehemaligen <a href="http://djane.momocat.de/2010-05-20-neustadter-russen-sportplatz-eine-odyssee-von-nunmehr-18-jahren/">Russensportplatzes</a> am Alaunplatz verwendet werden könnte.</p>
<p>Nur wenn die Anlage in ihrem Ursprungszustand erhalten bleibt, jedes einzelne der über 400 Soldatengräber des Nordflügels so wie seine Pendants, die das Glück hatten, auf der gepflegten Hauptanlage ihre letzte Ruhe zu finden, eingesehen werden kann, wird doch die Dimension sichtbar, in der ein totalitäres Regime ohne Rücksicht auf Menschenleben in den eigenen Reihen seinen Status quo aufrechterhalten wollte. Sie stehen hier in Dresden repräsentativ für die <strong>2000-4000</strong> sowjetischen Soldaten, die Schätzungen von Historikern und Menschenrechtsorganisationen zufolge während der Besatzungszeit <strong>JÄHRLICH IN DER DDR</strong> zu Friedenszeiten ihr Leben verloren.</p>
<p><strong>P. S.: Wem es ein Bedürfnis ist, sich für den Erhalt des einzigen Friedhofes in Dresden in seinem ursprünglichen architektonischen Zustand zu engagieren, der ausschließlich nichtdeutsche Staatsangehörige beherbergt, kann sich gerne melden. Ich freue mich jederzeit über Mitstreiter. Hier geht es nicht um Spenden oder finanzielle Aufwendungen, sondern vor allem um Öffentlichkeitsarbeit und gegebenenfalls wenige Male im Jahr um tatkräftiges Anpacken. Die eine oder andere Heckenschere, Schaufel oder Harke könnte allerdings durchaus von Nutzen sein  <img src='http://djane.momocat.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  </strong></p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war bundesweiter Tag des (offenen) Friedhofs. Auch in Dresden gab es anlässlich dieses Tages <a href="http://www.dnn-online.de/dresden/citynews/formen-farben-vielfalt-dresden-zelebriert-tag-des-friedhofs/r-citynews-a-10055.html">Friedhofsführungen bzw. Vorträge</a>, so etwa auf dem Jüdischen Friedhof in der Pulsnitzer Straße, Dresden-Neustadt, dem Tolkewitzer Friedhof,  oder auch auf dem Trinitatisfriedhof in der Johannstadt. Auf dem Nordfriedhof am Kannenhenkelweg konnten Besucher in Führungen die Ruhestätten von Größen des preußischen Militärs, wie etwa die der sächsischen Kriegsminister von Carlowitz oder von der Planitz, sowie die Gedenkstätte für den Mitverschwörer des 20. Juli 1944, Friedrich Olbricht, besichtigen.<br />
Ganz großer Bahnhof dagegen auf dem Heidefriedhof: Malgorzata Chodakowskas Skulptur &#8220;Trauerndes Mädchen am Tränenmeer&#8221; zum Gedenken der Opfer des alliierten Bombardements vom 13. Februar wurde der Öffentlichkeit übergeben. </p>
<p>Man mag nun geteilter Ansicht sein, ob etwa der Heidefriedhof mit seiner ohnehin schlicht monumental zu  nennenden Gedenkinfrastruktur, was die Opfer des 2. Weltkrieges ingesamt anbelangt, ein weiteres Mahnmal gebraucht hätte, oder ob der Jüdische Friedhof in der Pulsnitzer Straße auch zum Tag des (offenen) Friedhofes 4 Euro Eintritt verlangen muss (so stand es zumindest in der Zeitung und am Tor). Eine positive Geschichte ist dieser Tag des (offenen) Friedhofs allemal, bedeutet er doch eine wichtige Annäherung an Themen wie Tod und die Endlichkeit allen Seins, aber auch die Geschichte der jeweiligen Region.</p>
<p>Was ich sehr schade finde, ist die Tatsache, dass weder Stadt noch Freistaat, noch Vereine oder Institutionen diesen Tag jemals genutzt hätten, auch Führungen auf dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetischer_Garnisonfriedhof">Garnisonfriedhof der Sowjetischen Armee</a> an der Marienallee anzubieten. Gerade hier, auf einer Anlage, die eine Zeit berührt, die die meisten von uns noch unmittebar miterlebt haben, gäbe es so viel zu erzählen, so viel Möglichkeit zu Aufklärung, Enttabuisierung und Austausch.<br />
Doch wie in jedem Jahr, waren für den Garnisonfriedhof auch in diesem Jahr keinerlei Veranstaltungen geplant.</p>
<p>Daher hatte ich beschlossen, dies einfach selbst in die Hand zu nehmen und mich als Gedenkstättenführer zu versuchen. Vorab sei vielleicht darauf hingewiesen, dass ich mich nicht aus politisch-ideologischen Gründen um eine bessere Wahrnehmung des Friedhofes bemühe, sondern vor allem aus historischen, aufklärerischen und kulturellen. Es geht darum, zu zeigen, dass auf dem Friedhof Licht und Schatten nah beieinander liegen. Dass die Helden, die hier im Befreiungskampf starben, zugleich auch grausame Besatzer waren, dass das Regime, das sie hier verteidigten, ein<a href="http://djane.momocat.de/2010-09-01-stalins-vergessene-helden/"> grausames </a>war, das sich auch gegen die eigenen Leute richtete &#8211; junge Menschen, deren Gräber zu Dutzenden auf dem Friedhof zu finden sind. Letztendlich, dass es allemal lohnt, diese Stätte in ihrer Gesamtheit und vor allem in ihrer Ursrpünglichkeit als zeitgeschichtlich relevantes Kulturgut zu erhalten und der Öffentlichkeit nahezubringen.</p>
<p>Eine Informationstafel (bestehend aus einer Leinwand) mit allerlei Wissenswertem rund um Geschichte, Beschaffenheit und Zukunft des Garnisonfriedhofes war schnell zusammengestellt. Sie enthielt unter anderem einen mehr als provisorischen und gewiss nicht maßstabsgerechten Lageplan, um zu zeigen, dass der Friedhof am nördlichen Ende der Hauptanlage weitergeht. Die Tafel wurde gut einsehbar am Friedhofstor befestigt, das sonst immer fest verrammelte Tor selbst weit geöffnet.<br />
Und die Sache wurde ein voller Erfolg.<br />
Da zwischenzeitlich die Arbeit rief, war es mir lediglich möglich, zwischen 13:30 und 14:45 Uhr sowie zwischen 17:15 und 18:00 Uhr selbst vor Ort zu sein. In diesen zwei Stunden zählte ich mindestens 25 Gäste auf einer Anlage, die sonst mehr oder weniger einsam im Schatten der Heide liegt. Mit vielen davon ergaben sich sehr gute Gespräche.</p>
<div id="attachment_2208" class="wp-caption aligncenter" style="width: 810px"><a href="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/09/017.jpg"><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2010/09/017.jpg" alt="Tag des Friedhofs - Leben auf dem Garnisonfriedhof." title="Tag des Friedhofs - Leben auf dem Garnisonfriedhof." width="800" height="641" class="size-full wp-image-2208" /></a><p class="wp-caption-text">Tag des Friedhofs - Leben auf dem Garnisonfriedhof.</p></div>
<p>Etwas unsicher war ich zunächst, wie ich mich verhalten sollte: die Leute gleich am Tor in Empfang nehmen? Sich eher im Hintergrund halten und sie kommen lassen? Es stellte sich heraus, dass viele einen freundlichen Empfang am Tor mit der Bemerkung, falls Fragen bestünden, könnte man sich gern an mich wenden, sehr schätzten. Auch die Auskunft, dass die Verfasserin der Zeitungsartikel, aufgrund derer man sich entschlossen hatte, mal wieder vorbeizuschauen, direkt vor Ort war, löste positive Reaktionen aus und stellte sofort ein ungezwungenes Klima her.<br />
Bei meinen früheren Besuchen zu Recherchezwecken war ich meist über Stunden völlig allein auf der Anlage &#8211; trotz Wochenendes und schönen Wetters. Die Menschen liefen meist verschüchtert vorbei, blieben allenfalls mal kurz stehen, um durch die Gitterstäbe zu lugen. Nur selten verirrte sich mal jemand für einen kurzen verschämten Besuch oder schlimmstenfalls auf der Suche nach einem Ort fürs kleine Geschäft auf den Friedhof.</p>
<p>Gestern war das anders. Von Besuchern, die die Anlage bereits kannten, erfuhr ich, dass viele bis heute nicht wussten, dass es noch einen zivilen Anbau im Norden des Areals gibt. Diejenigen, die ich dort hinführte, zeigten sich bestürzt über den<a href="http://djane.momocat.de/2010-09-14-schleichendes-vergessen-statt-gelebter-aufarbeitung/"> verwahrlosten Zustand</a>. Ein Mann bestürmte mich mit Fragen, ob ich einen Verein wüsste, der sich um die Auffindung von in Russland oder Polen während des 2. Weltkriegs verstorbenen Wehrmachtsoldaten bemühe; ein weiterer in Begleitung seiner Frau war selbst vom Zustand der an sich gepflegten Hauptanlage wenig begeistert.<br />
Es stellte sich heraus, dass der Radebeuler in der jüdischen Gemeinde engagiert ist. Auch von dort, so berichtete er, kenne man das, dass die Friedhöfe oft verwahrlosten, wenn sich nicht Vereine oder engagierte Bürger darum kümmerten.  Er freute sich wie ein Kind, als ich ihn zu einem Grab führte, das ich vorsichtig als das eines jüdischen Sowjetsoldaten identifiziert hatte: Der 1947 verstorbene Oberleutnant der Sowjetischen Armee hieß mit Nachnamen Baum, und auf seinem Grabmal liegen zwei blankpolierte Steine.</p>
<p>Es muss dazugesagt werden, dass sich das Interesse erfreulicherweise nicht nur auf die ältere Generation beschränkte. Auch Jugendliche und junge Erwachsene sammelten sich am Tor vor der Tafel, die allermeisten statteten der Anlage draufhin einen mehr oder weniger ausgedehnten Besuch ab. Intensiverer Informationsbedarf zeichnete sich aber dann doch bei den Gästen jenseits der 55 ab.<br />
Leider gab es auch die weniger sensiblen &#8220;Besucher&#8221; &#8211; so etwa eine Frau um die 40 in lässig-modernem Outfit mit Knöpfen im Ohr, die Musik daraus konnte man noch auf 60 Meter Entfernung deutlich hören. Sie schlenderte mit desinteressiertem Gesicht über den Hauptweg &#8211; um dann schließlich an einem Vogelbeerenstrauch mit hübschen orangenen Früchten stehen zu bleiben, ein paar Zweige abzubrechen und wieder abzuziehen.</p>
<p>Jedenfalls war dieser Tag des (offenen) Friedhofes der Geburtstag einer Idee. Aufgrund des positiven Feedbacks durch Besucher, die sich erfreut zeigten, endlich einmal einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, der ihnen mehr zur Anlage erzählen konnte, habe ich mir überlegt, dass man solche Führungen doch regelmäßiger veranstalten könnte, um einen größeren Bekanntheitsgrad des Friedhofes in der Bevölkerung zu etablieren. Da mehrere Besucher andeuteten, sich durchaus vorstellen zu können, ein-, zweimal im Quartal oder Halbjahr mit anzupacken und die gröbsten Witterungs- oder Vandalismusschäden auf dem Friedhof zu beseitigen, überlege ich sogar, demnächst (möglichst noch vor dem Winter) so etwas wie eine Art &#8220;Aktion Friedhofsputz&#8221; für den Nordflügel zu organisieren, um diesen wenigstens ansatzweise wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen.</p>
<p>Die Hoffnung, die ich mit diesem Engagement verbinde, ist die, dass der Freistaat so davon überzeugt werden kann, seine Pläne zum Abriss der originalen Grabanlagen im Nordflügel zugunsten einer Grünanlage mit lediglich noch zwei Stelen ad acta zu legen. Die Kosten, die bei einer gebührenden Pflege eines so großen Areals anfallen würden, waren (nach Aussage des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement) ein Hauptgrund für die jahrelange stiefmütterliche Behandlung durch den Freistaat und sie dürften auch ein Hauptgrund für die aktuellen Umgestaltungspläne sein. Doch würde die Umbaumaßnahe an sich Zigtausende wenn nicht gar über hunderttausend Euro kosten &#8211; Geld, das mittels bürgerlichen Engagements gespart und zum Beispiel für die sinnvolle Gestaltung des ehemaligen <a href="http://djane.momocat.de/2010-05-20-neustadter-russen-sportplatz-eine-odyssee-von-nunmehr-18-jahren/">Russensportplatzes</a> am Alaunplatz verwendet werden könnte.</p>
<p>Nur wenn die Anlage in ihrem Ursprungszustand erhalten bleibt, jedes einzelne der über 400 Soldatengräber des Nordflügels so wie seine Pendants, die das Glück hatten, auf der gepflegten Hauptanlage ihre letzte Ruhe zu finden, eingesehen werden kann, wird doch die Dimension sichtbar, in der ein totalitäres Regime ohne Rücksicht auf Menschenleben in den eigenen Reihen seinen Status quo aufrechterhalten wollte. Sie stehen hier in Dresden repräsentativ für die <strong>2000-4000</strong> sowjetischen Soldaten, die Schätzungen von Historikern und Menschenrechtsorganisationen zufolge während der Besatzungszeit <strong>JÄHRLICH IN DER DDR</strong> zu Friedenszeiten ihr Leben verloren.</p>
<p><strong>P. S.: Wem es ein Bedürfnis ist, sich für den Erhalt des einzigen Friedhofes in Dresden in seinem ursprünglichen architektonischen Zustand zu engagieren, der ausschließlich nichtdeutsche Staatsangehörige beherbergt, kann sich gerne melden. Ich freue mich jederzeit über Mitstreiter. Hier geht es nicht um Spenden oder finanzielle Aufwendungen, sondern vor allem um Öffentlichkeitsarbeit und gegebenenfalls wenige Male im Jahr um tatkräftiges Anpacken. Die eine oder andere Heckenschere, Schaufel oder Harke könnte allerdings durchaus von Nutzen sein  <img src='http://djane.momocat.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  </strong></p>
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		<title>Neustädter &#8220;Russen-Sportplatz&#8221; &#8211; eine Odyssee von nunmehr 18 Jahren.</title>
		<link>http://djane.momocat.de/2010-05-20-neustadter-russen-sportplatz-eine-odyssee-von-nunmehr-18-jahren/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 11:52:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Stadtgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Jeder halbwegs sesshaft gewordene Neustädter wird wissen, was gemeint ist, wenn vom &#8220;Russen-Sportplatz&#8221; die Rede ist. Das Westareal des Alaunparks, ca. 4 Hektar groß, diente bis zur Wende als Sportplatz für die in den umliegenden Neustädter Kasernen stationierten Sowjetsoldaten. Die letzten Sowjets zogen 1993 aus Dresden ab, das Gelände wurde vom Kampfmittelräumdienst gesichert, die existierenden Gebäude bis auf einige wenige in ihre Bestandteile zerlegt &#8211; diese türmen sich dort noch heute in Form loser Platten und Einzelteile. Seit nunmehr 18 Jahren liegt das Gelände brach, bis heute verrotten dort die Überbleibsel der Vergangenheit, bis heute wuchert das Unkraut; und mit dem Unkraut, so scheint es, möchte die Stadt den Mantel des Vergessens über das Areal legen, die Erinnerung an eine Zeit zudecken, die mancher wohl gern aus seinem Gedächtnis tilgen wollte.</p>
<p>Anders kann man sich die nun fast 2 Jahrzehnte dauernde Tatenlosigkeit der Stadt sowie das zermürbende, letztlich zu  nichts führende Hickhack um eine Wiederbelebung des Gebietes seitens Parteien, Verbänden und Bürgerinitiativen nicht erklären. Immer wieder taucht das Thema in den Agenden von Ortsbeirats- und Stadtratssitzungen auf &#8211; so <a href="http://www.neustadtgruene.de/ortsbeirat-neustadt/berichte-aus-dem-ortsbeirat-2009/ortsbeirat-151209/">zuletzt</a> im Dezember 2009 im Ortsbeirat Neustadt -, wusste im kommunalen Wahlkampf 2009 viel Beachtung in der Bevölkerung zu schüren; immer wieder werden Anträge und Anfragen an die Stadtverwaltung und das Land gestellt, immer wieder, so scheint es, versickert das Thema in den Rinnsälen kommunaler Bürokratie.<br />
Wahrlich eine Schande, weiß man doch, dass die Neustadt eines der kinderreichsten Stadtviertel Deutschlands, dicht bebaut und mit verhältnismäßig wenig Grün- und Freiflächen ausgestattet ist. Schon heute treten sich die Menschen auf dem Alaunplatz mit seiner begrenzten Fläche an schönen Tagen fast tot &#8211; darunter leiden nicht nur die Menschen, sondern zu allererst auch die Anlage selbst. Im Spätsommer ist vom erquickenden Rasengrün zumindest stellenweise fast nichts als eine erdbraune, kahlgewalzte Wüste übrig geblieben, dank exzessiver und unkontrollierter Nutzung als Bolz-, Grillplatz und für andere raumgreifende Freizeitaktivitäten. Wo sollen sie auch hin? Bis heute gibt es keinen öffentlichen Grillplatz in der Neustadt, keine öffentliche Freizeitanlage mit Spielfeld. Wenn das so weitergeht, wird der Platz als Erholungsoase bald ausgedient haben.</p>
<p>Woran scheitert es also?<br />
Nach Auskunft der Neustadt-Grünen hakt es an einer allgemeinen Kakophonie innerhalb der Kommunikation zwischen Stadt und Land. Die Stadt (in Person der Oberbürgermeister Helma Orosz) möchte nach eigenen Angaben das im Besitz des Landes Sachsen befindliche Areal gerne vom Land kaufen. Das Land Sachsen jedoch will es nach Aussage der Stadt nicht <em>ver</em>kaufen. Offiziell behauptet nun aber wieder das Land Sachsen, es läge ihm seitens der Stadt Dresden gar kein Kaufinteresse vor. Wer flunkert hier?<br />
In einem <a href="http://www.appixportale.de/spd-fraktion-dresden.de/dokumente/anfrage_2365.pdf">Antwortschreiben</a> der Frau Oberbürgermeisterin Orosz an die anfragende SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Friedel vom November 2008 teilte Erstere mit, dass über den Ankauf des Geländes bereits seit 2007 über das Liegenschaftsamt mit dem Land Sachsen Gespräche geführt würden. Als Grund für den stockenden Fortschritt nannte die Bürgermeisterin einen entscheidenden Dissens zwischen Stadt und Land hinsichtlich der Preisvorstellungen.<br />
Angesichts diverser Großprojekte straßen- und gewerbebaulicher Art, die seither in Dresden verwirklicht wurden, frage ich mich ernsthaft, wie es sein kann, dass bei einem dringend notwendigen Projekt zur Aufwertung des Wohnumfeldes eines der pulsierendsten Stadtteile Dresdens ein solches Gefeilsche um den Kaufpreis ausbricht. Wenn das der Grund sein soll, weshalb es in Sachen Russenbrache seit Jahren nicht vorangeht, dann rufe ich hiermit dazu auf, eine Bürgerinitiative zu gründen und notfalls den zur Debatte stehenden Differenzbetrag aus Spendenmitteln aufzubringen, damit dieses Projekt endlich umgesetzt wird.<br />
Dass der Bedarf groß und die Ideen zur Nutzung des Areals vielfältig sind, zeigen Umfragen der Grünen unter Neustädter BürgerInnen:</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/AxiJqRKq95M&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/AxiJqRKq95M&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
<p>In meiner <a href="http://djane.momocat.de/category/prosa/">Erinnerung</a> präsentierte sich das Gelände zu DDR-Zeiten als bewehrte Bastion, umgeben von Steinmauern, teils mit Stacheldrahtaufsatz, und mit einem eisernen Tor samt Ausfahrt zur Südseite hin. Diese fremdelnde Abwehrhaltung zog uns Kinder magisch an, in großer Zahl lungerten wir oft an oder in der Nähe der Mauer herum und suchten Kontakt zu den Soldaten.<br />
Auf dem Gelände selbst, auf welches man entweder von der Nordseite, von der Tannenstraße aus, oder bei Erklimmen der Mauern einen Blick werfen konnte, befanden sich ein ziemlich erbarmungswürdiges Ballsportfeld mit provisorischer Laufbahn ringsherum, ein schmuckloser Plattenbau &#8211; wohl Verwaltungsgebäude -, diverse lagerähnliche Anbauten sowie in der nordöstlichen Ecke, unterhalb der Tannenstraße, ein paar Stallungen mit Schweinen und Hühnern. Auf dem restlichen Gelände boten ungeordnete Haufen von Baumaterial, diverse Armeefahrzeuge und Gerätschaften ein reichlich chaotisches Bild.</p>
<p>Fragte man mich, wie ich die Brache nutzen wollen würde, kämen mir einige der im obigen Video bereits vorgeschlagenen Dinge ebenso in den Sinn: Ein Fußball- und ein Beachvolleyball-Feld etwa, ein Schwimmbad oder auch einfach nur eine schön gestaltete Parklandschaft mit Spielplatz und Feuerstelle.<br />
Eines jedoch schwebt mir vor, was noch nie wirklich jemand im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Geländes vorschlug: Ich tue mich schwer mit dem Gedanken, die Vergangenheit mit jeder Menge neuer Farbe und modernen Chics zuzudecken und zu übertünchen. Ich fände es spannend und sinnvoll, Erinnerungen, Fundstücke und Informationen über die einstige Präsenz der sowjetischen Besatzungstruppen zusammenzutragen und in einer Art Lehrpfad oder Ausstellung dem kollektiven Gedächtnis zu übergeben.</p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder halbwegs sesshaft gewordene Neustädter wird wissen, was gemeint ist, wenn vom &#8220;Russen-Sportplatz&#8221; die Rede ist. Das Westareal des Alaunparks, ca. 4 Hektar groß, diente bis zur Wende als Sportplatz für die in den umliegenden Neustädter Kasernen stationierten Sowjetsoldaten. Die letzten Sowjets zogen 1993 aus Dresden ab, das Gelände wurde vom Kampfmittelräumdienst gesichert, die existierenden Gebäude bis auf einige wenige in ihre Bestandteile zerlegt &#8211; diese türmen sich dort noch heute in Form loser Platten und Einzelteile. Seit nunmehr 18 Jahren liegt das Gelände brach, bis heute verrotten dort die Überbleibsel der Vergangenheit, bis heute wuchert das Unkraut; und mit dem Unkraut, so scheint es, möchte die Stadt den Mantel des Vergessens über das Areal legen, die Erinnerung an eine Zeit zudecken, die mancher wohl gern aus seinem Gedächtnis tilgen wollte.</p>
<p>Anders kann man sich die nun fast 2 Jahrzehnte dauernde Tatenlosigkeit der Stadt sowie das zermürbende, letztlich zu  nichts führende Hickhack um eine Wiederbelebung des Gebietes seitens Parteien, Verbänden und Bürgerinitiativen nicht erklären. Immer wieder taucht das Thema in den Agenden von Ortsbeirats- und Stadtratssitzungen auf &#8211; so <a href="http://www.neustadtgruene.de/ortsbeirat-neustadt/berichte-aus-dem-ortsbeirat-2009/ortsbeirat-151209/">zuletzt</a> im Dezember 2009 im Ortsbeirat Neustadt -, wusste im kommunalen Wahlkampf 2009 viel Beachtung in der Bevölkerung zu schüren; immer wieder werden Anträge und Anfragen an die Stadtverwaltung und das Land gestellt, immer wieder, so scheint es, versickert das Thema in den Rinnsälen kommunaler Bürokratie.<br />
Wahrlich eine Schande, weiß man doch, dass die Neustadt eines der kinderreichsten Stadtviertel Deutschlands, dicht bebaut und mit verhältnismäßig wenig Grün- und Freiflächen ausgestattet ist. Schon heute treten sich die Menschen auf dem Alaunplatz mit seiner begrenzten Fläche an schönen Tagen fast tot &#8211; darunter leiden nicht nur die Menschen, sondern zu allererst auch die Anlage selbst. Im Spätsommer ist vom erquickenden Rasengrün zumindest stellenweise fast nichts als eine erdbraune, kahlgewalzte Wüste übrig geblieben, dank exzessiver und unkontrollierter Nutzung als Bolz-, Grillplatz und für andere raumgreifende Freizeitaktivitäten. Wo sollen sie auch hin? Bis heute gibt es keinen öffentlichen Grillplatz in der Neustadt, keine öffentliche Freizeitanlage mit Spielfeld. Wenn das so weitergeht, wird der Platz als Erholungsoase bald ausgedient haben.</p>
<p>Woran scheitert es also?<br />
Nach Auskunft der Neustadt-Grünen hakt es an einer allgemeinen Kakophonie innerhalb der Kommunikation zwischen Stadt und Land. Die Stadt (in Person der Oberbürgermeister Helma Orosz) möchte nach eigenen Angaben das im Besitz des Landes Sachsen befindliche Areal gerne vom Land kaufen. Das Land Sachsen jedoch will es nach Aussage der Stadt nicht <em>ver</em>kaufen. Offiziell behauptet nun aber wieder das Land Sachsen, es läge ihm seitens der Stadt Dresden gar kein Kaufinteresse vor. Wer flunkert hier?<br />
In einem <a href="http://www.appixportale.de/spd-fraktion-dresden.de/dokumente/anfrage_2365.pdf">Antwortschreiben</a> der Frau Oberbürgermeisterin Orosz an die anfragende SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Friedel vom November 2008 teilte Erstere mit, dass über den Ankauf des Geländes bereits seit 2007 über das Liegenschaftsamt mit dem Land Sachsen Gespräche geführt würden. Als Grund für den stockenden Fortschritt nannte die Bürgermeisterin einen entscheidenden Dissens zwischen Stadt und Land hinsichtlich der Preisvorstellungen.<br />
Angesichts diverser Großprojekte straßen- und gewerbebaulicher Art, die seither in Dresden verwirklicht wurden, frage ich mich ernsthaft, wie es sein kann, dass bei einem dringend notwendigen Projekt zur Aufwertung des Wohnumfeldes eines der pulsierendsten Stadtteile Dresdens ein solches Gefeilsche um den Kaufpreis ausbricht. Wenn das der Grund sein soll, weshalb es in Sachen Russenbrache seit Jahren nicht vorangeht, dann rufe ich hiermit dazu auf, eine Bürgerinitiative zu gründen und notfalls den zur Debatte stehenden Differenzbetrag aus Spendenmitteln aufzubringen, damit dieses Projekt endlich umgesetzt wird.<br />
Dass der Bedarf groß und die Ideen zur Nutzung des Areals vielfältig sind, zeigen Umfragen der Grünen unter Neustädter BürgerInnen:</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/AxiJqRKq95M&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/AxiJqRKq95M&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
<p>In meiner <a href="http://djane.momocat.de/category/prosa/">Erinnerung</a> präsentierte sich das Gelände zu DDR-Zeiten als bewehrte Bastion, umgeben von Steinmauern, teils mit Stacheldrahtaufsatz, und mit einem eisernen Tor samt Ausfahrt zur Südseite hin. Diese fremdelnde Abwehrhaltung zog uns Kinder magisch an, in großer Zahl lungerten wir oft an oder in der Nähe der Mauer herum und suchten Kontakt zu den Soldaten.<br />
Auf dem Gelände selbst, auf welches man entweder von der Nordseite, von der Tannenstraße aus, oder bei Erklimmen der Mauern einen Blick werfen konnte, befanden sich ein ziemlich erbarmungswürdiges Ballsportfeld mit provisorischer Laufbahn ringsherum, ein schmuckloser Plattenbau &#8211; wohl Verwaltungsgebäude -, diverse lagerähnliche Anbauten sowie in der nordöstlichen Ecke, unterhalb der Tannenstraße, ein paar Stallungen mit Schweinen und Hühnern. Auf dem restlichen Gelände boten ungeordnete Haufen von Baumaterial, diverse Armeefahrzeuge und Gerätschaften ein reichlich chaotisches Bild.</p>
<p>Fragte man mich, wie ich die Brache nutzen wollen würde, kämen mir einige der im obigen Video bereits vorgeschlagenen Dinge ebenso in den Sinn: Ein Fußball- und ein Beachvolleyball-Feld etwa, ein Schwimmbad oder auch einfach nur eine schön gestaltete Parklandschaft mit Spielplatz und Feuerstelle.<br />
Eines jedoch schwebt mir vor, was noch nie wirklich jemand im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Geländes vorschlug: Ich tue mich schwer mit dem Gedanken, die Vergangenheit mit jeder Menge neuer Farbe und modernen Chics zuzudecken und zu übertünchen. Ich fände es spannend und sinnvoll, Erinnerungen, Fundstücke und Informationen über die einstige Präsenz der sowjetischen Besatzungstruppen zusammenzutragen und in einer Art Lehrpfad oder Ausstellung dem kollektiven Gedächtnis zu übergeben.</p>
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		</item>
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		<title>Neustädter Gemüsehändler in der Kritik.</title>
		<link>http://djane.momocat.de/2010-02-18-neustadter-gemusehandler-in-der-kritik-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 17:50:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausprobiert]]></category>
		<category><![CDATA[Neustadt]]></category>
		<category><![CDATA[Asia Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Gemüse]]></category>
		<category><![CDATA[Obst]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Anlass für diesen kleinen Beitrag war ein Erlebnis der weniger schönen Art heute Nachmittag beim Grünzeug-Shoppen. Zunächst steuerte ich &#8211; wie üblich &#8211; den Wochenmarkt auf dem Alaunplatz an, machte aber genervt wieder kehrt, als ich sah, dass der gesamte Marktplatz aufgrund des massiven Tauwetters einer Seenlandschaft glich und mein Stamm-Händler nicht da war. Wo also hin?</p>
<p>Ich stattete dem Asia-Gemüse-Blumen-Laden gleich gegenüber an der Haltestelle Alaunplatz, neben der Bäckerei Rissmann, einen Besuch ab. Die Tür stand offen, aber drinnen war es dunkel und muffig. Der vietnamesische Verkäufer schaute mich an, als wäre ich ein unerwarteter Gast, auf mein freundliches &#8220;Hallo&#8221; bekam ich keine Antwort. &#8220;Ok&#8221;, dachte ich, &#8220;schaust du dir das Grünzeug trotzdem mal an&#8221;, schießlich brauchte ich dringend Tomaten. Was hatten wir denn da: Verschrumpelte Paprika, ebensolche Cocktail-Tomaten, welke Kräuter, wabbelige Möhren. &#8220;Nee&#8221;, dachte ich angeekelt und wollte mich gerade dem Obst zuwenden, als mich der Verkäufer plötzlich in gebrochenem Deutsch unfreundlich von der Seite anfuhr: </p>
<blockquote><p>&#8220;Sie jetzt gehen, ich zuschließen, weil Kind abholen&#8221;.</p></blockquote>
<p>Es war wohlgemerkt nachmittags 15:30 Uhr, und laut Öffnungszeiten sollte der Laden bis abends geöffnet sein. Ich war einigermaßen baff, verließ mit einem zugegeben etwas zynischen &#8220;Ok, ok, ich geh ja schon&#8221; den Laden und machte mich auf den Weg zum nächsten Grünzeughändler.<br />
Noch nie ist es mir passiert, dass ich derart unhöflich aus einem Geschäft hinauskomplimentiert worden bin. Auf zufriedene Kundschaft, die auch wiederkommt, scheint dieser Laden keinen Wert zu legen &#8211; kein Wunder, dass Obst und Gemüse dort im Regal vergammeln, statt gekauft und verzehrt zu werden. Von mir eine glatte 6 &#8211; nicht zu empfehlen.</p>
<p>Nächste Station war dann<a href="http://wikimapia.org/8834141/de/Schl%C3%BCters-Fruit-Shop-K%C3%A4seeck-und-Spezialit%C3%A4ten"> Schlüters Fruit-Shop und Käse-Eck</a> auf der Rothenburger Straße 44. Ein Unterschied wie Tag und Nacht: Zwar lagen auch hier die Preise für Tomaten utopisch hoch, aber zaubern können eben auch Schlüters nicht, denn momentan ist einfach mal keine Saison beim Paradiesapfel. Bei Schlüters fühlt man sich immer willkommen und wird freundlich bedient, egal, wie lange man überlegt. Man wird gut beraten, und ein kleines Pläuschchen übers Wetter, Saison-Gemüse und die Preise ist immer drin. Nachdem ich schon zu zweifeln begonnen hatte, überhaupt noch zu meinen Tomaten zu kommen, verließ ich Schlüters zufrieden und mit dem Reinfall beim Asia-Markt versöhnt. Schlüters verkörpern ein in der Neustadt fast einmaliges Mischkonzept aus Alimentari- und Feinkostladen mit erlesenen Käse- und Wurstprodukten aus aller Welt. Mutter und Sohn Schlüter sind dabei immer freundlich, mit ihrer Stammkundschaft verbindet sie eine familiäre Atmosphäre, kompetent wird über Herkunft und Herstellung der Produkte Auskunft gegeben. Einziger kleiner Kritikpunkt: Der Laden ist doch arg klein und die Produkte manchmal etwas unübersichtlich angeordnet. Von mir gibts hier die Note 1-.</p>
<p>Nun soll hier nicht der Eindruck entstehen, ich würde keine Asia-Gemüsehändler mögen. Im Gegenteil, bin ich beim Händler auf der Alaunstraße <strong>neben</strong> dem Konsum (nicht der schräg gegenüber) Stammgast. Die Behandlung ist auch hier zwar immer sehr unterkühlt, aber höflich, und Gemüse und Obst sind hier immer von einer geradezu erstaunlichen Frische, der Laden blitzt vor Sauberkeit. Auch die Vielfalt des Angebotes von Obst und Gemüse bis hin zu Eiern, exotisch-asiatischen Lebensmitteln und Getränken ist wahrhaft phänomenal. Zudem darf auch  mal probiert werden (z.B. bei Wein oder Beeren). Abzug gibts für die oft sehr gelangweilt und abweisend wirkende Kassiererin sowie die doch im Vergleich recht hohen Preise. Note 2-.</p>
<p>Auch nicht von schlechten Eltern ist der Asia-Gemüsemarkt auf der Bautzner Straße gleich neben dem Bäcker Ecke Alaunstraße (Note 3+) bzw. jener neben der Apotheke Bautzner-/Ecke Löwenstraße (Note 2-). Beide haben ein vielfältiges Angebot, das meistens auch frisch ist. In letzterem Laden ist zudem die Bedienung sehr freundlich.</p>
<p>Weniger zu empfehlen ist hingegen der<a href="http://www.flickr.com/photos/realname/3386072838/"> Asia-Gemüsemarkt schräg gegenüber dem Konsum</a> auf der Alaunstraße (der mit den grellen Scheinwerfern abends). Das Angebot ist zwar auch hier meistens sehr vielfältig und auch frisch, aber wenn man probieren möchte, wird man unfreundlich angeblafft, und mit Ausreden ala &#8220;die Beeren sind abgezählt&#8221; wird sich die Kostprobe energisch verbeten. Auch sonst fühlt man sich nicht wirklich erwünscht in diesem Laden, der Umgangston ist meist sehr unterkühlt und abweisend. Daher Note 4 und lieber bei der Konkurrenz vorbeischauen.</p>
<p>Weitere Gemüse-Händler in der Kurzeinschätzung:</p>
<p>Asia-Markt Lousienstraße Höhe Martin-Luther-Straße: sehr freundliche Bedienung, Obst und Gemüse vom Frischegrad gut, Lebensmittelabteilung mit utopischen Preisen &#8211; Note 3+.</p>
<p>Asia-Markt Louisenstraße/Ecke Alaunstraße: Lethargisches Personal, Obst und Gemüse vom Frischegrad meistens befriedigend bis ausreichend, Ambiente eher ungepflegt &#8211; Note 4-.</p>
<p>Asia-Markt Alaunstraße (kurz vor der Einmündung Bautzner Straße, linke Straßenseite): Personal befriedigend, Zustand der Waren (Grünzeug) meistens ungenügend, Ambiente eher ungepflegt und unhygienisch &#8211; Note 5.</p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anlass für diesen kleinen Beitrag war ein Erlebnis der weniger schönen Art heute Nachmittag beim Grünzeug-Shoppen. Zunächst steuerte ich &#8211; wie üblich &#8211; den Wochenmarkt auf dem Alaunplatz an, machte aber genervt wieder kehrt, als ich sah, dass der gesamte Marktplatz aufgrund des massiven Tauwetters einer Seenlandschaft glich und mein Stamm-Händler nicht da war. Wo also hin?</p>
<p>Ich stattete dem Asia-Gemüse-Blumen-Laden gleich gegenüber an der Haltestelle Alaunplatz, neben der Bäckerei Rissmann, einen Besuch ab. Die Tür stand offen, aber drinnen war es dunkel und muffig. Der vietnamesische Verkäufer schaute mich an, als wäre ich ein unerwarteter Gast, auf mein freundliches &#8220;Hallo&#8221; bekam ich keine Antwort. &#8220;Ok&#8221;, dachte ich, &#8220;schaust du dir das Grünzeug trotzdem mal an&#8221;, schießlich brauchte ich dringend Tomaten. Was hatten wir denn da: Verschrumpelte Paprika, ebensolche Cocktail-Tomaten, welke Kräuter, wabbelige Möhren. &#8220;Nee&#8221;, dachte ich angeekelt und wollte mich gerade dem Obst zuwenden, als mich der Verkäufer plötzlich in gebrochenem Deutsch unfreundlich von der Seite anfuhr: </p>
<blockquote><p>&#8220;Sie jetzt gehen, ich zuschließen, weil Kind abholen&#8221;.</p></blockquote>
<p>Es war wohlgemerkt nachmittags 15:30 Uhr, und laut Öffnungszeiten sollte der Laden bis abends geöffnet sein. Ich war einigermaßen baff, verließ mit einem zugegeben etwas zynischen &#8220;Ok, ok, ich geh ja schon&#8221; den Laden und machte mich auf den Weg zum nächsten Grünzeughändler.<br />
Noch nie ist es mir passiert, dass ich derart unhöflich aus einem Geschäft hinauskomplimentiert worden bin. Auf zufriedene Kundschaft, die auch wiederkommt, scheint dieser Laden keinen Wert zu legen &#8211; kein Wunder, dass Obst und Gemüse dort im Regal vergammeln, statt gekauft und verzehrt zu werden. Von mir eine glatte 6 &#8211; nicht zu empfehlen.</p>
<p>Nächste Station war dann<a href="http://wikimapia.org/8834141/de/Schl%C3%BCters-Fruit-Shop-K%C3%A4seeck-und-Spezialit%C3%A4ten"> Schlüters Fruit-Shop und Käse-Eck</a> auf der Rothenburger Straße 44. Ein Unterschied wie Tag und Nacht: Zwar lagen auch hier die Preise für Tomaten utopisch hoch, aber zaubern können eben auch Schlüters nicht, denn momentan ist einfach mal keine Saison beim Paradiesapfel. Bei Schlüters fühlt man sich immer willkommen und wird freundlich bedient, egal, wie lange man überlegt. Man wird gut beraten, und ein kleines Pläuschchen übers Wetter, Saison-Gemüse und die Preise ist immer drin. Nachdem ich schon zu zweifeln begonnen hatte, überhaupt noch zu meinen Tomaten zu kommen, verließ ich Schlüters zufrieden und mit dem Reinfall beim Asia-Markt versöhnt. Schlüters verkörpern ein in der Neustadt fast einmaliges Mischkonzept aus Alimentari- und Feinkostladen mit erlesenen Käse- und Wurstprodukten aus aller Welt. Mutter und Sohn Schlüter sind dabei immer freundlich, mit ihrer Stammkundschaft verbindet sie eine familiäre Atmosphäre, kompetent wird über Herkunft und Herstellung der Produkte Auskunft gegeben. Einziger kleiner Kritikpunkt: Der Laden ist doch arg klein und die Produkte manchmal etwas unübersichtlich angeordnet. Von mir gibts hier die Note 1-.</p>
<p>Nun soll hier nicht der Eindruck entstehen, ich würde keine Asia-Gemüsehändler mögen. Im Gegenteil, bin ich beim Händler auf der Alaunstraße <strong>neben</strong> dem Konsum (nicht der schräg gegenüber) Stammgast. Die Behandlung ist auch hier zwar immer sehr unterkühlt, aber höflich, und Gemüse und Obst sind hier immer von einer geradezu erstaunlichen Frische, der Laden blitzt vor Sauberkeit. Auch die Vielfalt des Angebotes von Obst und Gemüse bis hin zu Eiern, exotisch-asiatischen Lebensmitteln und Getränken ist wahrhaft phänomenal. Zudem darf auch  mal probiert werden (z.B. bei Wein oder Beeren). Abzug gibts für die oft sehr gelangweilt und abweisend wirkende Kassiererin sowie die doch im Vergleich recht hohen Preise. Note 2-.</p>
<p>Auch nicht von schlechten Eltern ist der Asia-Gemüsemarkt auf der Bautzner Straße gleich neben dem Bäcker Ecke Alaunstraße (Note 3+) bzw. jener neben der Apotheke Bautzner-/Ecke Löwenstraße (Note 2-). Beide haben ein vielfältiges Angebot, das meistens auch frisch ist. In letzterem Laden ist zudem die Bedienung sehr freundlich.</p>
<p>Weniger zu empfehlen ist hingegen der<a href="http://www.flickr.com/photos/realname/3386072838/"> Asia-Gemüsemarkt schräg gegenüber dem Konsum</a> auf der Alaunstraße (der mit den grellen Scheinwerfern abends). Das Angebot ist zwar auch hier meistens sehr vielfältig und auch frisch, aber wenn man probieren möchte, wird man unfreundlich angeblafft, und mit Ausreden ala &#8220;die Beeren sind abgezählt&#8221; wird sich die Kostprobe energisch verbeten. Auch sonst fühlt man sich nicht wirklich erwünscht in diesem Laden, der Umgangston ist meist sehr unterkühlt und abweisend. Daher Note 4 und lieber bei der Konkurrenz vorbeischauen.</p>
<p>Weitere Gemüse-Händler in der Kurzeinschätzung:</p>
<p>Asia-Markt Lousienstraße Höhe Martin-Luther-Straße: sehr freundliche Bedienung, Obst und Gemüse vom Frischegrad gut, Lebensmittelabteilung mit utopischen Preisen &#8211; Note 3+.</p>
<p>Asia-Markt Louisenstraße/Ecke Alaunstraße: Lethargisches Personal, Obst und Gemüse vom Frischegrad meistens befriedigend bis ausreichend, Ambiente eher ungepflegt &#8211; Note 4-.</p>
<p>Asia-Markt Alaunstraße (kurz vor der Einmündung Bautzner Straße, linke Straßenseite): Personal befriedigend, Zustand der Waren (Grünzeug) meistens ungenügend, Ambiente eher ungepflegt und unhygienisch &#8211; Note 5.</p>
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		<title>Anti-Tretminen-Kampf in der Neustadt zur internationalen Sache erklärt.</title>
		<link>http://djane.momocat.de/2009-07-09-anti-tretminen-kampf-in-der-neustadt-zur-internationalen-sache-erklart/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 17:26:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurioses]]></category>
		<category><![CDATA[Neustadt]]></category>
		<category><![CDATA[Prießnitzgrund]]></category>
		<category><![CDATA[Tretminen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Scherzkekse waren am vorvergangenen Wochenende in der Äußeren Neustadt und im Prießnitzgrund unterwegs und markierten die &#8211; zahlreich vorhandenen &#8211; Hundehaufen am Straßen- bzw. Wegesrand mit Miniaturausgaben der Flaggen der Länder dieser Erde. </p>
<p>Einen praktischen Vorteil hatte das Ganze natürlich neben dem Unterhaltungsfaktor schon: Spaziergänger und Passanten wurden durch die bunten Fähnchen rechtzeitig vor der übelriechenden Gefahr gewarnt, auf die sie zusteuerten. Und ein in der Neustadt allgegenwärtiges Problem stach so noch einmal so richtig ins Auge.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-45" title="DSC00017" src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2009/07/DSC00017-225x300.jpg" alt="DSC00017" width="225" height="300" /></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-46" title="DSC00018" src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2009/07/DSC00018-225x300.jpg" alt="DSC00018" width="225" height="300" /></p>
<p>Wenig Respekt hatten die Leute anscheinend vor der Festung Großbritanniens. Vernichtend geschlagen, ward der Union Jack in den Staub &#8211; oder besser den Hundekot &#8211; getreten.</p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Scherzkekse waren am vorvergangenen Wochenende in der Äußeren Neustadt und im Prießnitzgrund unterwegs und markierten die &#8211; zahlreich vorhandenen &#8211; Hundehaufen am Straßen- bzw. Wegesrand mit Miniaturausgaben der Flaggen der Länder dieser Erde. </p>
<p>Einen praktischen Vorteil hatte das Ganze natürlich neben dem Unterhaltungsfaktor schon: Spaziergänger und Passanten wurden durch die bunten Fähnchen rechtzeitig vor der übelriechenden Gefahr gewarnt, auf die sie zusteuerten. Und ein in der Neustadt allgegenwärtiges Problem stach so noch einmal so richtig ins Auge.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-46" title="DSC00018" src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2009/07/DSC00018-225x300.jpg" alt="DSC00018" width="225" height="300" /></p>
<p>Wenig Respekt hatten die Leute anscheinend vor der Festung Großbritanniens. Vernichtend geschlagen, ward der Union Jack in den Staub &#8211; oder besser den Hundekot &#8211; getreten.</p>
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		<title>Kitas? Ja bitte! Aber auf Kosten von Grünflächen?</title>
		<link>http://djane.momocat.de/2009-07-06-kitas-ja-bitte-aber-auf-kosten-von-grunflachen/</link>
		<comments>http://djane.momocat.de/2009-07-06-kitas-ja-bitte-aber-auf-kosten-von-grunflachen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 18:02:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jane</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neustadt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Alaunplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Kitas]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Als Bewohnerin der Dresdner Neustadt kenne ich eigentlich genau 3 Dinge, die an diesem herrlich alternativen Fleckchen Erde Mangelware sind:</p>
<p>	Kitas<br />
	Grünflächen<br />
	Spiel-/Freizeitmöglichkeiten für Groß und Klein</p>
<p>Im Fahrwasser der am 07. Juni stattgefundenen Stadtratswahl war die Schaffung neuer Kita-Plätze in der Dresdner Neustadt praktisch unisono von allen Parteien und Wählerbündnissen zu Punkt 1 der Wahlkampf-Tagesordnung erhoben worden. Grundsätzlich eine gute Sache, denn die Neustadt ist das wohl am stärksten expandierende Stadtviertel Dresdens, mit positiver Wachstumsrate  (ca. 300 Geburten pro Jahr sowie ein Wanderungsgewinn von 200  Einwohnern pro Jahr nach Abzug der Wegzüge) und dem niedrigsten Altersdurchschnitt (31,7 Jahre). Es steht also außer Frage, dass Kita-Plätze dringend benötigt werden.<br />
Daher habe ich es grundsätzlich positiv aufgenommen, dass unmittelbar nach der Wahl auch sogleich mit der Umsetzung der Wahlversprechen in Form einer neuen Kita begonnen wird. Ein echter Wermutstropfen ist jedoch der Standort, der dafür ausgesucht wurde. Die neue Kita soll auf dem östlichen Sektor des Alaunplatzes, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden bereits existenten Kitas &#8220;Eichhörnchennest&#8221; und &#8220;Alaunkids&#8221; entstehen, wobei wohl eine der beiden Kitas dadurch aufgegeben werden soll.  Das bedeutet nicht nur eine regelrechte Kumulation von Kitas um den Alaunplatz, denn da befinden sich auch die Kitas &#8220;Knirpse&#8221; am Bischofsweg sowie die heilpädagogische Kita &#8220;Regenbogen&#8221; (auch Bischofsweg), sondern auch den Verlust eines weiteren, ohnehin so rar gesäten Fleckchens Grün für die Neustädter Bürger. Statt also den Bedarf an Freizeitflächen mit dem an neuen Kita-Plätzen irgendwie in Einklang zu bringen, wird hier das eine zu Lasten des anderen geschaffen.</p>
<p><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2009/07/Bild-001-300x225.jpg" alt="Bild 001" title="Bild 001" width="300" height="225" class="aligncenter size-medium wp-image-689" /></p>
<p>Ich erinnere mich, wie ich als kleiner Knirps mit Mutter und Schwester oft an der großen alten Birke auf jenem Stückchen Rasen spielte. Das Besondere an ihr war immer der ab Boden dreigeteilte Stamm, man konnte sich regelrecht hineinstellen in den Baum. Wenn es geregnet hatte, sammelte sich das Wasser in der Mulde in der Mitte. Mit meinen eigenen Kindern werde ich irgendwann also definitiv nicht dort sitzen, und spielen werden sie dort nur, wenn ich für sie einen Platz in der Kita ergattern kann.</p>
[...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Bewohnerin der Dresdner Neustadt kenne ich eigentlich genau 3 Dinge, die an diesem herrlich alternativen Fleckchen Erde Mangelware sind:</p>
<p>	Kitas<br />
	Grünflächen<br />
	Spiel-/Freizeitmöglichkeiten für Groß und Klein</p>
<p>Im Fahrwasser der am 07. Juni stattgefundenen Stadtratswahl war die Schaffung neuer Kita-Plätze in der Dresdner Neustadt praktisch unisono von allen Parteien und Wählerbündnissen zu Punkt 1 der Wahlkampf-Tagesordnung erhoben worden. Grundsätzlich eine gute Sache, denn die Neustadt ist das wohl am stärksten expandierende Stadtviertel Dresdens, mit positiver Wachstumsrate  (ca. 300 Geburten pro Jahr sowie ein Wanderungsgewinn von 200  Einwohnern pro Jahr nach Abzug der Wegzüge) und dem niedrigsten Altersdurchschnitt (31,7 Jahre). Es steht also außer Frage, dass Kita-Plätze dringend benötigt werden.<br />
Daher habe ich es grundsätzlich positiv aufgenommen, dass unmittelbar nach der Wahl auch sogleich mit der Umsetzung der Wahlversprechen in Form einer neuen Kita begonnen wird. Ein echter Wermutstropfen ist jedoch der Standort, der dafür ausgesucht wurde. Die neue Kita soll auf dem östlichen Sektor des Alaunplatzes, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden bereits existenten Kitas &#8220;Eichhörnchennest&#8221; und &#8220;Alaunkids&#8221; entstehen, wobei wohl eine der beiden Kitas dadurch aufgegeben werden soll.  Das bedeutet nicht nur eine regelrechte Kumulation von Kitas um den Alaunplatz, denn da befinden sich auch die Kitas &#8220;Knirpse&#8221; am Bischofsweg sowie die heilpädagogische Kita &#8220;Regenbogen&#8221; (auch Bischofsweg), sondern auch den Verlust eines weiteren, ohnehin so rar gesäten Fleckchens Grün für die Neustädter Bürger. Statt also den Bedarf an Freizeitflächen mit dem an neuen Kita-Plätzen irgendwie in Einklang zu bringen, wird hier das eine zu Lasten des anderen geschaffen.</p>
<p><img src="http://djane.momocat.de/wp-content/uploads/2009/07/Bild-001-300x225.jpg" alt="Bild 001" title="Bild 001" width="300" height="225" class="aligncenter size-medium wp-image-689" /></p>
<p>Ich erinnere mich, wie ich als kleiner Knirps mit Mutter und Schwester oft an der großen alten Birke auf jenem Stückchen Rasen spielte. Das Besondere an ihr war immer der ab Boden dreigeteilte Stamm, man konnte sich regelrecht hineinstellen in den Baum. Wenn es geregnet hatte, sammelte sich das Wasser in der Mulde in der Mitte. Mit meinen eigenen Kindern werde ich irgendwann also definitiv nicht dort sitzen, und spielen werden sie dort nur, wenn ich für sie einen Platz in der Kita ergattern kann.</p>
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