Tausende von Menschen, die in ein Fußballstadion gekarrt werden. Cola- und Hotdog-Stände, an den Stadionflanken Werbebanden von Party-Veranstaltern. Verstreut über das gesamte Areal stehen Buden wie auf dem Jahrmarkt, wo der “echte Fan” noch schnell seinen Vorrat an Memorabilia aller Art ergänzen kann – angefangen bei gerahmten Jacko-Postern mit passend schwarzem Trauer-Passepartout bis hin zum T-Shirt oder der verstaubten Thriller-CD, die aus Restbeständen hervorgekramt wurde. Allgemeine Volksfeststimmung, fröhliche Gesichter – und auf Knopfdruck: Trauerstimmung und kollektive Trance.
So wird dieser Tage in unzähligen Veranstaltungen ähnlicher Art in ganz Amerika der Tod eines Musik-Idols verarbeitet – man ist geneigt, zu sagen, ‘gefeiert’.
Die Trauer um Michael Jackson ist vielerorts in ein regelrechtes Trauer-Business entartet, dessen Hauptziel es ist, mit den Emotionen der Menschen Geschäfte zu machen. Was den Gemeinden, die solche Festivitäten ausrichten, an Aufwendungen entsteht, kommt zigfach durch die Einnahmen der Händler und auch der Gemeinde selbst wieder rein, für die zigtausende spendierhosenbetuchte Jacko-Trauergäste gerne sorgen werden.
Eigentlich ja nichts Neues. Man kennt Ähnliches bereits etwa vom Tode Lady Dianas oder Papst Johannes Paul II., als ein ähnliches Trauer-Business zu verzeichnen war. Vom Porzellanteller mit Di-Bildnis bis hin zum Papst-Toast ließ sich plötzlich alles zu Geld machen.
Angesichts solch grotesken Rummels um den Tod eines
Menschen, fragt man sich, wie es so weit hatte kommen können mit der Menschheit. Der eigentliche Moment des Verlustes, der vor allem die nächsten Angehörigen betreffen dürfte, tritt dabei völlig in den Hintergrund.





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