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Waldschlösschenbrücke: Verkehrte Welt für Brückengegner.

Entgegen allen Befürchtungen und dem gebetsmühlenartigen Drohszenario der organisierten sowie der latenten Brückengegnerschaft sind die Tourismuszahlen für Dresden im Jahr eins der Aberkennung des UNESCO-Weltkulturerbe-Titels nicht gesunken, sondern – im Gegenteil – erstmals seit 2006 und trotz Wirtschaftskrise wieder gestiegen, im Oktober etwa um knapp 8% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Aber auch auf das gesamte Jahr 2009 bezogen, sind die Touristenzahlen für Dresden und auch andere Teile Sachsens wieder gestiegen. Eine entsprechende Meldung findet sich auch in der Sächsischen Zeitung von heute.

Und diese Entwicklung spiegelt meines Erachtens nach hauptsächlich eines wider: nämlich die gesunde Unbedarftheit und den unvorbelasteten Blick Auswärtiger, die nicht den ideologischen Schlagabtausch sehen, der die Bewohner dieser schönen Stadt spaltet, sondern einfach nur die schöne Stadt als solche, die trotz vorübergehenden Baulärms und Chaos’ um die Brückenbaustelle herum doch insgesamt nicht weniger schön und sehenswert geworden ist.

waldschloesschenbruecke

Ich habe eine solche Entwicklung erhofft und insgeheim auch ziemlich selbstbewusst kommen sehen. Leute kommen nicht wegen eines Titels, sondern sie kommen wegen der Sehenswürdigkeiten, des kulturellen Angebots und besonderen Erholungsmöglichkeiten. All das ist und war schon immer im “Florenz des Nordens” in besonderem Maße gegeben, auch vor der Verleihung eines Welterbetitels schon, und das wird auch mit einer weiteren Brücke und nach Aberkennung des Titels so bleiben. Die neuesten Zahlen sprechen dahingehend ja erstmals eine deutliche Sprache, die auch die Brückengegner, die bislang gerne auch mit touristischen Argumenten diskutierten, anerkennen müssen.

Machte sich besonders im 1. Halbjahr 2009 noch die Wirtschaftskrise in Form leicht sinkender Übernachtungen für Dresden bemerkbar, kann gerade das 2. Halbjahr, also jene Zeit nach Aberkennung des Titels, als Erfolgsgarant gewertet werden.
Unterm Strich stellt man fest, dass das Tourismus-Argument letztendlich nicht mehr als ein “hohler Vogel” war, ein Pseudo-Argument, das zunächst gut Wirkung zeigt, weil es scheinbar am Geldbeutel und an der Existenz vieler Menschen rührt und Ängste schürt, die sich wiederum gut für die eigenen Überzeugungen einspannen lassen.
Erstaunlich, wie gerade Grüne, Ökos und Linke in eine Politik der Panikmache verfallen, die man sonst eigentlich von Falken und Haien kennt.